Diplomarbeit, 2003
105 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Teil: Grundlegung
A. Krise im Kreditwesen
I. Ausgewählte Kennzeichen der Krise
a) Aufwendungen des operativen Geschäfts
1. Aufwendungen für Mitarbeiter
2. Aufwendungen für Geschäftsstellen
b) Erträge des operativen Geschäfts
1. Rückgang der Zinsmarge
2. Rückgang des Provisionsertrages
II. Ausgewählte Ursachen der Krise
a) Neue Konkurrenten
b) Verändertes Kundenverhalten
c) Neue Technologien
d) Gesetzliche Regelungen
e) Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen
III. Zusammenfassende Betrachtung
B. Typologische Betrachtung der Kreditgenossenschaften und Sparkassen
I. Trägerschaft
a) Entstehung
b) Zielsetzung
c) Rechtsform
II. Kundenkreis
a) Privatkunden
b) Firmenkunden
III. Geschäftskreis
a) Kreditgeschäft
b) Einlagengeschäft
c) Verbundpartner
IV. Geschäftsgebiet
V. Bankgröße
VI. Zusammenfassende Betrachtung
C. Grundsätzliche Annäherungsvoraussetzungen
I. Wesensmerkmale der Institute
II. Umdenkprozess bei den Bankverbänden
a) Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
b) Deutscher Sparkassen- und Giroverband
2. Teil: Die verbundübergreifende Kooperation als strategische Option
A. Generelle Überlegungen
I. Kooperationsziele
II. Grenzen der Kooperation
B. Bereits realisierte Kooperationsformen
I. Selbstbedienungsbereich
a) Geldausgabeautomaten
1. Gegenseitige Nutzung
2. Gemeinsames Betreiben
b) Kontoauszugsdrucker
c) Selbstbedienungszweigstellen
II. Abwicklungsbereich
a) Zahlungsverkehr
b) Beispiel: Bankservicegesellschaft Rhein-Main
III. Regionalmarketing
a) Bedeutung der Region
b) Beispiele
1. Virtueller Marktplatz
2. Wirtschaftsförderungsgesellschaft
3. Neustadt-Card
IV. Sonstige Kooperationsformen
C. Problembereiche der Kooperation
I. Sachlich-technischer Problembereich
a) Zuständigkeiten
1. Betriebsbereitschaft
2. Wartung
b) Kosten
1. Kosteneinsparungspotenzial
2. Kostenzurechnung
c) IT-Schnittstellen
II. Persönlich-emotionaler Problembereich
a) Marktauftritt
1. Standortwahl
2. Filialgestaltung
3. Werbemöglichkeit
b) Kundenakzeptanz
c) Konkurrenzdenken
3. Teil: Die verbundübergreifende Fusion als strategische Option
A. Exkurs: Verbundinterne Fusion
I. Fusionsentwicklung
II. Fusionsmotive
III. Fusionsberatung durch Verbände
B. Fusionsvorhaben am Bankenmarkt Marktredwitz
I. Beteiligte
II. Motive
III. Ursachen des Scheiterns
C. Modifizierung des Sparkassenrechts als Voraussetzung
I. Beihilfebeschwerde
a) Ergebnisse
b) Umsetzung
II. Reformwille im Saarland
a) Fusion über Zweckverband
b) Fusion über Aktiengesellschaft
D. Beurteilung eines Fusionsprojektes aus Sicht der beteiligten Kreditinstitute
I. Verbundzugehörigkeit
a) Fusion über Zweckverband
b) Fusion über Aktiengesellschaft
1. Kreditwesengesetz
2. Öffentlicher Auftrag
II. Vereinheitlichung der IT-Systeme
a) Problembereiche
b) Umsetzbarkeit
III. Angebotene Produktpalette
a) Bankeigene Produkte
b) Produkte der Verbundpartner
IV. Unternehmenskultur
a) Beschreibung
b) Bedeutung im Fusionsprozess
c) Vorgehensweise
V. Personalbereich
a) Freistellung
b) Belastungen
1. Arbeitsaufwand
2. Psychische Belastungen
c) Vergütung
VI. Filialbereich
a) Filialstruktur
1. Regionale Überschneidungen
2. Filialkonzentration
b) Umgestaltungskosten
VII. Kreditrisiko
a) Branchenrisiko
b) Klumpenrisiko
4. Teil: Mögliche Konsequenzen der Annäherung
A. Auswirkungen auf die Bankkunden
I. Versorgungsgrad
a) Rückzug aus der Fläche
b) Qualitative Betrachtung
II. Machtkonzentration
a) Gebiet
b) Konditionsgestaltung
III. Belastungsfelder
a) Technische Umstellung
b) Verlust der Vertrauensperson
c) Markenwechsel
B. Auswirkungen auf die Eigentümer
I. Einflussverlust
II. Gewinnausschüttung
III. Sanierung öffentlicher Haushalte
C. Auswirkungen auf die Region
D. Auswirkungen auf die Verbundorganisationen
I. Markenpolitik
II. Struktur des Bankensektors
5. Teil: Zusammenfassung und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie eine Annäherung zwischen Sparkassen und Kreditgenossenschaften bisher als Weg aus der Krise genutzt wurde, welche Möglichkeiten und Grenzen sich für eine weitergehende Annäherung bieten und mit welchen Konsequenzen diese verbunden sein könnte.
1. Ausgewählte Kennzeichen der Krise
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank und derzeitige Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken Rolf-E. Breuer sieht keine Krise der Banken im Sinne fehlender Liquidität oder mangelnder Solvenz. Vielmehr habe die Branche mit Ertrags- und Kostenproblemen zu kämpfen. Die nachfolgende Grafik bestätigt diese Aussage.
Das Cost-Income-Ratio stellt das Verhältnis von Aufwendungen zu Erträgen im operativen Geschäft dar. Die Grafik zeigt im Verlauf eine deutliche Verschlechterung aller Bankengruppen. Noch alarmierender wird die Aussage der Grafik, wenn man berücksichtigt, dass internationale Spitzenwerte deutlich unter 60 Prozent liegen. Besonders schlechte Werte weist dabei das Mengenkundengeschäft auf. Die hohe Kennzahl der deutschen Institute ist dabei nicht einseitig auf die Entwicklung der Erträge oder der Aufwendungen zurückzuführen, sondern betrifft sowohl Problemfelder auf der Aufwands- als auch auf der Ertragsseite.
A. Krise im Kreditwesen: Analyse der aktuellen Ertrags- und Kostenprobleme der deutschen Kreditinstitute, die unter anderem durch gestiegene Aufwendungen und eine sinkende Zinsmarge charakterisiert sind.
B. Typologische Betrachtung der Kreditgenossenschaften und Sparkassen: Untersuchung der historischen und strukturellen Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten beider Institutsgruppen hinsichtlich Trägerschaft, Geschäftsmodell und Größe.
C. Grundsätzliche Annäherungsvoraussetzungen: Darstellung der notwendigen Rahmenbedingungen für eine Annäherung, insbesondere unter Berücksichtigung der Rollen der Bankverbände.
2. Teil: Die verbundübergreifende Kooperation als strategische Option: Detaillierte Betrachtung der Kooperation als risikoärmere Form der Zusammenarbeit, vornehmlich im Selbstbedienungs- und Abwicklungsbereich.
3. Teil: Die verbundübergreifende Fusion als strategische Option: Analyse der Fusion als intensivere Strategie, inklusive rechtlicher Hürden und spezifischer Fallbeispiele wie dem Projekt in Marktredwitz.
4. Teil: Mögliche Konsequenzen der Annäherung: Bewertung der Auswirkungen einer verstärkten Zusammenarbeit auf Bankkunden, Eigentümer, regionale Wirtschaftsstrukturen und die Verbundorganisationen selbst.
5. Teil: Zusammenfassung und Ausblick: Verdichtung der Ergebnisse in Thesenform zur Zukunftsfähigkeit der sektorübergreifenden Zusammenarbeit.
Kreditwesen, Krise, Sparkassen, Kreditgenossenschaften, Kooperation, Fusion, Cost-Income-Ratio, Regionalprinzip, Bankverbände, Wettbewerb, Kundenverhalten, Filialstruktur, IT-Systeme, Zahlungsverkehr, Konsolidierung
Die Diplomarbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen einer Annäherung zwischen den beiden Säulen des deutschen Bankensystems, den Sparkassen und den Kreditgenossenschaften, um der aktuellen Ertragskrise in der Branche zu begegnen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Ursachen der Bankenkrise, den typologischen Vergleich der Institutsgruppen, die Strategien der Kooperation und Fusion sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für Kunden, Eigentümer und die Region.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie eine Annäherung bisher als Krisenlösungsstrategie genutzt wurde und unter welchen rechtlichen und praktischen Bedingungen eine weitergehende Zusammenarbeit oder Fusion realisierbar wäre.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse, kombiniert mit aktuellen Daten aus Bankenstatistiken sowie Informationen aus geführten Expertengesprächen und Korrespondenzen mit Branchenvertretern.
Der Hauptteil analysiert detailliert die beiden strategischen Optionen der Kooperation (insbesondere im Selbstbedienungs- und Zahlungsverkehrsbereich) und der Fusion, inklusive der damit verbundenen organisatorischen und rechtlichen Probleme.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ertragskrise, Kooperation, sektorübergreifende Fusion, Regionalprinzip, Kostenmanagement und Verbundorganisationen geprägt.
Das Projekt Marktredwitz dient als zentrales Fallbeispiel für ein gescheitertes Pilotvorhaben einer Fusion zwischen einer Sparkasse und einer Genossenschaftsbank und illustriert die rechtlichen und verbundpolitischen Hürden.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Kooperationen zunehmen werden, eine umfassende Fusion aufgrund von rechtlichen Schranken und dem Widerstand der Verbände jedoch nur unter spezifischen Bedingungen (wie etwa im Saarland diskutiert) in weiter Ferne liegt.
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