Magisterarbeit, 2008
178 Seiten, Note: Sehr gut
I EINFÜHRUNG UND METHODIK
I.1 ALLGEMEINE EINLEITUNG
I.2 METHODIK UND AUFBAU DER ARBEIT
I.3 ZUR „CHRONOLOGISCH-KOMPILATORISCHEN“ VORGEHENSWEISE
I.4 UMFANG UND VOLLSTÄNDIGKEIT
I.5 ZUM BEGRIFF „SCHULE“
I.5.1 αἵρεσις
I.5.2 γένος
I.5.3 εἶδος
I.5.4 τάγμα
I.5.5 φιλοσοφία
I.6 FORSCHUNGSÜBERBLICK
II POLITISCH-RELIGIÖSE HINTERGRÜNDE
II.1 AUGUSTEISCHES PRINZIPAT
II.1.1 Vorgeschichte
II.1.2 Oktavian als Alleinherrscher
II.1.3 Augustus als Heilsbringer
II.1.4 Politische Grundstrukturen
II.1.5 Die Provinz Judäa
II.2 RELIGIONSPOLITIK
II.2.1 Umgang mit fremden Einflüssen
II.2.2 Religiöse Restitution und Toleranz
II.2.3 Synkretismus
II.2.4 Jüdische Religion
II.3 RELIGIÖS-POLITISCHER ÜBERBLICK
II.4 THEMATISCHE ANWENDUNG
III FLAVIUS JOSEPHUS – LEBEN UND WERK
III.1 KURZER LEBENSABRISS
III.1.1 Jugend und Ausbildungszeit
III.1.2 Bis zu seiner Gefangennahme
III.1.3 Befreiung und Leben in Rom
III.2 SEIN LITERARISCHES WIRKEN
III.2.1 De bello Iudaico
III.2.2 Antiquitates Iudaicae
III.2.3 Vita
III.2.4 Contra Apionem
III.3 THEMATISCHE ANWENDUNG
IV DIE PHILOSOPHISCHEN SCHULEN DER JUDEN
IV.1 ENTSTEHUNG UND AUSRICHTUNG
IV.1.1 Sadduzäer
IV.1.2 Pharisäer und Essener
IV.2 DIE BERICHTE BEI JOSEPHUS
IV.2.1 Essener
IV.2.2 Pharisäer
IV.2.3 Sadduzäer
IV.2.4 Die „vierte“ Philosophenschule des Judas und Sadduk
V ZUSAMMENFASSUNG
V.1 BEOBACHTUNGEN
V.1.1 Josephus und die jüdische „Philosophie“
V.1.2 Die philosophischen Schulen
V.1.3 Tabellarische Gegenüberstellung
V.2 CONCLUSIO
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken und die Schriften des jüdisch-römischen Historikers Flavius Josephus im Kontext der jüdischen „philosophischen Schulen“ (Pharisäer, Sadduzäer, Essener und die „vierte Schule“ des Judas und Sadduk). Ziel ist es, die Absichten hinter seinen Berichten zu analysieren, seine eigene Haltung gegenüber diesen Gruppierungen zu ergründen und die politischen sowie religiösen Hintergründe seiner Zeit, insbesondere die römische Herrschaft in Judäa, aufzuarbeiten.
IV.2.1.3 Bell. Iud. 2,8,2-13 / 119-161
Die in diesen Abschnitten dargestellte Beschreibung ist eine der Hauptstellen, an denen Josephus sich mit Geduld einem Bericht über die drei philosophischen Schulen widmet und sie in manchen Aspekten auch miteinander vergleicht. Es ist an dieser Stelle nun auffällig, dass das Schwergewicht ganz deutlich zugunsten der Essener spricht, denen er gleich zwölf Absätze (2-13) einräumt – die Pharisäer und Sadduzäer erhalten zusammen nur einen Absatz (14)! Diese Gewichtung findet sich in seinen Darstellungen, wenn auch in verschieden starker Ausprägung, immer wieder.
Hintergrund und Datierung. Der direkte Kontext spricht von einem „gewissen Galiläer Judas“, der seine Landsleute zur Zeit des ritterlichen Landpflegers Coponius, der nun über das ehemalige Gebiet des Archelaus herrschte, zum Abfall verleitete. Archelaus verlor nach neunjähriger Herrschaft als Ethnarch von Judäa (zusammen mit den Gebieten Samaria und Idumäa inkl. der Städte Cäsarea, Sebaste (Samaria), Joppe und Jerusalem) im Jahre 6 n. Chr. auf Anweisung des Kaisers Augustus sein Amt wegen ungerechtfertigter Grausamkeit und Gewalttätigkeit.
I EINFÜHRUNG UND METHODIK: Diese Einleitung definiert das Forschungsziel, die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der josephischen Texte und klärt die Terminologie rund um den Begriff „Schule“.
II POLITISCH-RELIGIÖSE HINTERGRÜNDE: Das Kapitel beleuchtet die politische Situation unter dem Prinzipat des Augustus und die spezifischen Herausforderungen innerhalb der Provinz Judäa sowie das römische Verständnis von Religion und Toleranz.
III FLAVIUS JOSEPHUS – LEBEN UND WERK: Hier wird der Lebenslauf des Flavius Josephus nachgezeichnet und die Zuverlässigkeit sowie die Intentionen seiner Werke (Bellum, Antiquitates, Vita, Contra Apionem) kritisch hinterfragt.
IV DIE PHILOSOPHISCHEN SCHULEN DER JUDEN: Dieser Hauptteil analysiert die Entstehung, Ausrichtung und die spezifischen Lehrmeinungen der Sadduzäer, Pharisäer und Essener auf Basis der Berichte des Josephus.
V ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, vergleicht die Schulen tabellarisch und zieht ein Resümee über die Bedeutung des Josephus als Historiker der jüdischen Philosophie.
Flavius Josephus, Pharisäer, Sadduzäer, Essener, Judentum, Römische Geschichte, Tempel von Jerusalem, Antike Historiographie, Apologetik, Schicksalslehre, Jüdischer Krieg, Religionspolitik, Augustus, Schule, Sekte.
Die Diplomarbeit untersucht die historischen Aussagen des Flavius Josephus zu den verschiedenen religiös-philosophischen Schulen des Judentums im 1. Jahrhundert n. Chr.
Zentral sind die Darstellung der Pharisäer, Sadduzäer und Essener, das Leben und Wirken des Historikers Josephus selbst sowie die politischen Spannungsfelder zwischen der jüdischen Bevölkerung und der römischen Besatzungsmacht.
Ziel ist es, die apologetischen Absichten des Josephus aufzudecken, zu klären, warum er die Schulen unterschiedlich gewichtet, und zu untersuchen, wie er das Judentum gegenüber einer römischen Leserschaft zu legitimieren versuchte.
Die Arbeit nutzt eine chronologisch-kompilatorische Vorgehensweise, bei der die Schriften des Josephus systematisch im Kontext ihrer Entstehungsgeschichte untersucht werden, unterstützt durch aktuelle quellenkritische Literatur.
Der Hauptteil widmet sich detailliert der Entstehung der Parteien, ihrer politischen Rolle, ihren Lehrmeinungen zu Schicksal und Vorsehung sowie den Berichten über spezifische Vertreter wie Judas den Essener oder Manaëm.
Die zentralen Schlagworte umfassen Flavius Josephus, die drei jüdischen Hauptparteien, das politische Umfeld des römischen Reiches sowie die theologische Auseinandersetzung mit Schicksal und Unsterblichkeit.
Dies deutet auf eine hohe Sympathie des Josephus für die asketischen Prinzipien der Essener hin, die er in seinen Werken als ein moralisches Ideal darstellt.
Josephus grenzt diese Gruppierung als „rebellisch“ und „illegitim“ von den traditionellen Schulen ab, um das offizielle Judentum von den für den Jüdischen Krieg mitverantwortlichen Extremisten zu entlasten.
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