Bachelorarbeit, 2008
55 Seiten, Note: 1,65
1. Einleitung
2. Eine geschlechtsspezifische Perspektive
2.1 Frauen und Migration als Forschungsthema
2.2 Motive und Formen der Migration
2.3 „Abhängige-“ im Unterschied zu „Unabhängiger“ Migration
3. Geschichtliches
3.1 Die Massenbeschäftigung von „Gastarbeitern“ in Deutschland
3.2 Problematiken der 1. Generation türkischer ArbeitsmigrantInnen in Deutschland
3.3 Die Frauen der 1. Generation
3.4 Ein Leben in Deutschland und die Folgegenerationen
4. Ein Leben zwischen oder mit zwei Welten -Mädchen und junge Frauen mit türkischem Migrationshintergrund heute-
4.1 Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund als Forschungsthema
4.2 Mädchen und jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund in der BRD unter dem Aspekt der Sozialisation
4.2.1 Begriffsbestimmung: Sozialisation
4.2.2 Die Bedeutung der „türkischen Familie“ im Fokus der Öffentlichkeit
4.2.3 Die Bedeutung der „Familie“ und der elterlichen Erziehung für Mädchen und junge Frauen mit türkischem Migrationshintergrund
4.2.4 Sozialisationsinstanz Schule und die Bildung
4.2.5 Freizeit und Freundschaften
4.2.6 Die Religiosität oder der Islam und die Bedeutung des Kopftuches
5. Die Relevanz für die Soziale Arbeit
6. Schluss
Diese Bachelor-Thesis untersucht die Lebensrealität von Mädchen und jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland. Ziel der Arbeit ist es, stereotype Wahrnehmungen zu hinterfragen, die Vielfältigkeit der Lebensstrategien aufzuzeigen und einen ressourcenorientierten Blick für die Soziale Arbeit zu etablieren.
Die Bedeutung der „Familie“ und der elterlichen Erziehung für Mädchen und junge Frauen mit türkischem Migrationshintergrund
Die folgende Bearbeitung stützt sich weitestgehend auf zwei sehr unterschiedliche Ansätze zur Darstellung der Lebenswelten der betreffenden Gruppe. Mitra Payandeh verfolgt weiterhin den durchaus üblichen Ansatz bei der „traditionellen türkischen Familie“, beruft sich damit jedoch ausschließlich auf die „zweite Generation“ (2002: 66ff). Dem gegenüber steht eine relativ neue und umfangreiche Untersuchung von Ursula Boos-Nünning und Yasemin Karakasoglu in welcher neben Mädchen und jungen Fauen mit griechischem, jugoslawischem und italienischem Hintergrund und Mädchen aus Aussiedlerfamilien auch 213 ledige, kinderlose Mädchen und junge Frauen mit türkischem Migrationshintergrund im Alter zwischen 15 und 21 Jahren zu ihren Lebenssituationen befragt wurden (vgl. 2005: 32ff). Während Payandeh als Betrachterin von Außen auf die Lebenssituationen in den Familien der betreffenden Gruppe schaut, beschreiben Boos-Nünning und Karakasoglu mit ihrer Forschungsarbeit die Sicht der Mädchen und jungen Frauen heute auf ihre Lebenswelten. Zweite und dritte Generation können hier nicht einer klaren Trennung unterliegen, da die Grenzen wie bereits unter Punkt 4.4 erwähnt weitestgehend fließend sind.
Mädchen mit türkischem Migrationshintergrund erfahren nach Payandeh (2002: 66) „Im Vergleich zu ihren Brüdern (…) nicht nur in der Türkei, sondern auch in Deutschland eine besonders durch väterliche Autorität geprägte Erziehung“. Damit stütz sich Payandeh auf eine traditionell-patriarchalisch bestimmte Familienstruktur. Boos-Nünning und Karakasoglu hingegen machen einen Wandel der türkischen Migrationsfamilien bezüglich der Geschlechterrollen aus, der sich nicht in Form von Individualismus und Selbständigkeit wie in westlichen Industriegesellschaften üblich ausdrückt, sondern vielmehr auf gleiche Erwartungen an Töchter und Söhne hinsichtlich der Bildung und der Unterstützung der Eltern richtet.
1. Einleitung: Diese Arbeit analysiert die Lebenswelten von Mädchen und jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund, um gängige Stereotype kritisch zu hinterfragen.
2. Eine geschlechtsspezifische Perspektive: Das Kapitel beleuchtet die Migration aus frauenspezifischer Sicht und unterscheidet zwischen abhängigen und unabhängigen Migrationsformen.
3. Geschichtliches: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung der türkischen Arbeitsmigration in Deutschland von den Anfängen der Gastarbeit bis hin zu den Folgegenerationen.
4. Ein Leben zwischen oder mit zwei Welten: Hier wird der Fokus auf die Sozialisation von Mädchen und jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund unter Berücksichtigung von Familie, Schule, Freizeit und Religion gelegt.
5. Die Relevanz für die Soziale Arbeit: Das Kapitel diskutiert den staatlichen Auftrag und die notwendige Ausrichtung der Sozialen Arbeit auf einen ressourcenorientierten Ansatz.
6. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines Perspektivwechsels in der Forschung und Praxis.
Lebensrealität, Migration, Türkischer Migrationshintergrund, Mädchen und junge Frauen, Sozialisation, Familie, Geschlechterrollen, Identitätsentwicklung, Integration, Soziale Arbeit, Ressourcenorientierung, Bildung, Religiosität, Kopftuch, Adoleszenz
Die Arbeit untersucht die Lebensrealität von Mädchen und jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund und hinterfragt dabei gängige stereotype Zuschreibungen der Mehrheitsgesellschaft.
Zentrale Schwerpunkte sind die geschichtliche Migration, Sozialisationsinstanzen wie Schule und Familie, sowie die Bedeutung von Identität, Religiosität und Freizeitgestaltung.
Das Hauptziel ist es, einen ressourcenorientierten Perspektivwechsel anzuregen, der über das Bild der „unterdrückten Türkin“ hinausgeht und die individuellen Lebensstrategien der Frauen würdigt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse aktueller Studien, insbesondere der Untersuchungen von Boos-Nünning und Karakasoglu, um die Perspektive der betroffenen Mädchen und jungen Frauen abzubilden.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Sozialisation in türkischen Migrationsfamilien, die schulische Bildung, Freizeitverhalten sowie die Rolle des Islam und des Kopftuchs für die Identitätsfindung.
Wichtige Begriffe sind Migration, Lebensrealität, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Geschlechterrollen, Ressourcenorientierung und türkischer Migrationshintergrund.
Die Arbeit zeigt, dass die erste Generation oft stark durch Arbeitsmigration geprägt war, während die Folgegenerationen sich in einem komplexen Spannungsfeld zwischen Herkunfts- und Aufnahmekultur bewegen.
Es bedeutet, weg von einer reinen „Defizit-Betrachtung“ (z.B. Probleme in der Familie) hin zur Stärkung der Kompetenzen und Potenziale der Mädchen und jungen Frauen zu arbeiten.
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