Bachelorarbeit, 2008
77 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Empfehlungssysteme
2.2 Typologisierung von Kaufentscheidungen
2.3 Heuristiken
3 Kundenverhalten im Internet
3.1 Auswirkungen des Internets auf das Kundenverhalten
3.2 Auswirkungen von Empfehlungssystemen auf Kaufentscheidungen
3.3 Gefahr von heuristischen Effekten
4 Empirische Analyse des Auftretens von Heuristiken in Empfehlungssystemen
4.1 Methode
4.1.1 Untersuchungsdesign
4.1.2 Instrumente und Messgeräte
4.1.3 Stichprobenkonstruktion
4.1.4 Untersuchungsdurchführung
4.2 Ergebnisse
4.2.1 Stichprobenbeschreibung
4.2.2 Datenanalyse
4.2.3 Auftreten und Moderatorvariablen der Repräsentativitätsheuristik
4.2.4 Auftreten und Moderatorvariablen der Verfügbarkeitsheuristik
4.2.5 Ergebnisse des Kundenverhaltens bei Produktbewertungen
5 Übertragung der empirischen Ergebnisse auf die Kaufentscheidungstypen
5.1 Auswirkungen der Heuristiken auf Kaufentscheidungen
5.2 Rolle der Moderatorvariablen und Verbesserungsmaßnahmen
6 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen heuristischer Effekte in Empfehlungssystemen auf das Kaufentscheidungsverhalten von Internetnutzern. Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, ob und wie verschiedene Heuristiken (insbesondere die Repräsentativitäts- und Verfügbarkeitsheuristik) zu suboptimalen Kaufentscheidungen führen und durch welche Einflussfaktoren (Moderatorvariablen) diese Prozesse beeinflusst werden.
Repräsentativitätsheuristik
„Repräsentativität meint die Übereinstimmung zwischen Prototyp und Element und das entsprechende Urteil darüber, ob ein Element der Kategorie des Prototyps angehört oder nicht.“ In einer Entscheidungs- oder Beurteilungssituation wird von der jeweiligen Person also nach Übereinstimmungen der regelnden Faktoren und der wesentlichen Parameter gesucht. Vereinfacht ausgedrückt: Wie ist der Zusammenhang von Objekt (A) zu einer Objektklasse (B)? oder: Gehört die Stichprobe zu der Grundgesamtheit?.
Das Auftreten der Repräsentativitätsheuristik zeigt sich durch den Effekt, dass Prototypen oder Stichproben fälschlicherweise als repräsentativ eingeschätzt werden und dadurch suboptimale Entscheidungen getroffen werden. Dies ist dann der Fall, wenn die Entscheider die Wahrscheinlichkeiten von Ereignissen falsch beurteilen oder die Stichprobengröße nicht beachten.
Untersucht wurde die Repräsentativitätsheuristik von Tversky und Kahneman 1971 in mehreren Experimenten. Exemplarisch hierfür ist ein Experiment zur Schätzung des Intelligenzquotienten (IQ). Vorgegeben wurde die Information, dass der durchschnittliche IQ bei 100 liegt. Darüber hinaus wurden die Probanden informiert, dass eine Stichprobe mit einer Grundgesamtheit von n=50 Personen erfolgt sowie, dass die erste Person einen IQ von 150 aufweist. Die Einschätzung der Probanten ergab, dass der durchschnittliche IQ der Gesamtstichprobe bei 100 liegen würde. Korrekt wäre allerdings 101, da ein Ausreißer mit einem IQ von 150 den Mittelwert entsprechend verändern würde. Es wurde aus einer kleinen Menge an Informationen auf die Grundgesamtheit geschlossen, was zu fehlerhaften Schlussfolgerungen führte.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, Zielsetzung der Untersuchung heuristischer Effekte in Empfehlungssystemen und methodisches Vorgehen.
2 Grundlagen: Definition und Erläuterung der zentralen Theorieteile: Empfehlungssysteme, Typologisierung von Kaufentscheidungen sowie grundlegende Heuristiken.
3 Kundenverhalten im Internet: Analyse der Auswirkungen des Internets und von Empfehlungssystemen auf den Kaufprozess sowie Diskussion der Gefahren durch heuristische Effekte.
4 Empirische Analyse des Auftretens von Heuristiken in Empfehlungssystemen: Darstellung der methodischen Vorgehensweise der Online-Studie und Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Repräsentativitäts- und Verfügbarkeitsheuristik.
5 Übertragung der empirischen Ergebnisse auf die Kaufentscheidungstypen: Synthese der theoretischen Ansätze mit den empirischen Daten zur Lokalisierung von Gefahrenpotentialen und Darstellung von Verbesserungsansätzen.
6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Kernfrage und Identifikation von weiterem Forschungsbedarf.
Empfehlungssysteme, Kaufentscheidung, Internet, Heuristiken, Repräsentativitätsheuristik, Verfügbarkeitsheuristik, Verankerungsheuristik, Konsumentenverhalten, Informationsökonomisches Dreieck, Moderatorvariablen, Fehlentscheidung, Information Overload, E-Commerce, Online-Marketing, empirische Analyse.
Die Arbeit untersucht, wie heuristische Effekte in internetbasierten Empfehlungssystemen das Entscheidungsverhalten von Konsumenten beeinflussen und zu Fehlentscheidungen führen können.
Die zentralen Felder sind die Funktionsweise von Empfehlungssystemen, verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorien (Heuristiken) und der Kaufentscheidungsprozess im Kontext des E-Commerce.
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit heuristische Effekte Kaufentscheidungstypen beeinflussen und ob diese Effekte durch Maßnahmen in Empfehlungssystemen reduziert werden können.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse für den theoretischen Rahmen und einer quantitativen onlinebasierten Querschnittsuntersuchung zur empirischen Validierung der Thesen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der drei „Theoriesäulen“ (Systeme, Kaufentscheidungen, Heuristiken) sowie die detaillierte empirische Analyse und deren Transfer in die Praxis.
Die Arbeit wird charakterisiert durch den Fokus auf „Heuristiken“, „Empfehlungssysteme“, „Kaufentscheidungen“ und die empirische Messung von „Moderatorvariablen“.
Sie wurde anhand von Hotel-Empfehlungslisten untersucht, wobei der Fokus darauf lag, ob Konsumenten irrtümlich auf Basis einer geringen Anzahl an Bewertungen entscheiden.
Die Maßnahmen zeigten teilweise eine Reduktion der heuristischen Effekte (z.B. durch Kenntlichmachung von Bewertungen), wobei dies jedoch nicht bei allen Heuristiken gleichermaßen wirksam war.
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