Masterarbeit, 2022
100 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Der homo psychologicus und seine analytische Hebelkraft
3 Außenpolitik in Zeiten Merkels (2005 – 2021)
4 Europas Machtposition in der Weltpolitik während Merkels Kanzlerinnenschaft
5 (Neu-)Bewertung der Bedeutung Merkels für Europas weltpolitische Machtposition
Die vorliegende Masterarbeit untersucht das Einflusspotenzial der Persönlichkeit Angela Merkels auf Europas Machtposition in der Weltpolitik zwischen 2005 und 2021 mittels eines personenbezogenen Analyseansatzes der Politischen Psychologie.
3.1.1 Operational Codes
Die politischen Überzeugungen Merkels lassen sich durch einen Vergleich mit den OC-Werten der bisherigen Bundeskanzler einordnen. Hierbei wurden die Mittelwerte zu den ersten beiden philosophischen und instrumentellen Überzeugungen zusammengetragen, die sich wie auch die Merkel-Studie aus Sprechakten zu allgemeinen außenpolitischen sowie sicherheits-, handels-, europa- und entwicklungspolitischen Themen zusammensetzen:
Die Tabelle zu Merkel bietet mittels des Kodierungsschemas von “ProfilerPlus“ über die OC-Mittelwerte hinaus die detaillierten Werte zur Entstehung der letztendlichen Outputs (I1, I2, P1, P2), d.h. die in den Sprechakten genutzten Verben positiver und negativer Kategorien.
Hinsichtlich der instrumentellen Überzeugungen (I1, I2), also jenen Überzeugungen, die sich auf den politischen “Instrumentenkasten“ einer politischen Persönlichkeit und damit auf sie selbst bezieht, lässt sich konstatieren, dass M kooperative Strategien verfolgt (0,611) und sich bei diesem “master belief“ (I1) nicht von vorherigen Bundeskanzlern unterscheidet. Dieser hohe Wert schlägt sich besonders in oft genutzten Verben der Kategorie “self appeal“ nieder, also in Verben, die auf die eigene Strategie abzielen und damit die eigene Betrachtungsweise in Entscheidungsprozessen hinterfragt.
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an Angela Merkels Einfluss auf Europas weltpolitische Machtposition und begründet die methodische Wahl eines politisch-psychologischen Analyseansatzes.
2 Der homo psychologicus und seine analytische Hebelkraft: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der personenbezogenen Analyse in der Außenpolitik und führt die Methoden des Operational Code- und Leadership Trait-Ansatzes ein.
3 Außenpolitik in Zeiten Merkels (2005 – 2021): Hier wird Merkels politisches Profil anhand ihrer biografischen Hintergründe und der quantitativen Auswertung ihrer Sprechakte unter Berücksichtigung der Normgruppen erstellt.
4 Europas Machtposition in der Weltpolitik während Merkels Kanzlerinnenschaft: Das Kapitel verknüpft das erstellte Persönlichkeitsprofil mit konkreten außenpolitischen Handlungsfeldern wie der Nord Stream-Pipeline, dem Ukraine-Konflikt und dem Investitionsabkommen mit China.
5 (Neu-)Bewertung der Bedeutung Merkels für Europas weltpolitische Machtposition: Das Schlusskapitel resümiert Merkels Rolle als Akteurin in der Weltpolitik und diskutiert die Erkenntnisse der Arbeit in Bezug auf die machttheoretische Forschung der Internationalen Beziehungen.
Angela Merkel, Außenpolitik, Europäische Union, Politische Psychologie, Operational Code-Ansatz, Leadership Trait-Ansatz, Weltpolitik, Machtposition, Nord Stream, Russland-Ukraine-Konflikt, Leadership, Persönlichkeitsanalyse, Geopolitik, Regierungsstil, transatlantische Beziehungen.
Die Arbeit untersucht den Einfluss der individuellen Persönlichkeit Angela Merkels auf die machtpolitische Gestaltung der Europäischen Union in der Weltpolitik während ihrer Amtszeit.
Die Schwerpunkte liegen auf der Außenpolitik der EU, der psychologischen Profilbildung von Führungspersonen und konkreten außenpolitischen Fallbeispielen.
Ziel ist es, den Einflussgrad von Merkels Persönlichkeit auf Europas Machtposition zu identifizieren, indem ihre politischen Handlungen mit ihrem Persönlichkeitsprofil in Verbindung gesetzt werden.
Es wird eine Kombination aus qualitativer Literaturanalyse und quantitativen Profiling-Ansätzen (Operational Code-Analyse und Leadership Trait-Analyse) genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Erstellung des Persönlichkeitsprofils Merkels und deren anschließende Anwendung auf zentrale Fallbeispiele wie die Energiepolitik und den russisch-ukrainischen Konflikt.
Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Angela Merkel, Europäische Union, Politische Psychologie, Machtposition, Operational Code und Leadership Traits.
Die Arbeit legt nahe, dass ihre Erfahrung in der DDR zu einer tieferen Perzeption Russlands führte, die sowohl eine pragmatische Herangehensweise als auch ein ambivalentes Verhältnis zu russischen Einflussnahmen auf Europa prägte.
Die quantitative Analyse ergab einen niedrigeren Wert für konzeptionelle Komplexität als in der biografischen Literatur oft unterstellt, was auf einen eher pragmatischen und aufgabenorientierten, statt rein theoretisch-komplexen Entscheidungsstil hindeutet.
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