Examensarbeit, 2008
158 Seiten, Note: 1
0 Einleitung
1 Motivation, Berufswahlmotivation und der ethnographische Kontext
1.1 Begriffseinschränkung: Berufswahlmotivation
1.2 Berufswahlmotivation im ethnographischen Kontext
1.3 Zusammenfassung
2 Ausländer, Migration, Migrationshintergrund – eine Einführung
2.1 Migration
2.2 Kommunikationsmechanismus „Ethnisierung“
2.3 Wissenschaftlicher Diskurs zu Migration, Integration und Bildung
2.4 Aktuelle Tendenzen und Einordnung des hiesigen Forschungsprojektes
3 Bildungsbenachteiligung, Migration, und PISA-Schock: Mängel des deutschen Bildungssystems
3.1 Institutionelle Manifestierung des Problems der Bildungsbenachteiligung
3.2 Bildungsbenachteiligung und die Zielgruppe
3.3 Menschen mit Migrationshintergrund für den Lehrerberuf gewinnen
4 Das methodische Untersuchungsdesign
4.1 Festlegung der Sozialen Situation und Wahl des Samples
4.2 Interview
5 Ergebnisse
5.1 Motivation für den Lehrerberuf
5.2 Bildungsverläufe, Herausforderungen und Hürden
5.2.1 Lehrer
5.2.2 Die Stellung des Lehrers in der Türkei
5.2.3 Der Stellenwert von Bildung im Leben der Probanden
5.2.4 Umgang mit Bildungsbenachteiligung, Bildungssystem und Chancengleichheit
5.3 Selbstverortung der Probanden
5.4 Diskriminierungserfahrungen
5.4.1 Reaktionen von Schülern, Eltern, Lehrern aus der Perspektive der Probanden
5.4.2 Lehrerangst und die Zielgruppe
5.4.3 Der eigene Migrationshintergrund als Chance
5.5 Die Vorbildfunktion als Motiv
5.6 Zusammenfassung
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berufswahlmotivation von Lehramtsstudenten mit türkischem Migrationshintergrund. Angesichts der Unterrepräsentanz dieser Gruppe in deutschen Schulen analysiert die Studie, wie bildungserfolgreiche Individuen ihren eigenen Werdegang, Diskriminierungserfahrungen und das deutsche Bildungssystem bewerten und inwiefern diese Faktoren ihre Entscheidung für den Lehrerberuf beeinflussen.
2.1 Migration
Den Menschen ist es heutzutage, nicht zuletzt aufgrund der Zugänglichkeit von Verkehrsmitteln verschiedenster Art und der fortschreitenden Globalisierung, einfacher denn je, ihre ursprünglichen Lebensverhältnisse aufzugeben und ihren Lebensmittelpunkt sowohl innerhalb nationaler Grenzen als auch international zu verlagern (vgl. Dabisch 2005). Solche Wanderungen bzw. Migrationsprozesse sind ein Urphänomen der menschlichen Geschichte und haben auch in der heutigen Gesellschaft eine hohe Bedeutung. Die daraus entstehenden Unterschiede und Ungleichheiten in einer Gesellschaft sind historisch gesehen nichts Neues:
Mehr noch: Sie gehören zum Menschsein dazu. Sie sind nicht nur Folge äußerer Bedingungen, sondern auch Ausdruck der Freiheit eines jeden von uns, unserer unterschiedlichen Entscheidungen und der daraus folgenden Ergebnisse. Die Herstellung völliger Gleichheit ist weder möglich noch wünschenswert. Unterschiede und Ungleichheiten machen die Vielfalt unserer Gesellschaft aus, und sie spornen zu Leistung und Anstrengung an. Wenn Ungleichheiten allerdings zu groß werden, wenn sie für den Einzelnen unüberwindlich erscheinen, oder wenn sie nicht erkennbar durch Leistung gerechtfertigt sind, dann können sie auch dazu führen, dass Menschen sich nicht mehr anstrengen; dass sie sich ausgeschlossen fühlen; dass sie das Land und die Gesellschaft, in der sie leben, nicht mehr als die ihren betrachten. (Köhler 2008, 1ff.).
Migration wird in dem Migrationsbericht der Bundesregierung als räumliche Bewegung zur Veränderung des Lebensmittelpunktes von Personen und Personengruppen über eine sozial bedeutsame Entfernung definiert (2005). Hierbei werden zwei Formen der Migration unterschieden: die nationale und die internationale. Bei der internationalen Migration handelt es sich um die Verlagerung des Lebensmittelpunktes über die Grenzen eines Nationalstaates hinaus (ebd.). Sie bildet im Kontext der Begriffsverwendung „Migration“ in dieser Arbeit den Hauptgegenstand, da das im empirischen Teil dieser Arbeit betrachtete Sample mit seinem Migrationshintergrund Türkei in diese Kategorie fällt.
0 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Seltenheit von Lehrern mit Migrationshintergrund in Deutschland und stellt die Forschungsfrage zur Berufswahlmotivation sowie den methodischen Zugang über ethnographische Interviews vor.
1 Motivation, Berufswahlmotivation und der ethnographische Kontext: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen zur Motivation und grenzt den Begriff für die spezifische Zielgruppe der Lehramtsstudierenden ab.
2 Ausländer, Migration, Migrationshintergrund – eine Einführung: Es erfolgt eine theoretische Einbettung der Migrationsbegriffe und ein geschichtlicher Abriss der Migrationsforschung in Deutschland.
3 Bildungsbenachteiligung, Migration, und PISA-Schock: Mängel des deutschen Bildungssystems: Hier werden die Ergebnisse internationaler Leistungsstudien analysiert, die das deutsche Bildungssystem als selektiv und sozial benachteiligend identifizieren.
4 Das methodische Untersuchungsdesign: Dieser Abschnitt beschreibt die Anwendung der ethnographischen Methode, die Auswahl des Samples sowie das Interviewdesign.
5 Ergebnisse: Die zentralen Interviewergebnisse werden kategorisiert und analysiert, insbesondere hinsichtlich Bildungsbiographien, Diskriminierung und Berufswahlmotiven.
6 Fazit: Das Fazit reflektiert die Untersuchungsergebnisse und betont die Bedeutung von Lehrern mit Migrationshintergrund als Identifikationsfiguren für eine gerechtere Schullaufbahn.
Berufswahlmotivation, Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, ethnographische Studie, PISA, Integration, Lehrerberuf, Diskriminierung, Schulerfolg, Bildungssystem, Identitätsentwicklung, Vorbildfunktion, interkulturelle Kompetenz, Selektion.
Die Arbeit untersucht die Motivation von Lehramtsstudierenden mit türkischem Migrationshintergrund, den Lehrerberuf in Deutschland zu ergreifen.
Die Studie beleuchtet die eigene Bildungsbiographie der Studierenden, deren Erfahrungen mit Diskriminierung und deren Sicht auf das deutsche Bildungssystem.
Das Ziel ist es zu verstehen, wie die Probanden ihre kulturelle Identität wahrnehmen und wie sie als angehende Lehrer zur Chancengleichheit und Integration beitragen wollen.
Die Arbeit basiert auf einem ethnographischen Forschungsansatz, wobei leitfadengestützte Interviews mit sieben Studierenden durchgeführt und qualitativ ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Migrationsforschung, eine Analyse der Mängel des deutschen Bildungssystems und die empirische Auswertung der Interviews.
Alle befragten Probanden gelten als bildungserfolgreich und setzen sich kritisch mit den Barrieren des dreigliedrigen Schulsystems auseinander.
Die Probanden sehen sich als authentische Rollenvorbilder, die Schülern mit Migrationshintergrund zeigen können, dass Bildungserfolg in Deutschland möglich ist.
Viele der Studierenden berichten von negativen Erfahrungen im Bildungssystem, nutzen diese jedoch konstruktiv, um als zukünftige Lehrkräfte gerechter zu handeln.
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