Masterarbeit, 2021
165 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Definitionen der Sprachregister Alltagssprache, Fachsprache, Schulsprache und Bildungssprache
2.1.1 Merkmale der Bildungssprache
2.1.2 Bildungssprachlicher Wortschatz
2.2 Sprachsensibler Fachunterricht
2.2.1 Sprache und Bildungserfolg
2.2.2 Sprachsensibler Sachunterricht
2.3 Scaffolding als Konzept des sprachsensiblen Fachunterrichts
2.3.1 Makro- Scaffolding
2.3.2 Mikro- Scaffolding
2.3.3 Phasen der Umsetzung von Scaffolding
3. Aktueller Forschungsstand
3.1 Sprachsensibler Fachunterricht
3.2 Bildungssprache
3.3 Bildungssprache und Mehrsprachigkeit
3.4 Bildungssprachlicher Wortschatz
3.5 Scaffolding
4. Herleitung der Fragestellung
5. Untersuchungsmethode
5.1 Forschungsdesign und Stichprobe
5.2 Erhebungsmethode und Erhebungsinstrument
5.3 Auswertungsmethode
5.4 Das Kategoriensystem
5.5 Gütekriterien der qualitativen Forschung
6. Darstellung der Ergebnisse
6.1 Rolle der Sprache im Sachunterricht
6.2 Sprachsensibler Sachunterricht
6.3 Scaffolding
6.4 Alltags- und Bildungssprache
6.5 Bildungssprachlicher Wortschatz
7. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
7.1 Einordnung der Ergebnisse in den Stand der Forschung
7.2 Implikationen für die Praxis
7.3 Methodenkritische Diskussion
8. Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Perspektiven von Lehrkräften auf den Einsatz von Scaffolding im Sachunterricht der Primarstufe zu analysieren, um zu verstehen, wie sie diese Methode nutzen, um bildungssprachlichen Wortschatz systematisch zu fördern.
Die Rolle von Scaffolding als förderpädagogisches Konzept
Ursprünglich stammt der Begriff ‚Scaffolding‘ aus der Erstspracherwerbsforschung von Wood, Bruner und Ross (1976, S. 90), die Unterstützungsmaßnahmen auf sprachlicher Ebene während der Interaktion zwischen Eltern und ihrem Kleinkind erforschten. Diese überwiegend sprachlichen Unterstützungsmaßnahmen implizieren eine ,,vorübergehende Hilfestellung‘‘ und werden deswegen als ,,Baugerüst‘‘ bezeichnet (Kniffka, 2010, S. 1).
Wenn ein Kind dazu fähig ist, sprachliche Handlung ohne Unterstützung zu vollziehen, dann wird das Gerüst entfernt (ebd.). Hierbei spielt die ,Zone der nächsten Entwicklung‘ (ZNE) nach Lev Vygotsky (1978, S. 79) eine elementare Rolle. Demnach kann der Lernprozesse eines Kindes beschleunigt werden, indem eine soziale Interaktion mit anderen kompetenten Personen stattfindet, die das Kind dabei unterstützen, Aufgaben zu bewältigen, die über die Zone seiner aktuellen Entwicklung hinausgehen (Vygotsky, 1978, S. 85f). Somit übernimmt das Kind die Fähigkeiten einer sachkundigen Person und entwickelt sich entsprechend weiter (ebd.).
Der Ansatz nach Wood, Bruner und Ross (1976) und die Berücksichtigung der ZNE können als Ausgangspunkte bezeichnet werden, an denen Gibbons (2002, S. 8) ein förderpädagogisches Konzept etablierte. Scaffolding definiert Gibbons wie folgt:
This sociocultural approach to learning recognizes that with assistance, learners can reach beyond what they can do unaided, participate in new situations, and take on new roles. […] This assisted performance is encapsulated in Vygotsky's notion of the zone of proximal development, or ZPD, which describes the 'gap' between what learners can do alone and what they can do with help from someone more skilled. This situated help is often known as scaffolding (2009, S. 15).
Nach dieser Definition sollen insbesondere Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund unterstützt werden, um neue Fähigkeiten, Inhalte und Konzepte sprachlich und fachlich erschließen zu können. Beim Scaffolding geht es nicht nur darum, Hilfe anzubieten, sondern ein ,,temporäres Gerüst aufzubauen, um es Lernenden zu ermöglichen, sich neue Fertigkeiten anzueignen und neue Konzepte zu entwickeln‘‘ (ÖSZ, 2015, S. 12). Wenn Schülerinnen und Schüler eine Aufgabe eigenständig bewältigen können, dann wird dieses Gerüst abgebaut bzw. neu zusammengesetzt (Cameron, 2001, S. 8; Kniffka, 2010, S.1).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Sprachförderung im Sachunterricht ein, benennt Scaffolding als zentrales Rahmenkonzept und umreißt die Struktur der Arbeit.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden Definitionen zu Sprachregistern, zum sprachsensiblen Fachunterricht sowie zum Konzept des Scaffoldings und dessen praktische Umsetzung erläutert.
3. Aktueller Forschungsstand: In diesem Kapitel werden relevante Studien und Projekte zur Sprachbildung und zum Scaffolding im Fachunterricht diskutiert, um den wissenschaftlichen Rahmen zu setzen.
4. Herleitung der Fragestellung: Das Kapitel verknüpft den Forschungsstand mit der zentralen Fragestellung der Arbeit und präzisiert die individuellen Unterfragestellungen.
5. Untersuchungsmethode: Dieser Abschnitt beschreibt das explorative Forschungsdesign, die qualitative Befragung von Lehrkräften sowie die Auswertung anhand der Inhaltsanalyse nach Mayring.
6. Darstellung der Ergebnisse: Hier werden die generierten Daten der Interviews chronologisch nach den Kategorien aufbereitet und mit Zitaten belegt.
7. Interpretation und Diskussion der Ergebnisse: Die Befunde werden in den theoretischen Kontext eingeordnet und methodenkritisch reflektiert, wobei Implikationen für die Schulpraxis abgeleitet werden.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Dieses abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und zeigt Potenziale für zukünftige Forschungsbedarfe auf.
Sprachsensibler Fachunterricht, Scaffolding, Sachunterricht, Bildungssprache, bildungssprachlicher Wortschatz, Grundschule, Lehrkräfte, Experteninterview, qualitatives Forschungsdesign, Sprachförderung, Inklusion, Differenzierung, Fachbegriffe, Operatoren, Migrationshintergrund
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Scaffolding als didaktische Methode im sprachsensiblen Sachunterricht an Grundschulen, um bildungssprachliche Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern gezielt zu fördern.
Die zentralen Themen sind Sprachregister, Scaffolding als Rahmenkonzept für den Unterricht, die Verzahnung von fachlichem Lernen mit sprachlicher Bildung sowie die Herausforderungen der Lehrkräfte im Umgang mit bildungssprachlichem Wortschatz.
Die zentrale Fragestellung lautet: „Inwieweit nutzen Lehrkräfte Scaffolding als Methode des sprachsensiblen Fachunterrichts, um den bildungssprachlichen Wortschatz im Sachunterricht zu fördern?“
Zur Beantwortung der Fragestellung wurde eine explorative Studie mit Expertinnen- und Experteninterviews durchgeführt, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Fachbegriffe und Konzepte, eine Darstellung des aktuellen Forschungsstandes sowie eine detaillierte Auswertung und Diskussion der empirisch gewonnenen Interviewdaten.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von theoretischem Wissen über Sprachförderkonzepte (wie Leisens sprachsensiblen Unterricht) mit der subjektiven Wirklichkeitsdimension von Lehrkräften in der täglichen Unterrichtspraxis aus.
Die Lehrkräfte identifizieren Operatoren als eine der zentralen Hürden für Schülerinnen und Schüler, da diese oft missverstanden werden, was zu fachlichen Fehlern führt – dies betrifft alle Kinder, unabhängig von ihrem Hintergrund.
Da die Vorbereitung sprachsensiblen Unterrichts zeitaufwendig ist, plädieren die Lehrkräfte für Kooperationen, um nachhaltige Methoden wie den "Wortspeicher" fächerübergreifend zu etablieren und so die Schülerinnen und Schüler besser zu entlasten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

