Magisterarbeit, 2008
98 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die elektrische Gitarre
2.1 Historische Grundlagen
2.2 Die E-Gitarre – Instrumentenbau und Funktionsweise
2.2.1 Die Tonabnehmer
2.2.2 Die Saiten
2.2.3 Der Korpus
2.2.4 Der Gitarrenverstärker
2.2.5 Die Lautsprecher
3. Der Sound des Pop
3.1 Vom Ton zum Sound
3.2 Sound auf Platte
3.3 Sound in der Wissenschaft
4. Die Analyse von Popmusik
4.1 Das Problem des Materials
4.2 Analysemethode nach Alan F. Moore
5. Der Sound der E-Gitarre in der Popmusik
5.1 Les Paul & Mary Ford – How high the moon
5.2 Bill Haley and His Comets – Rock around the clock
5.3 The Beatles – She loves you
5.4 Jimi Hendrix – Voodoo Child (Slight Return)
5.5 The Rolling Stones – Brown Sugar
5.6 Isaac Hayes – Theme from “Shaft“
5.7 The Eagles – Hotel California
5.8 Van Halen – Jump
5.9 Nirvana – Smells like teen spirit
5.10 Nickelback – How you remind me
6. Die Gitarre im Zeitalter ihrer digitalen Produzierbarkeit
7. Fazit & Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss der E-Gitarre auf die Evolution des Sounds in der Popmusik und analysiert, wie sich dieser Einfluss retrospektiv bewerten lässt, wobei insbesondere die technische Dimension der Klangerzeugung sowie die Rolle des Instruments in einem sich wandelnden, zunehmend digitalen Umfeld beleuchtet werden.
3.1 Vom Ton zum Sound
Grundlegend für das Verständnis des Begriffs Sound ist die Feststellung, dass alle Schallereignisse, die dem menschlichen Gehör vermittelt werden können, nichts anderes sind, als in Bewegung versetzte Luft und dass es akustisch keinen qualitativen Unterschied macht, ob man beispielsweise eine Stradivari mit dem Geigenbogen streicht oder mit selbigem auf sie einschlägt. Zu dieser Erkenntnis gelangte Hermann von Helmholtz 1863, bzw. in den Jahren davor, denn im Jahr 1863 veröffentlichte er die Ergebnisse seiner Studien unter dem Titel Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage der Theorie der Musik. Fast ein Jahrzehnt lang hatte Helmholtz mithilfe von Phonautographen, Stimmgabeln, Resonatoren und weiteren Werkzeugen zu ergründen versucht, was das besondere am musikalischen Klang, am Ton, wohl ausmache und nichts dergleichen entdeckt. Zumindest physiologisch ließ sich zwischen musikalischen Klängen und Geräuschen kein Unterschied entdecken und genau hierin liegt die Geburtsstunde des Sounds: Vor Helmholtz war Musik hehre Kunst und großes Werk, nach Helmholtz ist sie, wie alle Klänge und Geräusche, nur noch Schall. Die Trennung von Klang und Geräusch ist dabei nicht revolutionär neu, sie geht zurück auf den Begründer der Akustik, Joseph Sauveur, der schon 1702 feststellte, dass Musik nur eines von vielen Schallereignissen sein könnte. Zumindest aber wurde ein qualitativer Unterschied festgestellt, indem fortan Klänge als gleichmäßige und Geräusche als ungleichmäßige Schwingungen definiert wurden. Helmholtz räumt mit dieser Unterscheidung auf und erklärt sowohl den musikalischen Klang als auch das „unmusikalische“ Geräusch zu gleichberechtigten Schallereignissen.
Im gleichen Schritt beseitigt er den Ursprungsmythos der pythagoreischen Harmonielehre, indem er die Dissonanz bzw. Konsonanz von Mehrklängen anhand der resultierenden Schwebungen, sprich der Differenz der erklingenden Teilfrequenzen, erklärt und zu dem einfachen Schluss kommt, dass wenige Schwebungen einen harmonisch empfundenen, konsonanten Klang erzeugen im Gegensatz zum viele Schwebungen enthaltenden, dissonanten Klang.
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, definiert die erkenntnisleitenden Fragen und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Untersuchung.
2. Die elektrische Gitarre: Dieses Kapitel behandelt die historischen Grundlagen der Gitarrenvorläufer sowie die technischen Aspekte des Instrumentenbaus und der Funktionsweise, einschließlich Tonabnehmern, Saiten, Korpus, Verstärkern und Lautsprechern.
3. Der Sound des Pop: Das Kapitel widmet sich der vielschichtigen Definition des Begriffs Sound, der Entwicklung der Tonaufzeichnungstechnik und der wissenschaftlichen Einordnung des Sound-Phänomens.
4. Die Analyse von Popmusik: Hier werden die theoretischen Probleme der popmusikwissenschaftlichen Analyse erörtert und die Analysemethode nach Alan F. Moore, insbesondere das Vierschichtenmodell und die Sound Box, eingeführt.
5. Der Sound der E-Gitarre in der Popmusik: Anhand von zehn populären Beispielsongs von 1951 bis 2001 wird die Bedeutung der E-Gitarre für den jeweiligen Song und dessen Einordnung in den pophistorischen Kontext plausibel gemacht.
6. Die Gitarre im Zeitalter ihrer digitalen Produzierbarkeit: Dieses Kapitel thematisiert den Status der E-Gitarre in einer zunehmend digitalen Umgebung, sowohl hinsichtlich des Designs als auch der produktionstechnischen Aspekte.
7. Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle der E-Gitarre als Authentizität stiftendes Instrument angesichts der stetigen Veränderung von Produktionstechniken.
E-Gitarre, Popmusik, Sound, Tonaufzeichnungstechnik, Instrumentenbau, Analysemethode, Alan F. Moore, Jimi Hendrix, Verstärker, Röhrentechnik, digitale Musikproduktion, Musikwissenschaft, Klangfarbe, Saiteninstrumente, Musikgeschichte
Die Arbeit untersucht den entscheidenden Einfluss der elektrischen Gitarre auf die Entwicklung und Evolution des Sounds in der populären Musik über mehrere Jahrzehnte hinweg.
Zu den zentralen Themen gehören die technischen Voraussetzungen (Instrumentenbau und Verstärkertechnik), die wissenschaftliche Definition des Begriffs Sound sowie die Analyse spezifischer, erfolgreicher Songs der Popgeschichte.
Das Hauptziel ist es, die Rolle der E-Gitarre für die Klangästhetik der Popmusik zu bestimmen und retrospektiv zu bewerten, wie Innovationen dieses Instruments die moderne Musik geprägt haben.
Die Arbeit nutzt das Vierschichtenmodell und das Konzept der "Sound Box" von Alan F. Moore, um den Gesamtsound und die Funktion der E-Gitarre in ausgewählten Musikstücken analytisch zu durchdringen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von zehn Nummer-1-Hits aus den US-Charts (1951–2001) und analysiert deren klangliche Beschaffenheit sowie den Einsatz der E-Gitarre unter Verwendung von technischem Fachwissen.
Wichtige Begriffe sind E-Gitarre, Popmusik, Sound, Tonaufzeichnung, Verstärkertechnik, Jimi Hendrix, digitale Musikproduktion und musikalische Analyse.
Der "Universal Virtual Amplifier" ist ein vom Autor vorgeschlagenes, spielerisches Hilfsmittel, das auf den Reglern eines Gitarrenverstärkers basiert, um Gitarrensounds der untersuchten Songs virtuell nachzustellen und die technische Dimension des Klangs greifbarer zu machen.
Das Kapitel beleuchtet den Kontrast zwischen dem traditionellen, elektroakustischen Ideal der E-Gitarre (wie bei Jimi Hendrix) und den Möglichkeiten digitaler Musikproduktion, um aufzuzeigen, warum eine "sinnvolle" Digitalisierung des spezifischen E-Gitarren-Sounds trotz moderner Technik oft an seine Grenzen stößt.
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