Magisterarbeit, 2022
82 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Biographische Streiflichter
2.1 Herkunft und Jugend
2.2 Theologischer und beruflicher Werdegang
2.3 Letzte Jahre und Lebensabend
2.4 Theologisches Werk und Vermächtnis
3 Genese des Spaldingschen Predigtverständnisses anhand seiner Schrift Ueber die Nutzbarkeit des Predigtamtes und deren Beförderung (31791)
4 Homiletische und theologiegeschichtliche Analyse ausgewählter Predigten aus dem Barther Predigtbuch
4.1 Methodologische Vorentscheidungen und Vorbemerkungen
4.2 Der Trost an Gott bey dem menschlichen Elende (Ps 119,92) [15. Oktober 1771]
4.3 Die Erwartungen, welche wir uns von dem menschlichen Leben hier auf Erden machen müßen (Lk 18,31–43) [13. Februar 1774]
4.4 Der große Wert eines Lebens, welches zum Beßten anderer angewendet wird (Joh 10,12–16) [17. April 1774]
4.5 Das Werk des Geistes Gottes an dem Menschen (Eph 5,9) [3. Mai 1774]
4.6 Wie die Hoffnung des zukünftigen Lebens das gegenwärtige erleichtert (Mk 16,14–20) [15. Mai 1774]
5 Die Rezeption des Spaldingschen Pfarrideals und Predigtverständnisses in Literatur und Theologie
6 Resümee: Spaldings Predigtverständnis – ein Exempel für das protestantische Predigtverständnis in der Aufklärung?
7 Ausblick für die weitere Spalding-Forschung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Predigtverständnis von Johann Joachim Spalding, einem einflussreichen Vertreter der Neologie in der Spätphase der Aufklärung. Ziel ist es, Spaldings Kanzeldienst als Zentrum seiner pastoralen Tätigkeit zu analysieren und ihn mittels ausgewählter Predigten aus dem "Barther Predigtbuch" sowie seiner grundlegenden Schrift zur "Nutzbarkeit des Predigtamtes" historisch und theologisch in den Kontext der Aufklärungstheologie einzuordnen.
3.1 Äußere Quellenkritik
Aus der Perspektive der äußeren Quellenkritik handelt es sich bei der vorliegenden Quelle um eine schriftlich überlieferte homiletische Abhandlung des Neologen Johann Joachim Spalding, die er während seiner Berliner Dienstzeit (1764–1791) im Jahr 1772 erstmals publizierte.
In dieser Zeit versah Spalding dort eine Tätigkeit als Oberkonsistorialrat; zugleich war er der erste Pfarrer an der Nikolai- und Marienkirche.22 Diese liegt in unveränderter Gestalt vor und ist damit als Primärquelle aufzufassen. Spalding verfasste die Schrift mit der Intention, Predigenden eine „praktische“ Homiletik23 an die Hand zu geben, um den Angehörigen seines Berufsstandes sein aufklärungstheologisches Predigtverständnis nahezubringen (so unter anderem die ethische und moralische Unterweisung in der Predigt sowie die pädagogisch-katechetische Funktion des Predigtamtes).
Da es in dieser vordergründig um die Predigt, genauer gesagt um das Predigtamt als solches, geht, wurde diese von der neueren Aufklärungsforschung auch lange Zeit als „prinzipielle Homiletik in apologetischer Absicht“ bezeichnet. 24 Im gleichen Zuge versuchte man in ihm gleichsam „idealtypische Züge“ einer aufklärungstheologischen Pastoraltheologie zu erblicken und „es dementsprechend als hervorragendes exemplarisches Muster dieser Gattung aufzufassen.“25 Christian Albrecht weist hier darauf hin, dass trotz des Umstands, dass Spaldings „Nutzbarkeit“ in weiten Kreisen als „Summe seines theologischen Denkens“ sowie zugleich als „Hauptwerk der Neologie“ anerkannt worden ist, es immer noch als ein Malum anzusehen ist, dass es „bis heute [...] in seiner wissenschaftsgeschichtlichen Initialfunktion nicht hinreichend gewürdigt“ wurde.
1 Einleitung: Die Einleitung verortet Spalding innerhalb der Neologietheologie und benennt die Intention, sein Predigtverständnis anhand des "Barther Predigtbuchs" und seiner Grundlegungsschrift aufzuarbeiten.
2 Biographische Streiflichter: Dieses Kapitel liefert einen biographischen Überblick über das Leben Johann Joachim Spaldings von der Herkunft bis zum Lebensabend und beleuchtet dessen theologisches Wirken.
3 Genese des Spaldingschen Predigtverständnisses anhand seiner Schrift Ueber die Nutzbarkeit des Predigtamtes und deren Beförderung (31791): Hier wird eine äußere und innere Quellenkritik der zentralen homiletischen Schrift vorgenommen, um Spaldings Verständnis von Religion und Erbauung zu erschließen.
4 Homiletische und theologiegeschichtliche Analyse ausgewählter Predigten aus dem Barther Predigtbuch: In diesem Hauptteil werden fünf Predigten analysiert, um zu ergründen, wie Spalding seine theoretischen Grundsätze in der Kanzelpraxis umsetzte.
5 Die Rezeption des Spaldingschen Pfarrideals und Predigtverständnisses in Literatur und Theologie: Das Kapitel untersucht den Einfluss Spaldings auf Literatur und Theologie seiner Zeit sowie die kritische Resonanz, etwa durch Johann Gottfried Herder.
6 Resümee: Spaldings Predigtverständnis – ein Exempel für das protestantische Predigtverständnis in der Aufklärung?: Das Resümee bilanziert die Bedeutung Spaldings als Wegweiser für eine moderne Praktische Theologie.
7 Ausblick für die weitere Spalding-Forschung: Der Ausblick identifiziert Forschungsdesiderate, insbesondere im Hinblick auf Spaldings Einfluss auf die Aufklärungsphilosophie.
Johann Joachim Spalding, Neologie, Aufklärungstheologie, Predigtverständnis, Kanzeldienst, Erbauung, Hermeneutik, Pflichtethik, Barther Predigtbuch, Pastoraltheologie, Moralität, Homiletik, Sittenlehre, Religionsphilosophie.
Diese Arbeit thematisiert das Predigtverständnis von Johann Joachim Spalding und dessen Anwendung in der kirchlichen Praxis des 18. Jahrhunderts.
Die zentralen Themen sind das aufklärungstheologische Predigtideal, die pädagogisch-moralische Funktion der Predigt sowie das Amtsverständnis des protestantischen Pfarrers.
Das Ziel ist es, Spaldings Predigtverständnis durch die Analyse seiner Schriften und ausgewählter Predigten aufzuarbeiten und als Musterbeispiel für protestantische Predigtkultur in der Aufklärung zu bewerten.
Die Arbeit nutzt kirchenhistorische Analyseinstrumente, eine formale und materiale Homiletik sowie eine kritische Quelleninterpretation zur Untersuchung des Ausgangsmaterials.
Der Hauptteil analysiert fünf exemplarische Predigten aus dem "Barther Predigtbuch" hinsichtlich ihrer Form, Struktur, Sprachgestaltung und theologischen Kernaussagen.
Wichtige Begriffe sind Spalding, Neologie, Aufklärungstheologie, Erbauung, Pflichtethik und Homiletik.
Spalding vollzieht eine strikte Unterscheidung: Während die Theologie eine rühmliche Wissenschaft ist, hat die pastorale Wirksamkeit sich auf das zu beschränken, was Menschen zu Gott führt und glücklich macht (Religion).
Für Spalding hat der Begriff der Moral eine anthropologische Dimension und bezieht sich auf die innere Ausrichtung des Menschen auf Gott, nicht bloß auf äußerliche Umgangsformen.
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts rückt die Aufklärungstheologie verstärkt ins Blickfeld, um Spaldings Beitrag zur Entwicklung einer modernen, auf den Hörer orientierten Homiletik neu zu würdigen.
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