Lizentiatsarbeit, 2009
125 Seiten, Note: 5,5
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1 EINFÜHRUNG
1.1 DIE FOLGEN DES ZWEITEN WELTKRIEGES FÜR LITAUEN
1.2 FRAGESTELLUNG UND VORGEHENSWEISE
1.2.1 AUFBAU DER ARBEIT
1.3 FORSCHUNGSSTAND
1.3.1 DIE WERKE IN DER DIASPORA
1.3.2 DIE SOWJETISCHE GESCHICHTSSCHREIBUNG
1.3.3 DIE ZEITGENÖSSISCHE HISTORIOGRAFIE
2 DIE POLITISCHE UNABHÄNGIGKEIT ZWISCHEN DEUTSCHLAND, DER SOWJETUNION UND POLEN
2.1 DIE GENESIS UND KONTINUITÄT DER LITAUISCHEN NATIONALSTAATLICHKEIT
2.1.1 DIE MACHTÜBERNAHME DURCH DEN AUTORITÄREN ANTANAS SMETONA
2.2 DIE POLITISCHE ENTWICKLUNG AM VORABEND DES ZWEITEN WELTKRIEGES
2.2.1 DER HITLER-STALIN-PAKT 1939
2.3 DIE ANNEXION LITAUENS IM JAHRE 1940
2.3.1 DIE AUFLÖSUNG DER LITAUISCHEN ARMEE
2.4 REAKTIONEN DES WESTENS
3 DIE ENTSTEHUNG DER NATIONALEN WIDERSTANDSBEWEGUNG
3.1 DIE PERIODISIERUNG DER WIDERSTANDSBEWEGUNG
3.2 DER EINFLUSS DES ANTINAZISTISCHEN WIDERSTANDS UND SEINE KONTINUITÄT
3.3 LAF – LITAUISCHE AKTIVISTEN FRONT
3.3.1 DIE PARTEIPOLITISCHEN RIVALITÄTEN
4 DER BEWAFFNETE WIDERSTAND 1944-1953
4.1 DIE ZWEITE SOWJETISCHE OKKUPATION LITAUENS 1944
4.1.1 LITAUER GEGEN LITAUER
4.1.2 DAS WIDERSTANDSRECHT UND DIE GEWALTMOBILISATION
4.2 DIE BEZIEHUNGEN DER PARTISANEN ZUR ZIVILBEVÖLKERUNG
4.3 MOTIVATION UND ZIELE DES ANTISOWJETISCHEN WIDERSTANDS
4.3.1 FREIHEIT ALS HÖCHSTE ZIELSETZUNG DER PARTISANEN
4.3.2 DIE LITAUISCHEN NATIONALEN SYMBOLE IN DER WIDERSTANDSÄSTHETIK
4.4 DIE ORGANISATION UND STRUKTUR DER WIDERSTANDSGRUPPEN
4.4.1 DIE BEDEUTUNG DER LITAUISCHEN FREIHEITSARMEE LLA
4.4.2 VLIK - DAS OBERSTE KOMITEE ZUR BEFREIUNG LITAUENS
4.5 DIE PROBLEMATIK DER ZENTRALISIERUNG UND DER FÜHRUNG
4.6 DIE LLKS UND DIE UNABHÄNGIGKEITSDEKLARATION VOM 16. FEBRUAR 1949
5 DIE ANTISOWJETISCHE PARTISANENPRESSE
5.1 FORSCHUNGSSTAND
5.2 DIE LITAUISCHE UNTERGRUNDPRESSELANDSCHAFT
5.2.1 DIE AUFGABEN, THEMEN UND AUTOREN DER PARTISANENPRESSE
5.2.2 DIE LITAUISCHE SPRACHE UND DIE VERBREITUNGSWEGE DER UNTERGRUNDSPRESSE
6 DIE BEKÄMPFUNG DES LITAUISCHEN ANTISOWJETISCHEN WIDERSTANDS SEITENS DER SOWJETUNION
6.1 DIE DEPORTATIONEN AUS LITAUEN
6.2 DIE ROLLE DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI
6.3 DIE ZERSCHLAGUNG DES BEWAFFNETEN WIDERSTANDS
7 SCHLUSSBETRACHTUNGEN
8 BIBLIOGRAFIE
Die vorliegende Arbeit untersucht die litauische antisowjetische Widerstandsbewegung zwischen 1944 und 1953 als national und ethnisch begründeten Kampf gegen die Besatzungsmächte und für die Wiederherstellung eines unabhängigen, demokratischen Staates. Im Zentrum stehen dabei die Analyse der Strukturen, die Motivation der Akteure sowie der Einfluss der Partisanenpresse auf die nationale Identitätsbildung unter totalitären Bedingungen.
1.1 Die Folgen des Zweiten Weltkrieges für Litauen
Der bekannte litauische Dichter und Dissident Tomas Venclova (geb. 1937)33 bringt die Erfahrungen der Generation seiner Eltern auf den Punkt: „Die Geschichte hat sie vor die Wahl zwischen Hitler, Stalin und dem Tod gestellt, wobei das eine nicht automatisch das andere ausschloss.“34 Die sowjetische und deutsche Fremdherrschaft beendete nicht nur die politische Existenz des kleinen Staates, sondern hatte auch schwerste Verluste für das litauische Volk und die mit ihm auf gemeinsamem Heimatboden lebenden anderen Volksgruppen zur Folge. Der Zweite Weltkrieg hatte für Litauen verheerende Auswirkungen; die litauische Nation als solche stand buchstäblich an der Schwelle der physischen Vernichtung.
Unter der deutschen Besatzung traf die Terror- und Mordpolitik zum grossen Teil nichtethnische Litauer (das litauische Judentum wurde fast gänzlich ausgelöscht); die sowjetische Besatzung hingegen zählten auch die ethnischen Litauer zu den grossen Opfergruppen.35 Zwischen 1941 und 1944 beging die deutsche Besatzungsmacht in Litauen einen hunderttausendfachen Massenmord. Über 230'000 litauische Juden, 170'000 sowjetische Kriegsgefangene, eine noch nicht geklärte Zahl zehntausender sowjetischer Zwangsevakuierter aus weiter östlich gelegenen Gebieten und tausender weiterer Personen unterschiedlicher Gruppen wurden während dieser drei Jahre auf litauischem Territorium umgebracht.36 Die Vollständigkeit, Schnelligkeit und Grausamkeit des litauischen Anteils an der Shoah hat in der Geschichte des Völkermords im deutsch besetzen Teil Europas während des Zweiten Weltkrieges nicht ihresgleichen: Auf einem verhältnismässig kleinen Territorium lassen sich an die zweihundert Vernichtungsstätten nachweisen.37 Bei der Verfolgung und Ermordung der Juden in Litauen fällt die Hauptverantwortung für alle Massenmorde auf die deutsche Besatzungsverwaltung. Ohne die deutsche Besatzung, ohne die rassistisch-ideologischen Vorgaben, ohne die deutsche Initiative und ohne die deutschen Tätergruppen vor Ort wäre es nicht zum Holocaust in Litauen gekommen.
1 EINFÜHRUNG: Einleitung in die historische Ausgangslage Litauens am Ende des Zweiten Weltkrieges und Darlegung des Forschungsansatzes der Arbeit.
2 DIE POLITISCHE UNABHÄNGIGKEIT ZWISCHEN DEUTSCHLAND, DER SOWJETUNION UND POLEN: Historischer Überblick über die litauische Staatlichkeit und die machtpolitischen Erschütterungen vor und während des Zweiten Weltkrieges.
3 DIE ENTSTEHUNG DER NATIONALEN WIDERSTANDSBEWEGUNG: Beschreibung der Periodisierung und frühen Formierung von Widerstandsstrukturen unter dem Einfluss des antinazistischen und antisowjetischen Kontextes.
4 DER BEWAFFNETE WIDERSTAND 1944-1953: Hauptteil zur Analyse der bewaffneten Auseinandersetzungen, der Partisanenorganisationen (LLA, LLKS, VLIK) und ihrer politischen Ziele.
5 DIE ANTISOWJETISCHE PARTISANENPRESSE: Untersuchung der Untergrundpresse als zentrales Mittel der antikommunistischen Aufklärungsarbeit und der Identitätsstiftung.
6 DIE BEKÄMPFUNG DES LITAUISCHEN ANTISOWJETISCHEN WIDERSTANDS SEITENS DER SOWJETUNION: Darstellung der Repressionsmethoden der sowjetischen Organe, einschließlich Deportationen und der Strategie der Klassenkampf-Propaganda.
7 SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Zusammenführende Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Widerstands für die litauische Geschichte.
8 BIBLIOGRAFIE: Verzeichnis der genutzten Quellen und wissenschaftlichen Literatur.
Litauen, Partisanen, Widerstandsbewegung, Sowjetisierung, Deportationen, NKVD, Freiheitskämpfer, LLA, LLKS, Untergrundpresse, Zweiter Weltkrieg, Besatzungsregime, Klassenkampf, nationale Identität, Erinnerungskultur.
Die Arbeit analysiert die Geschichte der antisowjetischen Widerstandsbewegung in Litauen im Zeitraum von 1944 bis 1953.
Zu den Schwerpunkten zählen die Organisationsstrukturen der Partisanen, der Einfluss der Widerstandspresse, die repressive Rolle der sowjetischen Besatzungsmacht und die Bedeutung nationaler Symbole im Kampf.
Ziel ist es, die interne Dynamik des Widerstands, die politische Zielsetzung der Akteure und deren Reaktion auf die sowjetische Reokkupation 1944 zu ergründen.
Die Studie basiert auf einer Analyse von Archivmaterial (vornehmlich aus dem LYA), Memoiren der Freiheitskämpfer, internen Dokumenten der Untergrundpresse und historischer Sekundärliteratur.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Formierung der Widerstandsorganisationen, die Partisanenpresse als Fallbeispiel sowie die Gegenschläge der sowjetischen Sicherheitsorgane.
Die wichtigsten Begriffe sind Partisanenkampf, sowjetische Okkupation, Widerstand, nationale Identität und Repressionsstrukturen.
Die Partisanenpresse diente als Sprachrohr der Widerstandsbewegung, um der sowjetischen Zensur entgegenzuwirken, politische Ideale zu verbreiten und die Bevölkerung moralisch zu unterstützen.
Die Deportationen werden als gezielte Methode des Terrors bewertet, die darauf abzielte, soziale Strukturen zu zerstören und den Widerstand physisch wie ideologisch zu brechen.
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