Seminararbeit, 2009
62 Seiten, Note: Sehr Gut
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Zum Gang der Untersuchung
2 Grundlagen und Grundprobleme
2.1 Zentrale Problembereiche des Strafrechts beim Umweltschutz
2.1.1 „Konventionelles“ Modell: Täter als beherrschende „Zentralfigur“ „nonkonformer“ Handlungen – Prinzip der Eigenverantwortung
2.1.2 Prinzip der Eigenverantwortung als HEINEs „Leitmotiv“
2.1.3 Vorab: zur Unterscheidung von Individualtäter-Systemtäter
2.2 Frage nach dem Begriff „Organisation“
2.2.1 HEIMERL/MEYER in BADELT zur „Organisation“
2.2.2 Arbeitsteilung als Grundproblem zufolge HEINE
2.2.3 Einschränkung von unmittelbarer Täterschaft und Mittäterschaft ?
2.2.4 „Schwierigkeiten“ bei Sonderdelikten zufolge HEINE
2.2.5 Klare Betriebsstrukturen und Kettenanstiftung
2.2.6 Verantwortungsvervielfachung oder -einschränkung?
2.2.7 Umweltschutz und atypische Zurechnungs- und Zielstrukturen
2.2.8 Rechtliche Steuerungsprobleme bei Handeln in Organisationen
3 Haftung von Individualpersonen
3.1 Möglichkeiten und Grenzen strafrechtlicher Kriminalität in Verbänden: Haftung von Leitungsorganen und Vertretern im Kernbereich des Strafrechts
3.2 Täterschaft und aktives Handeln
3.2.1 HEINEs Blick für Deutschland
3.2.2 Österreichisches Täterschafts-Verständnis
3.3 Haftung des „Geschäftsherrn“ durch Unterlassen
3.3.1 HEINEs Fragestellung
3.4 „Quasi-Kausalität“ – Wahrscheinlichkeit der Nichtverwirklichung komplexer Großrisiken ?
3.4.1 Zur so genannten „Quasi-Kausalität“ – (Fehl-)Behauptungen
3.5 Rechtsfortbildung im Kernstrafrecht? – Entwicklung in „repressiven“ Nebensystemen
3.5.1 Generelle Bedenken zum „Kern“-Strafrecht betreffend HEINE
3.5.2 Der „Begriff des „Nebenstrafrechts“ nach HEINE; ferner KERT
3.6 Zum Begriff der Rechtsfortbildung
4 Zum Begriff der so genannten „Schuld“
4.1 Zur „Schuld“ im Sinne von Strafbegründungsschuld
4.1.1 HEINEs Blick aus Deutschland
4.1.2 HEINEs „Lebensführungsschuld“ – Analogon für Verbände ?
4.2 Österreichische Denklogik
4.2.1 Der so genannte „Schuldgrundsatz“- FUCHS, TIPOLD, EBRV 1971
4.2.2 Der „Schuldgrundsatz“ in Relation zur Verbandsverantwortlichkeit
4.3 Zum Begriff des „Schuldstrafrechts“ in Deutschland
4.3.1 MARLIES‘ Worte und die jene von OSTENDORF
4.3.2 Nexus vom „Schuldstrafrecht“ zum „Kernstrafrecht“ ?
5 Verbandshaftung
5.1 Einführung:
5.2 Zur Ausgangslage in Deutschland
6 Positionsbestimmung de lege lata
6.1 Die (Kriminalisierungs-)Lage in Österreich
6.1.1 Internationale Vorgaben für Österreich – „Normzweck“
6.1.2 Gegenwärtige Rechtslage in Österreich nach dem öVbVG
6.1.3 Zu den Verbandssanktionen, auch aus rechtspolitischer Sicht
6.2 Zusammenfassung und skeptisch-ambivalenter Ausblick
Die vorliegende Arbeit analysiert die Verbandsverantwortlichkeit nach dem öVbVG unter Berücksichtigung rechtshistorischer, dogmatischer, politischer und soziologischer Aspekte. Im Zentrum steht die Untersuchung, ob und inwieweit das Konzept der Verbandsverantwortlichkeit eine Ausnahme vom klassischen Schuldstrafrecht darstellt und welche steuerrechtlichen sowie ökonomischen Implikationen sich daraus für Unternehmen ergeben.
2.1.2 Prinzip der Eigenverantwortung als HEINEs „Leitmotiv“
HEINE verweist auf die Bedeutung des sog Prinzips der Eigenverantwortung des Individuums, das auf die „Aktivierung und Stabilisierung von selbstverantwortlichen Entscheidungen des Individuums“ ziele, wobei „in einem stabilen Erfahrungs- und Wertesystem personale Rechtsfindungsleistungen in einer konkreten Situation“ verlangt würden. Das Strafrechtsmenschenbild fußt darauf, dass der Mensch eine zur freien Selbstbestimmung befähige Person sei. In toto firmieren der Gedanke des Täters als beherrschender Zentralfigur isolierbarer, nonkonformer Handlungen und das Prinzip der Eigenverantwortung des Individuums bei HEINE als „konventionelles“ Modell (des Strafrechts).
1 Einleitung: Darstellung der Analyse der Verbandsverantwortlichkeit unter verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und Einleitung in die Forschungsfrage.
2 Grundlagen und Grundprobleme: Erörterung der Herausforderungen für das Strafrecht bei Umweltschutzdelikten im Kontext komplexer Organisationen und Arbeitsteilung.
3 Haftung von Individualpersonen: Analyse der strafrechtlichen Möglichkeiten und Grenzen der Haftung von Vertretern und Leitungsorganen sowie die Bedeutung der Rechtsfortbildung.
4 Zum Begriff der so genannten „Schuld“: Untersuchung des Schuldgrundsatzes und dessen theoretische Relation zur Verbandsverantwortlichkeit in Österreich und Deutschland.
5 Verbandshaftung: Einführung in die Thematik der Verbandsverantwortlichkeit und die historische sowie aktuelle Ausgangslage.
6 Positionsbestimmung de lege lata: Zusammenfassende Bewertung der aktuellen Rechtslage in Österreich unter Berücksichtigung internationaler Vorgaben und ein rechtspolitischer Ausblick.
Verbandsverantwortlichkeit, öVbVG, Schuldgrundsatz, Strafrecht, Umweltschutz, Risikomanagement, Organisation, Individualtäter, Systemtäter, Unternehmensstrafrecht, Rechtsfortbildung, Kausalität, Sanktionen, Schuldstrafrecht, Compliance
Die Arbeit befasst sich mit der strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Verbänden und deren Vereinbarkeit mit den klassischen Prinzipien des Schuldstrafrechts in Österreich.
Im Fokus stehen die dogmatische Einordnung der Verbandsverantwortlichkeit, das Spannungsfeld zwischen Organisationsstrukturen und individueller Zurechnung sowie die Wirksamkeit von Risikomanagement-Systemen.
Ziel ist es, die Verbandsverantwortlichkeits-Idee des öVbVG kritisch zu analysieren und zu prüfen, ob diese eine Abkehr von traditionellen strafrechtlichen Zurechnungsmodellen darstellt.
Es erfolgt eine interdisziplinäre Untersuchung, die rechtsdogmatische, rechtshistorische und politologische Ansätze kombiniert, um den rechtlichen Status quo sowie rechtspolitische Alternativen zu beleuchten.
Der Hauptteil analysiert das traditionelle Täter-Modell, den Begriff der Organisation, die Problematik der Zurechnung bei Arbeitsteilung, den Schuldgrundsatz und die spezifische Ausgestaltung des öVbVG.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verbandsverantwortlichkeit, Schuldgrundsatz, Risikomanagement, Systemtäter und Unternehmensstrafrecht charakterisiert.
Während in Österreich das öVbVG eine spezifische Verbandsverantwortlichkeit etabliert hat, basiert die deutsche Lösung primär auf dem Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG).
Die Arbeit diskutiert intensiv die Frage, ob die Verbandsgeldbuße als „echte“ Strafe oder als bloßes Sanktionsinstrument anzusehen ist, wobei das Fehlen des subjektiven Schuldelements bei Verbänden als zentrales Argument angeführt wird.
Der Autor sieht im Risikomanagement einerseits ein Werkzeug zur Prävention, stellt jedoch kritisch in Frage, ob dieses die individuelle moralische Verantwortung ersetzen kann oder lediglich eine Placebo-Funktion erfüllt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

