Diplomarbeit, 2004
179 Seiten, Note: sehr gut A
1. Vorwort
2. Sehen – Wahrnehmen – Erkennen
2.1. Das Auge als Sinnesorgan
2.2. Was verstehen wir unter Wahrnehmung?
2.3. Wahrnehmung geschieht auf dem breiten Spektrum aller Sinne.
2.4. Tabelle: Die Sinnesorgane
2.5. Schlussfolgerungen
2.6. Das Erkennen von Objekten
2.6.1. Rückschlüsse auf die Wahrnehmung Bildender Kunst
2.6.2. Was geschieht beim Betrachten eines Kunstwerkes?
3. Bilder bilden
3.1. Geschichtliche Beobachtungen
3.2. Rückschlüsse daraus
3.3. Wie können wir sehen lernen?
3.4. Kinderzeichnungen, ein Zugang zum Sehenlernen
4. Entwicklungsschritte
4.1. Naiver Realismus
4.2. Kritischer Realismus
4.3. Jugendalter
4.4. Fazit in Bezug auf eine Bilddidaktik
5. Das Bild gefällt mir
5.1. Bilder prägen unsere Psyche
5.2. Welche Bilder eignen sich am besten für den Bildungsprozess?
5.2.1. These von Hubertus Halbfass
5.2.2. These von Christian Kalloch
5.3. Schlussfolgerungen
6. Persönliche Bildgeschichte
7. Faszinierende Bilder – vielfältiges Sehen
7.1. Verschiedene Bilder mit unterschiedlichen didaktischen Möglichkeiten
7.2. Bilder sind mehrdeutig!
7.3. Bilder vermitteln emotionale Bewegung!
7.4. Bilder der Kunst haben ihre eigenen Aussagen!
7.5. Schlüsse für den Religionsunterricht
8. Kunst – Unterricht – SchülerInnen
8.1. Projekt: Begegnung mit einem Künstler
8.2. Beweggründe, Bildende Kunst im Religionsunterricht einzusetzen
8.2.1. Kulturauftrag
8.2.2. Spiegel unserer Gesellschaft
8.2.3. Begegnung mit konträren Aussagen und Gefühlen
8.2.3.1. Erfahrungen sammeln um kritisch und selbständig Denken und Fühlen zu lernen
8.2.3.2. Anregung für die eigenen Kreativität
8.2.3.3. Lernen, wie Gefühle und Emotionen ausgedrückt werden können
9. Salvador Dalí
9.1. Warum habe ich Dalí zur Konkretisierung gewählt?
9.2. Salvador Dalí, ein vielschichtiger Künstler
9.3. Der Surrealismus
9.4. Dalís Werke
9.5. Dalís Hinwendung zum Katholizismus
9.6. Umgang mit surrealistischen Bildern
10. Begegnung und Ganzheitliches Sehen
11. Dokumentation mehrer Projekte
A. Surrealistische Bilder als Einstieg und Impuls
1. Raster einer Stunde
1.1. Thema der Stunde
1.2. Ziel der Stunde
1.3. Stundenverlauf
1.4. Die verwendeten Bilder
2. Empirische Beobachtungen
3. Resümee
B. Begegnung mit Dalís Bild: Geopolitisches Kind beobachtet die Geburt des neuen Menschen
1. Zur Einstimmung ein Aufsatz
2. Stundenverlauf
3. Ziele die ich mit der Stunde verfolge
4. Fragen zum Aufschließen des Bildes
5. Empirische Beobachtungen
6. Zusammenfassende Beobachtungen
C. Erleben und Erschließen eines abstrakten Bildes
1. Meditation
2. Didaktische Erwägungen
2.1. Warum habe ich dieses Bild gewählt?
2.2. Zuordnung zum Lehrplan
2.3. Klassensituationen und Voraussetzungen
2.4. Mit welchen Reaktionen rechnete ich vorher?
2.5. Beobachtungen und Resümee
3. Einstiege, Vorbereitung; Schritte zur Bildbetrachtung
3.1. Verschiedene Einstiege
3.2. Reaktionen der SchülerInnen
3.2.1. HauptschülerInnen
3.2.2. VolksschülerInnen
4. Der Künstler, Salvador Dalí
5. Reaktionen der SchülerInnen auf Dalís Bild
5.1. Stundenverlauf
5.2. Reaktionen der HauptschülerInnen
5.3. Reaktionen der VolksschülerInnen
6. Nachgedanken
6.1. Beobachtungen
6.2. Ziele, die ich mit der Bildbetrachtung erreichen wollte
6.3. Habe ich die Ziele erreicht?
7. Salvador Dalí, Der Christus des heiligen Johannes vom Kreuz
D. Begegnung und Wege mit und zu Dalís Bild „Geburt von einer neuen Welt“ 1942
1. Bildbetrachtung und Bildgedanken von Bernd Schirner
2. Vorüberlegungen zum Gebrauch im Religionsunterricht
2.1. Allgemeine Vorüberlegungen
2.2. Hauptschule & PTS
2.2.1. Einbettung im HS Lehrplan
2.3. Volksschule
2.3.1. Einbettung im Volksschullehrplan
2.4. Die Präsentation des Bildes
3. Wege mit und zu Dalís Bild „Geburt von einer neuen Welt. 1942“ (HS und PTS)
4. VolksschülerInnen vervollständigen und malen zu Erzählungen und Beschreibungen ihr eigenes Kunstbild.
5. Haupt- und Polytechnische SchülerInnen malen ihren „Fantasie-Dalí“ Das Weitermalbild, die Beschreibung und einige Ergebnisse.
6. Zwei Bibelstellen zur Vertiefung
7. Schlussgedanken – Resümee
8. Einladung zum Weiterdenken
Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich dem didaktischen Einsatz von bildender Kunst im Religionsunterricht. Das primäre Ziel ist es, den Schülern durch die methodische Auseinandersetzung mit Kunstwerken einen ganzheitlichen Zugang zu religiösen Inhalten zu ermöglichen, ihre Wahrnehmung zu schärfen und die Kreativität zu fördern. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Schüler unterschiedlicher Altersstufen auf komplexe, oft surreale Bilder von Salvador Dalí reagieren und wie diese Impulse zur Reflexion über Leben, Tod und Hoffnung sowie zu einem neuen Sehen führen können.
1. Vorwort
Der erste Baustein und Anstoß für diese Diplomarbeit erfolgte bei der Klausur meiner Studienberechtigung an der Universität Klagenfurt, in Deutsch Aufsatz, bei Dr. Marlies Krainz-Dürr am 3.2.2001.
Im Vorfeld der Klausur bei den Vorbereitungsvorlesungen fragte sie uns Studenten, über welche Themenbereiche wir gerne schreiben würden. Wir sollten die Frage schriftlich formulieren und auch eine Begründung angeben, warum uns dieser Bereich interessiert. Sie fügte an: „Die Bereiche sollten herausfordernd genug sein, um zur Bearbeitung zu reizen, die scheinbar einfachen Dinge sind nicht immer die, über die man gut schreiben kann!“
Ich schlug vor, als Bildimpuls nicht nur ein Foto zu nehmen, sondern ein Bild der Bildenden Kunst zu verwenden. Da Künstler über Welt- und Lebenssituationen nachdenken und dies Niederschlag in ihren Werken findet, je nach Künstler mehr persönlich oder mehr politisch, finde ich es reizvoll, diesen Spuren nachzugehen. Bildende Kunst nimmt uns hinein in Gefühle, Fragen, Probleme, Freuden und das Ringen um Antworten. Wir tauchen ein in die Lebenswelt eines Menschen und dessen Zeit. Da Künstler immer außergewöhnliche und nicht ganz normale Menschen sind, sonst könnten sie keine Künstler sein, sind auch ihre Äußerungen außergewöhnlich, nicht so, wie wir es uns oft vorstellen. Aber gerade dadurch vermögen sie, wenn wir uns mit ihnen auf den Weg machen, unseren Horizont zu durchbrechen und können so neue Einsichten für unsere Lebenswelt schenken.
Sehen – Wahrnehmen – Erkennen: Theoretische Grundlagen zur visuellen Wahrnehmung und deren Bedeutung im Kontext der Begegnung mit Kunstwerken.
Bilder bilden: Erläuterung der Wichtigkeit von Bildern für den Menschen und wie der ganzheitliche Zugang durch Kunst und Malerei das Lernen und Sehen fördert.
Entwicklungsschritte: Analyse der altersabhängigen Zugänge von Schülern zu Bildern, unterteilt in naiven und kritischen Realismus bis hin zum Jugendalter.
Das Bild gefällt mir: Diskussion didaktischer Ansätze, welche Bildarten für Bildungsprozesse am besten geeignet sind, unter Abwägung konträrer Positionen der Religionsdidaktik.
Persönliche Bildgeschichte: Der Autor reflektiert anhand eigener Kindheitserfahrungen die tiefgreifende Kraft von Bildern als Kraftquellen.
Faszinierende Bilder – vielfältiges Sehen: Ein systematischer Überblick über didaktische Bildkategorien und deren spezifische Möglichkeiten im Unterricht.
Kunst – Unterricht – SchülerInnen: Konkrete Projektarbeit: Ein Jahr der Auseinandersetzung mit der Kunst Salvador Dalís im Religionsunterricht.
Salvador Dalí: Biografische und kunsthistorische Einordnung des Künstlers sowie Erläuterung des Surrealismus als Methode der Bildbetrachtung.
Begegnung und Ganzheitliches Sehen: Synthese der Ergebnisse: Warum die langfristige, reflektierte Auseinandersetzung mit Kunst zu einer neuen Wahrnehmung der Welt und Gotteserfahrung führen kann.
Dokumentation mehrer Projekte: Praktische Umsetzung in verschiedenen Schulen mit detaillierten Unterrichtsrastern und empirischen Schülerbeobachtungen.
Bildende Kunst, Religionsunterricht, Bildwahrnehmung, Salvador Dalí, Surrealismus, Bilddidaktik, Ganzheitliches Sehen, Schülerexperimente, Empirische Studie, Symbolik, Religiöse Bildung, Kunstdidaktik, Wahrnehmungsentwicklung, Kreativität, Bildbetrachtung.
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Werken der bildenden Kunst im Religionsunterricht, um Schülern einen ganzheitlichen Zugang zu religiösen Themen zu ermöglichen.
Die Themen umfassen Wahrnehmungstheorien, bilddidaktische Konzepte, die Bedeutung von Symbolen und die empirische Dokumentation von Schülerreaktionen auf moderne Kunst.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kunst als „Spiegel“ dienen kann, um persönliche Zugänge zu Lebens- und Glaubensfragen zu fördern, statt nur auf Wissensvermittlung zu setzen.
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus theoretischer Literaturanalyse zur Wahrnehmungspsychologie und einer empirischen Praxisforschung (Projektmethode) mit Schülern verschiedener Altersstufen.
Der Hauptteil dokumentiert detailliert mehrere Schulprojekte, bei denen Schüler sich intensiv mit surrealistischen Werken von Salvador Dalí auseinandersetzen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bildwahrnehmung, Religionspädagogik, Ganzheitliches Lernen und der künstlerische Ausdruck als Form der Exegese.
Dalí wurde gewählt, weil seine Werke durch ihre surreale Symbolik eine hohe Herausforderung darstellen, die Schüler dazu zwingt, ihre bisherigen Sehgewohnheiten zu hinterfragen und eigene Deutungen zu entwickeln.
Die Empirie ist zentral: Der Autor präsentiert umfangreiche Dokumentationen von Schüleräußerungen, Zeichnungen und Interpretationen, um die Wirksamkeit seines didaktischen Ansatzes zu belegen.
Der Autor plädiert dafür, dass Kunst im Unterricht „wohldosiert“ eingesetzt werden sollte und dass der Lehrer Impulse geben muss, während der Entdeckungsprozess bei den Schülern liegen sollte.
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