Diplomarbeit, 2003
187 Seiten, Note: 1,7
A. Grundlagen
I. Einleitung
1. Problemstellung und Zielsetzung
2. Gang der Untersuchung
II. Allgemeiner Teil
1. Begriff der analytischen Prüfungshandlungen
2. Einordnung in die Systematik der Prüfungsmethoden und Prüfungshandlungen
III. Notwendigkeit des Einsatzes analytischer Prüfungshandlungen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
1. Einsatz von analytischen Prüfungshandlungen aufgrund von Normen
a. Gesetzliche Normen
b. Berufsständische Normen
c. Internationale Normen
2. Einsatz analytischer Prüfungshandlungen aufgrund der Optimierung des Prüfungsprozesses im Rahmen des risikoorientierten Prüfungsansatzes
a. Wirtschaftlichkeit und Qualität der Jahresabschussprüfung als konkurrierende Anforderungen
b. Risikoorientierte Optimierung des Prüfungsprozesses
IV. Einsatzmöglichkeiten von analytischen Prüfungshandlungen im Rahmen des Prüfungsablaufs
1. Prüfungsplanung
2. Prüfungsdurchführung
3. Abschließende prüferische Durchsicht
V. Verfahren bei der Anwendung von analytischen Prüfungshandlungen
1. Konventionelle Verfahren
a. Einfache Plausibilitätstests
i. Subjektive Einschätzung von Jahresabschlussgrößen
ii. Vorjahresvergleiche mit Hilfe von Entscheidungsregeln
iii. Einfache Rechenmodelle
b. Trendanalysen
c. Kennzahlenanalysen
2. Mathematisch-statistische Verfahren
a. Regressionsanalysen
b. Box-Jenkins-Zeitreihenanalysen
B. Analyse ausgewählter Studien zum Urteilsbildungsprozess bei der Anwendung von analytischen Prüfungshandlungen
I. Ablaufmodell des Urteilsbildungsprozesses bei analytischen Prüfungshandlungen
II. Empirische Studien zu analytischen Prüfungshandlungen
1. Nationale Studien
2. Internationale Studien
III. Theoretische Perspektive
1. Prüfungstheoretische Einordnung der Studien
2. Der Urteilsbildungsprozess aus der Perspektive der kognitiven Psychologie
3. Theoretische Ansätze zur Modellierung der prüferischen Urteilsbildung
a. Das Brunswiksche Linsenmodell
b. Wahrscheinlichkeitsurteile und ihre Revision
IV. Forschungsergebnisse zu den einzelnen Stufen des Urteilsbildungsprozesses
1. Bedeutung und Nutzen analytischer Prüfungshandlungen
2. Asymmetrischer Einsatz
3. Bedeutung der Erfahrung
4. Einfluss ungeprüfter Werte
5. Hypothesengenerierung
6. Hypothesenbewertung und Prüfungsprogrammplanungsentscheidungen
7. Kritische Würdigung und Zusammenfassung der Ergebnisse
C. Anwendung von analytischen Prüfungshandlungen in der Praxis der Jahresabschlussprüfung: Eine empirische Untersuchung
I. Konzeption der empirischen Untersuchung
II. Darstellung der Untersuchungsergebnisse
1. Zusammensetzung der befragten Wirtschaftsprüfer nach der Organisationsform des Prüfungsorgans
2. Untersuchungsziele und Ergebnisse der einzelnen Fragestellungen
a. Sind seit der letzten Studie zu analytischen Prüfungshandlungen Veränderungen bei der Anwendung eingetreten?
b. Existieren Anzeichen für Schwächen bei der Anwendung von analytischen Prüfungshandlungen, die sich in den angloamerikanischen Studienherausgestellt haben?
c. Wie ist die Einstellung zu den Verbesserungsvorschlägen aus den angloamerikanischen Studien?
d. Wie wird der Stand der Prüfungsforschung zu analytischen Prüfungshandlungen in Deutschland eingeschätzt?
III. Beurteilung der Untersuchungsergebnisse
D. Schlussteil
I. Zusammenfassung
II. Ausblick
Die Arbeit befasst sich mit dem Urteilsbildungsprozess bei der Anwendung analytischer Prüfungshandlungen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Das primäre Ziel ist es, Problemfelder bei der praktischen Anwendung zu identifizieren, ein besseres Verständnis für diese Methoden zu fördern und durch eine empirische Untersuchung den aktuellen Stand ihrer Anwendung in der deutschen Wirtschaftsprüfungspraxis zu erfassen.
Begriff der analytischen Prüfungshandlungen
Das Hauptmerkmal analytischer Prüfungshandlungen besteht in der Untersuchung aggregierter Größen, d.h. verdichteter Jahresabschlussgrößen und nicht einzelner Geschäftsvorfälle oder Bestandselemente. Dabei werden Gesamtheiten von Geschäftsvorfällen oder Bestandsgrößen lediglich auf ihre Konsistenz und ihre wirtschaftliche Plausibilität hin geprüft. Aussagen über Einzelsachverhalte sind folglich nicht möglich. Als Indikatoren für die Beurteilung der Konsistenz und Plausibilität dienen dem Abschlussprüfer auffällige Abweichungen der im Jahresabschluss ausgewiesenen Beträge von erwarteten Größen oder ungewöhnliche Veränderungen dieser Beträge im Zeitablauf.
Als Zielsetzungen für analytische Prüfungshandlungen kommen im Verlauf einer Jahresabschlussprüfung mehrere in Frage:
Im Rahmen der analytischen Durchsicht der vorläufigen Jahresabschlussdaten können bereits in der Planungsphase der Prüfung in Verbindung mit der allgemeinen Risikoeinschätzung detaillierte, prüfungsspezifische Vorinformationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gewonnen werden. Des Weiteren kann sie zur Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten dienen, indem erste Erkenntnisse über prüffeldspezifische Risiken, wie z.B. drohende Liquiditätsengpässe oder Überbestände im Vorratsvermögen, vermittelt werden. Findet der Abschlussprüfer gar plausible Ergebnisse, die gegen ungewöhnliche Abweichungen sprechen, so kann dies als erstes Indiz für ein Prüffeld angesehen werden, in welchem der Umfang der Prüfungshandlungen eventuell eingeschränkt werden kann.
I. Einleitung: Dieses Kapitel definiert die Problemstellung der Arbeit, betont die Notwendigkeit effizienter Prüfungsmethoden angesichts steigender Anforderungen und skizziert den Gang der Untersuchung.
II. Allgemeiner Teil: Hier wird der Begriff der analytischen Prüfungshandlungen definiert und in die Systematik der Prüfungsmethoden eingeordnet.
III. Notwendigkeit des Einsatzes analytischer Prüfungshandlungen im Rahmen der Jahresabschlussprüfung: Es wird erörtert, warum der Einsatz dieser Methoden aufgrund rechtlicher Normen und risikoorientierter Optimierungsüberlegungen notwendig ist.
IV. Einsatzmöglichkeiten von analytischen Prüfungshandlungen im Rahmen des Prüfungsablaufs: Dieser Teil untersucht die Anwendung der Methoden in der Prüfungsplanung, der eigentlichen Durchführung und der abschließenden Durchsicht.
V. Verfahren bei der Anwendung von analytischen Prüfungshandlungen: Hier werden konventionelle (z.B. Kennzahlen) und mathematisch-statistische (z.B. Regression) Verfahren detailliert beschrieben und bewertet.
Jahresabschlussprüfung, analytische Prüfungshandlungen, Urteilsbildungsprozess, Abschlussprüfer, risikoorientierter Prüfungsansatz, Prüfungseffizienz, Plausibilitätsprüfung, Kennzahlenanalyse, Regressionsanalyse, Prüfungsrisiko, Fehleraufdeckung, Hypothesengenerierung, empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht den Urteilsbildungsprozess bei der Anwendung analytischer Prüfungshandlungen im Kontext von Jahresabschlussprüfungen.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen und Verfahren analytischer Prüfungshandlungen, deren Notwendigkeit sowie eine empirische Bestandsaufnahme ihrer Anwendung in Deutschland.
Das Ziel ist es, Problemfelder bei der Anwendung dieser Prüfungsmethoden aufzuzeigen und durch eine empirische Untersuchung den aktuellen Stand in der deutschen Praxis zu dokumentieren.
Der Autor kombiniert eine Literaturanalyse bestehender Studien zum Urteilsbildungsprozess mit einer eigenen empirischen Befragung von 300 Wirtschaftsprüfern.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Methoden, die Analyse internationaler Studien zum Urteilsverhalten und die Konzeption sowie Auswertung der eigenen empirischen Studie.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören analytische Prüfungshandlungen, Jahresabschlussprüfung, Prüfungsrisiko, Urteilsbildung und Wirtschaftlichkeit.
Studien belegen, dass erfahrene Prüfer bei der Hypothesengenerierung und der Beurteilung von Informationen effizienter agieren und besser in der Lage sind, Fehlerquellen plausibel zu identifizieren.
Ungeprüfte Werte können bei Prüfern Ankerungs- und Anpassungseffekte hervorrufen, was das Risiko birgt, dass systematische Verzerrungen bei der Urteilsbildung entstehen und wesentliche Fehler unentdeckt bleiben.
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