Fachbuch, 2008
23 Seiten
0. Vorwort
1. Wenn bewährte Strategien fehlschlagen
2. Kontrollgremium
2.1 Einführung einer hilfreichen Kontrollinstanz
2.2 Fragenkatalog für den Selbsttest
3. Die sieben häufigsten Strategien
3.1 Der Synergiemythos
3.2 Riskante Finanzakrobatik
3.3 Blind Kurs halten
3.4 Unüberlegte Markterweiterung
3.5 Auf die falsche Technik setzen
3.6 Übereilte Fusionen
3.7 Zu schnelles Wachstum
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Risiken verbreiteter Geschäftsstrategien kritisch zu beleuchten und ein neues Instrument zur frühzeitigen Identifikation von Fehlentwicklungen in Unternehmen vorzustellen, um Führungskräften ein rechtzeitiges Gegensteuern zu ermöglichen.
3.1 Der Synergiemythos
Häufig versuchen Unternehmen zu wachsen, indem sie sich mit einem anderen Unternehmen zusammenschließen, das über ergänzende Stärken verfügt. Das Ganze ist jedoch nicht immer größer als die Summe seiner Teile. Ein Beispiel ist die Fusion der Erwerbsunfähigkeitsversicherer Unum und Provident im Jahr 1999. Das eine Unternehmen war in der Gruppenversicherung und das andere in der Einzelversicherung tätig. Die Manager gingen davon aus, dass die Verkaufmitarbeiter der beiden Unternehmen die Produkte des jeweils anderen Unternehmens mit verkaufen könnten. Doch die beiden Unternehmen bedienten zwei völlig unterschiedliche Kunden mit verschiedenen Methoden. Die Verkaufsmitarbeiter von Unum wendeten sich an Unternehmen, um Gruppenpolicen zu verkaufen, während die Verkaufsmitarbeiter von Provident Verkaufsslogans für Privatpersonen formulierten. Sie verfügten über unterschiedliche Fähigkeiten und waren an Cross-Selling nicht besonders interessiert. [1], [3]
Die Fusion der beiden Unternehmen erwies sich als teuer und kompliziert. Die Folgen waren höhere Preise für alle und eine aggressive Haltung beim Zurückweisen von Ansprüchen, was zu einer Reihe von Kundenklagen führte. Diese wiederum wirkten sich negativ auf den Ruf und die Finanzen von UnumProvident aus. Unum machte im Jahr 2007 schließlich die Fusion rückgängig, strich den Namen Provident und verabschiedete sich komplett vom Einzelversicherungsmarkt. Unums Aktienkurs stürzte ab und beträgt immer noch weniger als die Hälfte des Kurses vor 1999. Außerdem muss sich das Unternehmen auch 2008 noch mit Sammelklagen auseinandersetzen. [1]
0. Vorwort: Es wird dargelegt, dass Unternehmenskrisen meist auf falsche Strategien zurückzuführen sind und ein neues Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Risiken eingeführt werden soll.
1. Wenn bewährte Strategien fehlschlagen: Das Kapitel analysiert, dass zahlreiche wirtschaftliche Katastrophen durch vermeidbare Strategiefehler entstanden sind und plädiert für den Einsatz eines kritischen Kontrollgremiums.
2. Kontrollgremium: Hier wird die Notwendigkeit einer unabhängigen Kontrollinstanz, etwa durch einen Advocatus Diaboli, sowie die methodische Vorgehensweise zur Hinterfragung von Annahmen beschrieben.
3. Die sieben häufigsten Strategien: Dieser Abschnitt erläutert im Detail sieben typische Strategien, die regelmäßig zu Unternehmensdesastern führen, von Synergiemythen bis hin zu zu schnellem Wachstum.
4. Fazit: Das Fazit betont das hohe Lernpotenzial, das in der Analyse gescheiterter Unternehmen liegt, und fordert Manager auf, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.
Unternehmensstrategie, Risikomanagement, Strategiefehler, Kontrollgremium, Advocatus Diaboli, Fusionen, Unternehmenskrisen, Strategische Planung, Unternehmensführung, Marktüberdehnung, Fehlgeschlagene Expansionen, Wachstumsrisiken, Fehlentscheidungen, Selbstreflexion, Wirtschaftsprüfung
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse von Managemententscheidungen und zeigt auf, dass viele Unternehmenspleiten auf fundamental falschen Strategien beruhen, statt auf unvorhersehbaren externen Ereignissen.
Zentrale Themen sind die psychologischen Fallen bei der Strategieentwicklung, die Risiken von Fusionen, die Gefahren von Markterweiterungen und die Bedeutung unabhängiger Kontrollgremien.
Das Ziel ist es, Führungskräften ein Instrument an die Hand zu geben, mit dem sie eigene Strategien kritisch hinterfragen und rechtzeitig vor einem drohenden Scheitern gegensteuern können.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse historischer Unternehmenskrisen (insbesondere basierend auf der Datengrundlage von Carroll und Mui) und kontrastiert diese mit theoretischen Managementmodellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Anleitung zur Einrichtung einer Kontrollinstanz sowie eine detaillierte Erläuterung von sieben gängigen Strategieansätzen, die das Potenzial haben, Unternehmen in den Ruin zu treiben.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Strategiefehler, Unternehmenskrisen, Kontrollgremium, Advocatus Diaboli, Fusionen und Unternehmenswachstum.
Dieses Konzept soll verhindern, dass Entscheidungsträger in einer Strategiephase ihr objektives Urteilsvermögen verlieren und wichtige Warnsignale ignorieren, indem eine unabhängige Instanz gezielt unbequeme Fragen stellt.
Der Autor warnt davor, dass Synergien oft überschätzt werden und Fusionen häufig zu Komplexitätssteigerungen und kulturellen Problemen führen, die den eigentlich erhofften Nutzen zerstören.
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