Masterarbeit, 2021
78 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Hintergründe und Forschungsdesign
2.1 Einführung
2.2 Themen entwicklungspolitischer Inlandsarbeit
2.3 Forschungsdesign und Methoden
3. Kritische Betrachtungen der Entwicklungszusammenarbeit
3.1 Neoliberale Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit
3.2 Postkoloniale Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit
3.3 Post-Development
4. Bedeutung entwicklungspolitischer Inlandsarbeit
4.1 Aktuelle Trends und Entwicklungen
4.2 Herausforderungen und Grenzen der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit
4.3 Chancen und Perspektiven der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit in Deutschland vor dem Hintergrund fundamentaler Kritik an der klassischen Entwicklungszusammenarbeit. Ziel ist es, den aktuellen Stellenwert, historische Entwicklungstrends sowie zukünftige Perspektiven der Inlandsarbeit zu analysieren.
Neoliberale Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit
Ende der 2000er Jahre gewann die neoliberale Kritik an der EZ an Bedeutung. Sie stellte deren Wirksamkeit im Hinblick auf die Verbesserung der Wirtschaftsleistung im Globalen Süden nicht nur infrage, sondern machte die EZ als wesentliche Ursache für eine geringere Wirtschaftsleistung der Empfängerländer verantwortlich. Vor allem durch Veröffentlichungen von James Shikwati und Dambisa Moyo erhielt diese Kritik vermehrt Aufmerksamkeit. Die Autor*innen beziehen sich dabei explizit nicht auf die humanitäre Hilfe in Katastrophensituationen, sondern auf langfristig angelegte Entwicklungsvorhaben, Darlehen und Zahlungen an den afrikanischen Kontinent und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung (Shikwati, 2006, S. 6 & Moyo, 2009, S. 6 ff.). Beide bilanzieren die letzten 70 Jahre der EZ und kommen zu dem Schluss, dass die Billiarden an Entwicklungsgeldern, die bislang in die sogenannten Entwicklungsländer geflossen sind, die „Probleme“ des afrikanischen Kontinents nicht lösen konnten (Moyo, 2009, S. 35 ff.). Vielmehr seien die Zahlungen selbst das tatsächliche Problem Afrikas. Dementsprechend fordern beide Autor*innen die Beendigung der EZ (Shikwati, 2006, S. 14 & Moyo, 2009, S. 44 ff.).
Mehr als die Hälfte der afrikanischen Staaten zählen zu den sogenannten Least Developed Countries (LDC) (UNCTAD, 2021), die Mehrzahl der afrikanischen Länder ist zu großen Teilen von Entwicklungsgeldern abhängig. In Uganda bspw. betrug der Anteil der Entwicklungsgelder an den gesamten Staatseinnahmen im Jahr 2017 über 50%, in Äthiopien und Tansania waren es über 30% (OECD, 2019, S. 2 & CIA, 2021). Eine solche maßgebliche Finanzierung der Regierungen durch ausländische Geber*innen führe laut Moyo (2009, S. 57 f.) vor allem dazu, dass diese, im Gegensatz zu Regierungen von Ländern mit steuerfinanzierten Haushalten, ihrer Bevölkerung keine Rechenschaft schuldig sind und sich für Misswirtschaft oder gar Missbrauch der Entwicklungsgelder nicht rechtfertigen müssen.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse an der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit als Reaktion auf fundamentale Kritik an der Entwicklungszusammenarbeit und stellt die Forschungsfrage vor.
2. Hintergründe und Forschungsdesign: Dieses Kapitel definiert den Begriff der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit, beschreibt die relevanten Akteure und erläutert die methodische Konzeption der Studie.
3. Kritische Betrachtungen der Entwicklungszusammenarbeit: Hier werden neoliberale, postkoloniale und Post-Development-Ansätze dargestellt, die den theoretischen Rahmen für die Neuausrichtung entwicklungspolitischer Arbeit bilden.
4. Bedeutung entwicklungspolitischer Inlandsarbeit: Das Kapitel analysiert aktuelle Trends anhand von Umfragedaten und Ausgabenstatistiken und beleuchtet die Herausforderungen sowie Chancen für zivilgesellschaftliches Engagement.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bestätigt bzw. diskutiert die Hypothesen über die Bedeutung der Inlandsarbeit.
6. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der für die Arbeit verwendeten Quellen.
Entwicklungspolitische Inlandsarbeit, Entwicklungszusammenarbeit, Post-Development, Neoliberale Kritik, Postkoloniale Theorie, Imperiale Lebensweise, Bildungsarbeit, Lobbyarbeit, Engagement Global, Nachhaltige Entwicklung, Armutsbekämpfung, Globaler Norden, Globaler Süden, Zivilgesellschaft, Finanzierung.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von entwicklungspolitischer Inlandsarbeit in Deutschland und wie diese als Alternative oder Ergänzung zur klassischen Auslandsarbeit fungieren kann.
Zentrale Themen sind Bildungsarbeit, politische Kampagnen, strukturelle Kritik am Entwicklungsbegriff sowie die Herausforderungen bei der Finanzierung zivilgesellschaftlicher Projekte.
Das Ziel ist es, zu identifizieren, welchen Stellenwert die Inlandsarbeit aktuell hat, wie sie historisch gewachsen ist und welche zukünftige Rolle ihr bei der Bewältigung globaler Ungleichheit zukommt.
Die Autorin kombiniert eine Literaturanalyse zu entwicklungspolitischen Kritiken mit quantitativen Daten des BMZ sowie einer eigens durchgeführten Online-Umfrage unter NRO.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den theoretischen Grundlagen (Kritik an der EZ) sowie einer empirischen Analyse von Trends, Chancen und Finanzierungshürden bei inländischen entwicklungspolitischen Aktivitäten.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie imperiale Lebensweise, Post-Development, struktureller Wandel, Lobbyarbeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung charakterisiert.
Die neoliberale Kritik von Vertretern wie Dambisa Moyo dient dazu, den Anpassungsdruck zu verdeutlichen, der auf klassischen Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit lastet.
Die Finanzierung wird als eines der größten Hindernisse identifiziert, da die Abhängigkeit von spezifischen Projektförderungen eine nachhaltige und unabhängige inhaltliche Arbeit der Organisationen erschwert.
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