Diplomarbeit, 2007
49 Seiten, Note: 2,25
1. Einleitung
2. Konzeptionelle Grundlagen der Konzernsteuerquote
2.1 Definition und Zusammensetzung
2.2 Bedeutung latenter Steuern für die Konzernsteuerquote
2.3 Überleitungsrechnung als Dynamisierung der Konzernsteuerquote
2.4 Wesentliche Einflussfaktoren der Konzernsteuerquote
2.4.1 Steuerfreie Erträge und nichtabziehbare Aufwendungen
2.4.2 Besteuerungsunterschiede im Ausland
2.4.3 Auswirkungen steuerlicher Verluste
3. Funktionen der Konzernsteuerquote
3.1 Kennzahlenfunktion
3.2 Informationsfunktion
3.3 Kontroll- und Benchmarkingfunktion
3.4 Vergütungsfunktion
4. Management der Konzernsteuerquote
4.1 Visualisierung der Konzernsteuerquote für das Steuermanagement
4.2 Instrumente zur Optimierung der Konzernsteuerquote
4.2.1 Vermeidung steuerlicher Inneffizienzen
4.2.2 Nutzung internationaler Steuergefälle bei Verrechnungspreisen
4.2.3 Finanzierungsgestaltungen
4.2.4 Optimierung des Konzernaufbaus
4.2.5 Verlagerung von Funktionen, Risiken und Sitzverlagerung
4.3 Konsequenzen für die klassische Bilanzpolitik und für die traditionelle Investitionsrechnung
5. Implikationen der Konzernsteuerquote für das Controlling
5.1 Steuern in deutscher Controllingliteratur und –praxis
5.2 Etablierung des Tax Accounting als Basis für das Tax Controlling
5.5 Entwicklungsprozess des Tax Controlling
Fazit
Ziel der Arbeit ist es, die Konzernsteuerquote als Kennzahl zur Beurteilung der effektiven Steuerbelastung darzustellen, ihre zentralen Einflussfaktoren zu analysieren und die notwendigen Implikationen für ein modernes Steuercontrolling in international tätigen Unternehmen aufzuzeigen.
4.2.1 Vermeidung steuerlicher Ineffizienzen
Steuerliche Ineffizienzen entstehen, wenn etwa nicht abziehbare Aufwendungen wie z.B. nicht abzugsfähige Bewirtungskosten, Reisekosten, Goodwill-Abschreibungen oder nicht abziehbare Verluste aus Beteiligungsveräußerungen oder Teilwertabschreibungen vorliegen. Zur Erzielung steuerlicher Effizienz müssen steuerlich nicht abziehbare Aufwendungen weitgehend reduziert werden. Die Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben der Konzernobergesellschaft kann z.B. durch die Herstellung einer Organschaft erreicht werden (Herzig 2003: 85).
Daneben ist es für die Konzernsteuerquotenminimierung effizient, Erträge im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften steuerfrei zu vereinnahmen (Dempfle 2006: 280). Während die steuerfreien Beteiligungserträge nach § 8b Abs.1 i.V.m. Abs.5 KStG zu den dauerhaften Gestaltungen der Konzernsteuerquote gezählt werden können, handelt es sich bei den steuerfreien Beteiligungsveräußerungen nach § 8 Abs. 2 i.V.m. Abs. 3 KStG allerdings um kurzfristige aperiodische Einflussfaktoren der Steuerquote.
Ein weiteres Instrument in diesem Gestaltungsfeld ist die Vermeidung des Untergangs steuerlicher Verlustvorträge. Der Untergang von Verlustvorträgen kann z.B. durch Umstrukturierungen im Konzern ausgelöst werden. Verlustvorträge können aber auch einer beschränkten Vortragsfrist unterliegen, wie dies beispielsweise in der Schweiz, USA, Japan, Polen, Italien und China der Fall ist. Dem Steuermanagement im Konzern obliegt durch gezielte Steuergestaltungen steuerpflichtiges Einkommen zu generieren, um so die Verlustverrechnung zu sichern. Zur Generierung steuerpflichtigen Einkommens bieten sich z. B. sale-and-lease-back-Gestaltungen oder die Gestaltung von Verrechnungspreisen an. Die Instrumente zur Vermeidung steuerlicher Ineffizienzen entfalten die schwächste Wirkung auf die Konzernsteuerquote. Deswegen sind diese Instrumente im ersten Gestaltungsfeld der Abb. 5 angesiedelt. Durch ihren Einsatz kann lediglich die sog. strukturelle Konzernsteuerquote erreicht werden.
1. Einleitung: Erläutert die wachsende Bedeutung der Konzernsteuerquote für deutsche Unternehmen aufgrund der internationalen Rechnungslegung und den zunehmenden Kapitalmarktdruck.
2. Konzeptionelle Grundlagen der Konzernsteuerquote: Definiert die Kennzahl und erläutert die Bedeutung latenter Steuern sowie die Rolle der Überleitungsrechnung als dynamisches Analyseinstrument.
3. Funktionen der Konzernsteuerquote: Beschreibt die Kennzahl als Instrument für Kennzahlenanalysen, Informationsbedürfnisse, Benchmarking und leistungsorientierte Vergütungssysteme.
4. Management der Konzernsteuerquote: Detailliert komplexe Steuerungsinstrumente, von der Visualisierung der ETR-Kurve über Verrechnungspreise bis hin zur Funktionsverlagerung, und erörtert deren Auswirkungen auf die Bilanzpolitik.
5. Implikationen der Konzernsteuerquote für das Controlling: Zeigt auf, wie die traditionelle Steuerarbeit zum Tax Accounting weiterentwickelt werden muss, um ein integriertes Steuercontrolling in Unternehmen zu etablieren.
Fazit: Führt aus, dass eine moderne, wertschöpfende Steuerpolitik zwingend eine Abkehr von rein nationalen Strategien erfordert und die Implementierung prozessorientierter Kontrollsysteme notwendig macht.
Konzernsteuerquote, Effective Tax Rate, Überleitungsrechnung, Tax Accounting, Steuercontrolling, latent Steuern, Steuerbelastung, Verrechnungspreise, Unternehmenssteuerung, Shareholder Value, Tax Reconciliation, Steuerplanung, Konzernabschluss, Kapitalmarktorientierung, Werttreiber.
Die Arbeit untersucht die Konzernsteuerquote als eine zunehmend relevante Kennzahl zur Steuerung der steuerlichen Performance international agierender Konzerne und deren Einfluss auf den Unternehmenswert.
Im Fokus stehen die methodische Herleitung der Konzernsteuerquote, die Identifizierung ihrer Werttreiber, verschiedene Gestaltungsfelder der Steueroptimierung und der Aufbau eines modernen Steuercontrollings.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Unternehmen die Konzernsteuerquote als Instrument zur effektiven Steuerbelastungssteuerung nutzen können, um den Anforderungen der Kapitalmärkte gerecht zu werden und gleichzeitig steuerliche Ineffizienzen zu vermeiden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der systemtheoretischen Aufarbeitung steuerlicher Kennzahlen, ergänzt durch die Darstellung und Auswertung von Überleitungsrechnungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die konzeptionellen Grundlagen, die Funktionen der Kennzahl (Informations-, Kontroll- und Vergütungsfunktion) sowie das Management und die Optimierung der Quote durch verschiedene Instrumente wie Verrechnungspreise und Finanzierungsgestaltungen.
Wesentliche Begriffe sind Konzernsteuerquote, Tax Accounting, Steuercontrolling, Überleitungsrechnung und Werttreiber der steuerlichen Performance.
Latente Steuern haben einen erheblichen Einfluss auf die Konzernsteuerquote und können deren Volatilität glätten. Ihr Verständnis ist für die Prognosefähigkeit und die steuerliche Performance-Messung essenziell.
Durch die strengen Anforderungen an Risiko- und Kontrollsysteme wächst der Druck auf Vorstände, zentrale steuerbezogene Prozesse umfassend zu erfassen, zu dokumentieren und direkt zu überwachen.
Die klassische Steuerbilanzpolitik ist häufig an Zahlungsströmen orientiert, während die Konzernsteuerquote als Performance-Kennzahl auf andere Faktoren reagiert, was zu Fehlanreizen führen kann, wenn die Instrumente nicht aufeinander abgestimmt sind.
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