Doktorarbeit / Dissertation, 1997
107 Seiten, Note: 2
1. EINLEITUNG
2. GRUNDLAGEN
2.1. Die Stammzellhypothese
2.2. Entwicklungsgeschichte der Tumorklonierung
2.2.1. Klonierungsverfahren in Petrischalen
2.2.2. Weichagarklonierung in Glaskapillaren
2.2.3. Anwendungsbereiche der Weichagarklonierung und Perspektiven
2.3. Cisplatin
2.3.1. Strukturformel und Wirkungsmechanismus
2.3.2. Wirkungsspektrum, Nebenwirkungen und Pharmakokinetik
2.4. Carboplatin
2.4.1. Chemische Struktur, Wirkmechanismus und Pharmakokinetik
2.4.2. Klinische Wirksamkeit und Nebenwirkungen
2.5. cis-Diammin-[(bis(phosphonatomethyl)amino)acetato(2-)-O1,N1]platin(II) (KP 735)
2.5.1. Chemische Struktur und Physikalisch-chemische Eigenschaften
2.5.2. Herstellung
2.5.3. Untersuchungen zur Interaktion von Platinverbindungen mit Biomolekülen
2.5.4. Hypothesen zum antitumoralen Wirkungsmechanismus
2.5.5. Präklinische Untersuchungen zur Wirksamkeit von KP 735
2.5.6. Toxikologische Daten
3. FRAGESTELLUNG DER DISSERTATION
4. EIGENE UNTERSUCHUNGEN
4.1. Material
4.1.1. Arbeitsgeräte und Labormaterial
4.1.2. Flüssigmaterialien und Medien
4.1.3. Klinisch eingesetzte Zytostatika
4.1.4. Die Platinverbindung KP 735
4.2. Durchführung der Kapillären Weichagarklonierung
4.2.1. Probenentnahme und Transport
4.2.2. Aufarbeitung des Tumormaterials bis zur Einzelzellsuspension
4.2.2.1. Vorgehen bei Punktaten
4.2.2.2. Bearbeitung solider Proben
4.2.2.3. Einfrieren von Tumorzellen und Wiederauftauen
4.2.3. Zellzahlbestimmung und Vitalitätsbeurteilung
4.2.4. Kontinuierliche Exposition
4.2.5. Kurzzeitexposition
4.2.6. Auswertung des klonogenen Wachstums
4.2.6.1. Lichtmikroskopische Zählkriterien
4.2.6.2. Statistische Methoden
5. ERGEBNISSE
5.1. Charakterisierung des untersuchten Tumormaterials
5.1.1. Auswertbare Proben
5.1.1.1. Kontinuierliche Exposition
5.1.1.2. Kurzzeitexposition
5.2. Beeinflussung des klonogenen Wachstums durch KP 735
5.2.1. Antitumorale Aktivität bei Langzeitexposition
5.2.2. Antitumorale Aktivität bei der Kurzzeitexposition
5.3. Antitumorale Wirksamkeit von KP 735 in Abhängigkeit von der Expositionsdauer
5.4. Individuelle Konzentrations-Wirkungskurven
5.5. Wirkungsvergleich zwischen KP 735 und klinisch eingesetzten Zytostatika in vitro
5.5.1. Kontinuierliche Exposition
5.5.2. Kurzzeitexposition
5.6. Tumortypen mit besonderer Sensitivität oder Resistenz gegenüber KP 735
5.7. Morphologie einzelner Tumorkolonien
6. DISKUSSION
7. ZUSAMMENFASSUNG
Diese Arbeit untersucht das antineoplastische Potenzial der neuen, Phosphonsäure-gekoppelten Platinverbindung KP 735 auf das klonogene Wachstum frisch explantierter humaner Tumorzellen in vitro. Ziel ist es, die Wirksamkeit unter verschiedenen Expositionsbedingungen (Langzeit- vs. Kurzzeitexposition) zu evaluieren und mit etablierten Zytostatika wie Cisplatin und Carboplatin zu vergleichen.
2.2. Entwicklungsgeschichte der Tumorklonierung
Im Jahre 1955/56 gelang es Puck et al. ein in vitro-Klonierungsverfahren zu entwickeln. Dabei verwendeten sie die etablierte Zellinie (HeLa) in Monolayerkulturen, deren Einzelzellen im Agar derartige Lebensbedingungen vorfanden, daß aus einigen von ihnen Zellansammlungen, sog. Kolonien bzw. Klone entstanden [71]. In den sechziger Jahren führten Till und McCulloch, Pluznik und Sachs sowie Bradley und Metcalf, sowie Metcalf und Mitarbeiter Kultivierungsversuche mit hämatopoietischen Progenitorzellen (Granulozyten-, Makrophagenvorstufen) durch und brachten damit die Erforschung der normalen und gestörten Hämatopoese einen wichtigen Schritt weiter [83], [12], [58], [68], [59]. Park et al. entwickelten 1971 schließlich ein System, das eine Klonierung von transplantierbaren Myelomen (von Mäusen mit BALB/c-Abstammung) in vitro ermöglichte [63]. Erstmals wurde dabei auch das Verhalten von Myelomlinien gegenüber verschiedenen Zytostatika untersucht [60]. Tumorzellinien stellen ein experimentelles Modell dar, deren Wachstumscharakteristika jedoch von denen solider Tumoren in vivo abweichen können. In vitro-Systeme mit frisch explantiertem Material besitzen einen engeren Bezug zur Klinik und können damit als Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung dienen.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problematik solider Tumoren und der Notwendigkeit für neue, wirksamere und nebenwirkungsärmere Chemotherapeutika, sowie die Einführung der untersuchten Substanz KP 735.
2. GRUNDLAGEN: Erläuterung der Stammzellhypothese, der historischen Entwicklung von Klonierungsverfahren wie dem Human Tumor Cloning Assay (HTCA) sowie physikalisch-chemische und pharmakologische Details zu Cisplatin, Carboplatin und KP 735.
3. FRAGESTELLUNG DER DISSERTATION: Formulierung der wissenschaftlichen Forschungsziele und spezifischen Fragestellungen zur Wirksamkeit von KP 735.
4. EIGENE UNTERSUCHUNGEN: Beschreibung der verwendeten Materialien, der Laborausrüstung und der methodischen Durchführung der kapillären Weichagarklonierung einschließlich der Auswertungskriterien.
5. ERGEBNISSE: Detaillierte Präsentation der Daten zur Charakterisierung des Tumormaterials sowie der inhibitorischen Effekte von KP 735 in Langzeit- und Kurzzeitexpositionen inklusive Vergleichen mit Standardzytostatika.
6. DISKUSSION: Interpretation der erzielten Ergebnisse hinsichtlich der antitumoralen Aktivität von KP 735, der Bedeutung der Expositionsdauer und der klinischen Perspektiven für die Therapie schwer behandelbarer Tumoren.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Fazit zur Wirksamkeit und zukünftigen Anwendbarkeit von KP 735.
KP 735, Platinverbindung, Weichagarklonierung, Humane Tumorzellen, Chemosensitivität, Antitumorale Wirkung, Cisplatin, Carboplatin, Zellkultur, Klonogenes Wachstum, In vitro Testung, Antiproliferative Wirkung, Onkologie, Zytostatika, Stammzellhypothese.
Die Arbeit untersucht die antineoplastische Wirksamkeit einer neuen, Phosphonsäure-gekoppelten Platinverbindung namens KP 735 auf das klonogene Wachstum von frisch explantierten humanen Tumorzellen im Rahmen eines speziellen in-vitro-Klonierungsverfahrens.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung und Evaluierung von in-vitro-Methoden zur Testung neuer Chemotherapeutika, die Bedeutung der Expositionsdauer für die antitumorale Wirkung sowie die vergleichende Wirksamkeit zwischen experimentellen Platinverbindungen und klinisch etablierten Zytostatika.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob die Substanz KP 735 einen antiproliferativen Effekt auf klonogenes Tumorwachstum in vitro zeigt und wie sich dieser Effekt in Abhängigkeit von der Konzentration und Expositionsdauer im Vergleich zu bekannten Medikamenten wie Cisplatin und Carboplatin darstellt.
Es wird das kapilläre Weichagarklonierungsverfahren verwendet, bei dem Tumorzell-Suspensionen in Glaskapillaren unter definierten Bedingungen inkubiert werden, um das klonogene Wachstum zu quantifizieren.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Beschreibung des Materials und der experimentellen Abläufe sowie die umfangreiche Analyse und statistische Auswertung der erzielten Ergebnisse, unterteilt in Charakterisierung des Tumormaterials, Wirkung von KP 735 und den Wirkungsvergleich mit anderen Zytostatika.
Die Arbeit zeichnet sich durch die umfangreiche Verwendung von klinischem Primärtumormaterial, eine präzise statistische Auswertung mittels Mc Nemar’s-Test und die direkte Korrelation von in-vitro-Daten mit klinischen Anforderungen an die Chemosensitivitätstestung aus.
Ja, in bestimmten Konzentrationen und Expositionsbedingungen konnte für KP 735 eine signifikant höhere antitumorale Aktivität gegenüber Cisplatin nachgewiesen werden, während sie in äquimolaren Vergleichsdosen unterlegen war.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die inhibitorische Wirkung von KP 735 von der Dauer der Exposition beeinflusst wird, wobei längere Expositionszeiten tendenziell zu einer ausgeprägteren Hemmung des klonogenen Wachstums führen.
Die Arbeit deutet darauf hin, dass insbesondere Mammakarzinome, Mesotheliome und Nierenkarzinome in den höchsten getesteten Konzentrationsstufen eine ausgeprägte Sensitivität gegenüber der Behandlung mit KP 735 aufwiesen.
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