Bachelorarbeit, 2008
46 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Schülerfehlverhalten
2.2 Umgang mit Fehlverhalten
2.3 Die Wahrnehmungskontrolltheorie
2.4 Rechtliche Situation
3 Das Trainingsraummodell
3.1 Konzepterschließung
3.2 Durchführung
3.3 Voraussetzungen
3.4 TRM – in der Praxis
3.4.1 Die Verbreitung
3.4.2 Probleme bei der Anwendung
3.5 Anmerkungen
3.5.1 Die Stärken des Modells
3.5.2 Grenzen des Modells
3.6 Empirie und Statistiken
3.7 Feldstudie
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Problematik von Unterrichtsstörungen und analysiert das Trainingsraummodell (TRM) als methodischen Ansatz zur Bewältigung von Schülerfehlverhalten. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Ist die Trainingsraummethode eine geeignete Methode für den Umgang mit Schülerfehlverhalten?
3.4.2 Probleme bei der Anwendung
Das TRM ist ein Modell mit geplanten Abläufen, welches Aktionen und Reaktionen bedenkt und stets eine adäquate Lösung bieten soll. Besonders beim Einsatz im alltäglichen Schulbetrieb können Störungen des Programmablaufes auftreten, beispielsweise wenn ein Schüler das Programm nicht annimmt. Dies wird, neben der Problemstellung des Umgangs mit „Dauerbesuchern“, in diesem Abschnitt behandelt.
Wenn ein Schüler im Unterricht mehrmals stört und bereits auf sein Störverhalten hingewiesen wurde, er aber dennoch die Regeln nicht einhalten kann, so wird ihm Hilfe im Trainingsraum angeboten. Auch wenn der Schüler die Regeln nicht einhalten will, muss er den Klassenraum verlassen, um den lernwilligen Schülern zu ermöglichen, dass diese in Ruhe lernen können. In beiden Fällen werden ihm Hilfe und Unterstützung angeboten. Es soll sich hierbei nicht um ein Abschieben, sondern um ein pädagogisches Angebot handeln, bei dem der Schüler die Möglichkeit hat sein Verhalten zu reflektieren. Gegensätzlich zur Methodik des „Vor die Tür Schickens“, bei dem der Schüler sich selbst überlassen wird, wird ihm im TRP geholfen und er wird nicht abgeschoben (Bründel/Simon 2007, S. 140). Im Trainingsraum muss der „Übeltäter“ sein Verhalten reflektieren, ob er will oder nicht. Vor der Ausweisung aus der Klasse muss der Schüler Frage und Antwort stehen. Dies geschieht durch einen rituellen Frageprozess. Der Jugendliche wird jeweils gefragt, ob er im Unterricht verbleiben und sein Störverhalten aufgeben oder stattdessen den Trainingsraum aufsuchen will (vgl. Bröcher 2005, S. 139). Entscheidet sich der Schüler weder für das Einlenken noch möchte er freiwillig in den Trainingsraum gehen, da dieser Schüler häufig oder generell nicht bereit ist, überhaupt irgendeine Anweisung des Lehrers zu beachten, so gibt Balke (2003, S. 90 f.) in seinem Handbuch für das Trainingsraumprogramm auf diese Problematik einen Lösungsvorschlag:
1 Einleitung: Darstellung der aktuellen Problematik von Schülerfehlverhalten und Formulierung der Forschungsfrage nach der Eignung des Trainingsraummodells.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Begriffe rund um Unterrichtsstörungen und der Wahrnehmungskontrolltheorie sowie Einordnung in den rechtlichen Kontext.
3 Das Trainingsraummodell: Umfassende Analyse des Modells, seiner theoretischen Herkunft, Voraussetzungen, praktischen Anwendung, empirischen Ergebnisse und der Erfahrungen aus der Feldstudie.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Trainingsraummodells, Diskussion der Umsetzungsrisiken und Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen für eine gerechtere schulische Praxis.
Schülerfehlverhalten, Unterrichtsstörung, Trainingsraummodell, TRM, Disziplin, Wahrnehmungskontrolltheorie, Schulpädagogik, Reflexion, Erziehungsmaßnahmen, Sanktionen, pädagogische Freiheit, Schulrecht, Evaluation, Verhaltensänderung, Sozialregeln.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Umgang von Lehrkräften mit störendem Schülerverhalten und der Frage, inwiefern das Trainingsraummodell eine effektive und pädagogisch sinnvolle Antwort auf diese Herausforderungen darstellt.
Zentrale Themen sind die pädagogische und rechtliche Einordnung von Disziplinproblemen, die psychologische Grundlage der Wahrnehmungskontrolltheorie sowie die praktische Umsetzung und Evaluation von Trainingsprogrammen an Schulen.
Das Ziel ist die kritische Hinterfragung des Trainingsraumprogramms: Es wird untersucht, ob das Modell tatsächlich zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung bei Schülern führt oder ob es Gefahr läuft, lediglich als reines „Rausschick-Programm“ zu fungieren.
Der Autor kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer eigenen, sechswöchigen Feldstudie, in der er verschiedene Trainingsräume hospitierend beobachtet hat.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsbestimmungen, rechtliche Lage, Wahrnehmungskontrolltheorie), die Darstellung der Programmstruktur und die empirische sowie praktische Auseinandersetzung mit der Umsetzung in deutschen Schulen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schülerfehlverhalten, Trainingsraummodell, Verhaltenssteuerung, pädagogische Freiheit und Wirksamkeitsevaluation charakterisieren.
Sie liefert die theoretische Basis für das Trainingsraummodell, indem sie davon ausgeht, dass Verhalten von innen heraus durch individuelle Wahrnehmungen und Zielvorstellungen gesteuert wird, anstatt nur eine Reiz-Reaktions-Kette zu sein.
Sie ist das rechtliche Instrument, das es Lehrern ermöglicht, im Rahmen ihres Amtes angemessene erzieherische Maßnahmen zu wählen, solange diese verhältnismäßig sind und dem staatlichen Schulzweck dienen.
Der Autor kritisiert insbesondere den Mangel an theoretischer Fundierung in vielen Schulen, den teils mechanischen Umgang mit Rückkehrplänen und die Gefahr, dass das Modell ohne intensive Vorbereitung zu einer bloßen Abschiebe-Maßnahme verkommt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Modell in der Praxis oft eher die Lehrkräfte und die lernwilligen Mitschüler entlastet, als bei den delinquenten Schülern eine tiefe, dauerhafte Einsicht und Einstellungsänderung zu bewirken.
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