Examensarbeit, 2019
73 Seiten
1. Einleitung
2. Der Liebesbegriff bei Platon
2.1. Zur Person Platons
2.2. Die Dialoge über die Liebe
2.2.1. Die Darstellung des Eros in Platons Phaidros
2.2.1.1. Die Rede des Lysias
2.2.1.2. Die Reden des Sokrates
2.2.2. Die Darstellung des Eros in Platons Symposion
2.2.2.1. Die sieben Reden über Eros
2.2.2.2. Das Wesen und der Nutzen des Eros in Platons Dialogen der Liebe
2.2.3. Phaidros und Symposion
3. Der Liebesbegriff bei Augustinus
3.1. Zur Person des Augustinus
3.2. Ausgewählte Texte und Textstellen zum Augustinischen Liebesbegriff
3.2.1. Confessiones
3.2.2. De Civitate Dei
3.2.3. Fides, spes et caritas
3.3. Der Blick ausgewählter Autoren auf Augustinus´ Agape
4. Platon versus Augustinus: Griechischer und christlicher Liebesbegriff im Vergleich
5. Eros und/ oder Agape? Abschließende Überlegungen zur Eigenart der Liebe aus christlich-theologischer Perspektive
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem antiken griechischen Eros-Konzept und dem christlichen Agape-Verständnis im Werk des Augustinus von Hippo. Das primäre Ziel ist die Analyse, ob der augustinische Liebesbegriff eine theologisch stringente christliche Argumentationslinie verfolgt oder ob er maßgeblich durch platonische Einflüsse geprägt ist, die eine reine Agape-Theorie erschweren.
2. Der Liebesbegriff bei Platon
Der platonische Liebesbegriff „Eros“ wird häufig als „die leidenschaftliche, rauschhafte Liebe, die der Grieche als verklärte Erotik auch im orgiastischen Kult sucht, aber ebenso als ein(en) Wegweiser zum göttlichen Schönen und wahrhaft Seienden [...] (verstanden)“ (Brandscheidt, 2018, 12). Allein schon diese Weite des „Eros-Begriffs“ belegt die Notwendigkeit, sich zunächst umfassend mit dem Eros auseinanderzusetzen. Entsprechend erfolgt in diesem Kapitel eine Analyse des Liebesbegriffs nach Platon. Um diesen in den (historischen) Kontext einordnen zu können, wird zunächst die Person Platons diskutiert. Aufbauend auf diesem Hintergrund werden die „Dialoge“ über die Liebe „Phaidros“, im Folgenden mit „Phdr.“ abgekürzt, und „Symposion“, im Folgenden mit „Symp.“ abgekürzt, dargestellt, die die grundsätzlichen Erörterungen und Bestimmungen des Eros im Sinne Platons beinhalten.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Begriffs Liebe und Vorstellung der Forschungsaufgabe zur Beziehung von Eros und Agape.
2. Der Liebesbegriff bei Platon: Analyse des platonischen Eros-Konzeptes unter Einbeziehung der zentralen Dialoge Phaidros und Symposion.
3. Der Liebesbegriff bei Augustinus: Untersuchung der augustinischen Liebestheorie basierend auf Schlüsselwerken wie Bekenntnisse und De Civitate Dei.
4. Platon versus Augustinus: Griechischer und christlicher Liebesbegriff im Vergleich: Systematischer Vergleich der beiden Liebeskonzeptionen hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und fundamentalen Unterschiede.
5. Eros und/ oder Agape? Abschließende Überlegungen zur Eigenart der Liebe aus christlich-theologischer Perspektive: Kritische Reflexion der theologischen Stringenz von Augustinus' Argumentationsketten.
6. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Vereinbarkeit oder Unvereinbarkeit von Eros und Agape im christlichen Denken.
Eros, Agape, Platon, Augustinus, Liebe, Mangel, Gottesliebe, Nächstenliebe, Christentum, Theologie, Antike, Selbstliebe, Philia, Triebbefriedigung, Heilslehre.
Die Arbeit widmet sich der Untersuchung, wie sich der antike platonische Eros-Begriff und der christliche Agape-Begriff zueinander verhalten und wie Augustinus diese Motive in seiner Theologie verknüpft hat.
Im Zentrum stehen die griechische Philosophie (Platon), die christliche Dogmatik (Augustinus) sowie die theologiegeschichtliche Auseinandersetzung mit dem Wesen der Liebe.
Es soll geklärt werden, ob Augustinus eine rein christliche Agape-Lehre vertritt oder ob seine Theorie durch platonisches Gedankengut so stark beeinflusst ist, dass Eros und Agape in einer Weise verschmelzen, die aus Sicht strenger Theologen als problematisch gilt.
Die Verfasserin analysiert die Originalschriften (Phaidros, Symposion, Confessiones, etc.) und stellt diese auf Basis zeitgenössischer Sekundärliteratur in einen vergleichenden theologischen Kontext.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der platonischen Eros-Lehre, eine ebenso gründliche Erarbeitung des augustinischen Liebesbegriffs sowie einen direkten Vergleich beider Motive.
Eros wird primär als begehrende Liebe aus einem Mangel heraus definiert, während Agape als göttliche, selbstlose und schenkende Liebe verstanden wird.
Für Platon bedeutet Eros ein ständiges Streben nach dem Schönen und Guten, da der Liebende erkennt, dass er dieses nicht besitzt – Eros ist somit ein "Mangelwesen".
Kritiker wie Anders Nygren werfen Augustinus vor, biblische Inhalte unzulässig mit platonischer Erotik vermischt zu haben, was die Reinheit des christlichen Agape-Gedankens gefährde.
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