Magisterarbeit, 2008
117 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
2 Mandevilles Vordenker
2.1 Von der Reformation zur Aufklärung – erkenntnistheoretische Vordenker
2.1.1 Antitraditionelle Philosophiekritik am Beispiel der Idolenlehre Bacons
2.1.2 Materialismus nach Thomas Hobbes
2.1.3 Die skeptische Methode am Beispiel Pierre Bayles
2.2 Anthropologische Vordenker
2.2.1 Die Psychologie der Moralisten
2.2.1.1 Michel de Montaigne
2.2.1.2 François de La Rochefoucauld
2.2.2 Die Anthropologie des Thomas Hobbes
2.3 Moralphilosophische Vordenker
2.3.1 Politischer Konformismus am Beispiel Michel de Montaignes
2.3.2 Die Moralphilosophie des Thomas Hobbes
2.3.2.1 Moral und Staat nach Thomas Hobbes
2.3.2.2 Die Intention des Leviathan
2.3.3 Der sündige Mensch bei Pierre Bayle
2.3.4 Shaftesburys Moral Sense
3 Bernard de Mandeville, Leben und Schriften
3.1 Die Bienenfabel oder Private Laster, öffentliche Vorteile
4 Mandeville in der Tradition der Bürgerlichen Aufklärung
4.1 Mandevilles Erkenntnistheorie
4.1.1 Mandevilles Materialismus
4.1.2 Mandeville und Bayle – zwei Skeptiker
4.2 Mandevilles Anthropologie
4.2.1 Der natürliche Mensch
4.2.2 Die Vernunft bei Mandeville
4.2.3 Selbstliebe und natürliche Affekte
4.2.3.1 Das Mitleid
4.2.4 Die künstlichen Affekte
4.3 Die Moral bei Mandeville
4.3.1 Mandevilles rigorose Tugend
4.3.1.1 Tugend als Selbstverleugnung
4.3.1.2 Die Genesis der Tugend
4.3.1.3. Mandevilles calvinistischer Tugendbegriff
4.3.1.4 Falsche Tugend am Beispiel der Barmherzigkeit
4.3.2 Die Gesellschaft bei Mandeville
4.3.2.1 Der Staatszweck bei Mandeville
4.3.2.2 Künstliche Sittlichkeit als Instrument der Gesellschaftspolitik
4.3.2.3 Privates Laster, öffentlicher Vorteil
4.3.2.4 Der Luxus und das System der Bedürfnisse
4.3.2.5 Vom relativen individuellen Nutzen
4.4 Mandeville Intention
5 Mandeville und seine Vordenker – Eine Zusammenfassung
5.1 Mandeville und Thomas Hobbes
5.2 Mandeville und die Moralisten
5.3 Mandeville und Pierre Bayle
6 Resümee
7. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen von Bernard Mandevilles Werk und ordnet ihn ideengeschichtlich in die Tradition der Bürgerlichen Aufklärung ein. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit Mandeville systematisch an Vordenker wie Thomas Hobbes, Pierre Bayle und französische Moralisten anknüpft, um sein Menschenbild und seine Gesellschaftskritik zu begründen.
2.1.1 Antitraditionelle Philosophiekritik am Beispiel der Idolenlehre Francis Bacons
Ein glänzendes Beispiel für die Beschreibung dessen, was Philosophie nach dem neuen Verständnis bisher versäumt oder zu beachten vernachlässigt hat, stellt Francis Bacon (1561 – 1626) im zweiten Teil seiner „Großen Erneuerung der Wissenschaften“, dem „Neuen Organon“ dar. Hier findet sich seine Idolenlehre. So sei das menschliche Erkenntnisvermögen insofern eingeschränkt, als es von vier verschiedenen Typen von idolas, also Trugbildern, behindert werde.
Die ersten zwei Typen beschreibt Bacon als die zur menschlichen Gattung gehörenden Trugbilder, die idola tribus und die idola specus. Anders als später etwa bei Locke ist der menschliche Geist für Bacon keine Tabula-rasa. Der Mensch pflanzt vielmehr den Dingen, die er beobachtet, seine eigene Natur ein. Ein typisches „Trugbild des Stammes“ werde zum Beispiel durch den Einfluss erzeugt, den Willen und Affekte auf den menschlichen Verstand hätten. Dieser Vorgang werde in der Regel nicht reflektiert, so dass der Mensch z.B. das, was er lieber für wahr hielte, auch eher glaube. Der menschliche Verstand folge darüber hinaus seiner Natur, wenn es ihn von der einzelnen Beobachtung vorschnell zum Abstrakten dränge.
1 Einführung: Diese Einleitung umreißt den Rahmen der Arbeit und positioniert Mandeville innerhalb der Frühaufklärung, wobei die ökonomische und philosophische Literatur kritisch hinterfragt wird.
2 Mandevilles Vordenker: Dieses Kapitel analysiert die erkenntnistheoretischen, anthropologischen und moralphilosophischen Traditionslinien, aus denen Mandeville schöpft, insbesondere durch Hobbes, Bayle, Montaigne und La Rochefoucauld.
3 Bernard de Mandeville, Leben und Schriften: Eine biographische und bibliographische Darstellung von Mandeville sowie eine Einführung in sein zentrales Werk, die „Bienenfabel“.
4 Mandeville in der Tradition der Bürgerlichen Aufklärung: Der Hauptteil, in dem Mandevilles eigene Positionen zu Erkenntnistheorie, Anthropologie und Moral systematisch auf Basis seiner Vordenker entwickelt werden.
5 Mandeville und seine Vordenker – Eine Zusammenfassung: Ein resümierender Abgleich der Mandevilleschen Thesen mit den Erkenntnissen aus den vorangegangenen Kapiteln zu Hobbes, den Moralisten und Bayle.
6 Resümee: Die abschließende Einordnung Mandevilles als kritischer, doch in Teilen apologetischer Denker der frühen bürgerlichen Gesellschaft.
Bernard Mandeville, Bürgerliche Aufklärung, Thomas Hobbes, Pierre Bayle, Anthropologie, Moralistik, Selbstliebe, Tugend, Laster, Öffentlicher Vorteil, Erkenntnistheorie, Materialismus, Skeptizismus, Gesellschaftstheorie, Nutzenmaximierung.
Die Arbeit analysiert die philosophische Einordnung von Bernard Mandeville in die Epoche der Bürgerlichen Aufklärung und untersucht seine theoretischen Wurzeln.
Die zentralen Themen sind Erkenntnistheorie, Anthropologie und Moralphilosophie, insbesondere im Hinblick auf Mandevilles Verständnis von Tugend und gesellschaftlichem Nutzen.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Mandevilles Werk trotz seiner satirischen Form systematisch fassbar ist und sich in die Tradition großer Vordenker einordnen lässt.
Der Autor nutzt eine ideengeschichtliche Methode, um durch den Vergleich von Mandevilles Texten mit denen seiner Vordenker (z.B. Hobbes, Bayle) Zusammenhänge und Einflüsse offenzulegen.
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Analyse von Mandevilles Materialismus, seiner Anthropologie (einschließlich Selbstliebe und Affektlehre) sowie seiner speziellen Auffassung von Tugend und Gesellschaft.
Neben Mandeville selbst sind dies Begriffe wie "Bienenfabel", "Selbstliebe", "Privates Laster", "Öffentlicher Vorteil" und die methodischen Anlehnungen an den Hobbesschen Materialismus.
Die Arbeit sieht große erkenntnistheoretische und anthropologische Überschneidungen (Mechanismus, Selbsterhaltung), betont aber die Unterschiede in der politischen Legitimation und dem Ziel der Gesellschaft.
Die Arbeit identifiziert die satirische Form als ein Mittel, das gesellschaftliche Missstände pointiert darstellt, aber gleichzeitig das Paradoxon zwischen kritischem Inhalt und apologetischer Haltung Mandevilles verstärkt.
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