Bachelorarbeit, 2022
45 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN
2.1. SOZIALE UNGLEICHHEITEN
2.2. BILDUNGSUNGLEICHHEIT
2.3. DIE CORONA‐PANDEMIE UND IHRE MAßNAHMEN
3. FORSCHUNGSSTAND ZUR BILDUNGSUNGLEICHHEIT VOR DER CORONA‐PANDEMIE
3.1. SOZIALE HERKUNFT UND DIE BILDUNGSUNGLEICHHEIT
3.2. MIGRATIONSHINTERGRUND UND DIE BILDUNGSUNGLEICHHEIT
4. FORSCHUNGSSTAND ZUR BILDUNGSUNGLEICHHEIT IN DEUTSCHLAND WÄHREND DER CORONA – PANDEMIE
4.1. DIE SOZIALE HERKUNFT UND DIE BILDUNGSUNGLEICHHEIT
4.2. DER MIGRATIONSHINTERGRUND UND DIE BILDUNGSUNGLEICHHEIT
5. ERKLÄRUNGSANSÄTZE ZUR BILDUNGSUNGLEICHHEIT
5.1. DER KAPITALANSATZ NACH BOURDIEU
5.2. DER KAPITALANSATZ UND DIE AUSWIRKUNGEN AUF DIE BILDUNGSUNGLEICHHEIT IN DER PANDEMIE
6. PROGNOSEN ZUR BILDUNGSUNGLEICHHEIT DURCH DIE CORONA‐PANDEMIE
6.1. FOLGEN DER DISTANZLEHRE
6.2. ENTWICKLUNG DER UNGLEICHHEIT
6.3. LÖSUNGSMAßNAHMEN
7. FAZIT UND AUSBLICK
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die in Deutschland bereits vor der Krise bestehende Bildungsungleichheit. Ziel ist es, durch eine Analyse des Forschungsstandes und die Anwendung der Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu aufzuzeigen, wie unterschiedliche Ressourcenausstattungen in Familien die Bildungschancen von Kindern während der Schulschließungen beeinflusst haben und welche Konsequenzen daraus für die zukünftige Bildungsgerechtigkeit resultieren.
3.1. Soziale Herkunft und die Bildungsungleichheit
Die enge Kopplung zwischen der sozialen Herkunft und dem Bildungserfolg der Schüler*innen ist unumstritten und wird immer wieder durch zahlreiche Studien der Bildungsforschung belegt. Bei gleicher erbrachter Leistung der Schüler*innen entscheidet noch immer die soziale Herkunft über den Bildungserfolg. Klundt legt dar, dass somit Bildungs-, Karriere- sowie Partizipationschancen von der Familie an ihre Kinder weitervererbt werden (vgl. Klundt 2017: 42). In Abhängigkeit zu den sozialen Verhältnissen innerhalb der Familie, haben Schüler*innen unterschiedliche Chancen auf die Bildungsteilhabe.
Aus dem Bildungsbericht des Jahres 2020 geht hervor, dass sich drei Risikolagen von Familien definieren lassen. Diese drei Risikolagen umfassen gering qualifizierte Eltern, die soziale Risikolage sowie die finanzielle Risikolage von Familien. 2018 war, so der Bildungsbericht, jedes dritte Kind unter 18 Jahren von mindestens eines dieser drei Risikolagen betroffen (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2020: 40). Die Risikolage der gering qualifizierten Eltern ist, nach Angaben des Bildungsberichtes, gegeben wenn beide Elternteile weder einen Berufsabschluss noch eine Hochschulreife vorweisen können. Daraus ergibt sich für die Kinder die negative Folge, dass die Eltern nicht in der Lage sind die Kinder bei den Schulaufgaben unterstützen zu können. Circa zehn Prozent der Schüler*innen in Deutschland wachsen nachweislich in einem Haushalt auf, in dem kein Elternteil einen Beruf ausübt.
1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der pandemiebedingten Verschärfung der Bildungsungleichheit und Definition der zentralen Fragestellung.
2. BEGRIFFSERLÄUTERUNGEN: Definition zentraler Begriffe wie soziale Ungleichheit, Bildungsungleichheit sowie Distanzlehre als Kontext der Pandemie.
3. FORSCHUNGSSTAND ZUR BILDUNGSUNGLEICHHEIT VOR DER CORONA‐PANDEMIE: Überblick über die bestehende Korrelation zwischen sozialer Herkunft, Migrationshintergrund und Bildungserfolg vor 2020.
4. FORSCHUNGSSTAND ZUR BILDUNGSUNGLEICHHEIT IN DEUTSCHLAND WÄHREND DER CORONA – PANDEMIE: Untersuchung der spezifischen Belastungen für benachteiligte Familien durch die Verlagerung des Lernortes nach Hause.
5. ERKLÄRUNGSANSÄTZE ZUR BILDUNGSUNGLEICHHEIT: Theoretische Fundierung durch das Konzept der Kapitalsorten nach Pierre Bourdieu zur Erklärung der Pandemie-Folgen.
6. PROGNOSEN ZUR BILDUNGSUNGLEICHHEIT DURCH DIE CORONA‐PANDEMIE: Analyse der Folgen der Distanzlehre und Diskussion möglicher Lösungsmaßnahmen zur Kompensation der Bildungsdefizite.
7. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsfragen zur Wirksamkeit von Lösungsstrategien.
Bildungsungleichheit, Corona-Pandemie, soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Bourdieu, Kapitaltheorie, Distanzlehre, Bildungsgerechtigkeit, Bildungsarmut, Schulschließungen, soziale Disparität, Bildungschancen.
Die Arbeit untersucht, wie sich die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Schulschließungen auf die Bildungschancen von Kindern aus verschiedenen sozialen Schichten in Deutschland ausgewirkt haben.
Zentral sind der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft bzw. Migrationshintergrund und dem Bildungserfolg sowie die Bedeutung elterlicher Unterstützung in der Distanzlehre.
Die zentrale Fragestellung lautet, wie sich der Zeitraum der Schulschließungen in Deutschland auf die bereits zuvor existierende Bildungsungleichheit ausgewirkt hat.
Die Autorin nutzt den Kapitalansatz nach Pierre Bourdieu (ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital), um die unterschiedlichen Bewältigungsmöglichkeiten von Familien während der Pandemie zu begründen.
Der Hauptteil analysiert zunächst den Forschungsstand vor und während der Pandemie, führt die Bourdieu'sche Theorie ein und diskutiert anschließend Prognosen sowie mögliche politische Lösungsmaßnahmen.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Begriffe Bildungsungleichheit, Corona-Pandemie, soziale Herkunft und Distanzlehre aus.
Der familiäre Status entschied über den Zugang zu Ressourcen wie digitalen Endgeräten, Internetstabilität und vor allem über die Kompetenz der Eltern, ihre Kinder bei den Schulaufgaben zu unterstützen.
Kinder mit Migrationshintergrund sind oft einer "doppelten Benachteiligung" ausgesetzt, da neben schichtspezifischen Faktoren häufig Sprachbarrieren erschwerend hinzukommen, die den Zugang zur Distanzlehre zusätzlich hemmen.
Diskutiert werden unter anderem die Ausstattung aller Schüler mit digitalen Endgeräten samt Medienkompetenz-Schulung, zusätzliche Lernangebote sowie eine engere Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus.
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