Diplomarbeit, 2008
75 Seiten
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau und Ziele der Arbeit
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1 Moderne Kapitalmarkttheorie
2.1.1 Effizienzmarkthypothese
2.1.2 Verzerrungen durch die Geld-Brief-Spanne
2.1.3 Sprünge zwischen Geld- und Briefkurs
2.1.4 Asynchroner Handel
2.2 Kapitalmarktanomalien
2.3 Behavioral Finance
2.4 Kurzfristige konträre Handelsstrategie
3. Literaturüberblick
3.1 Studien für den US-amerikanischen Aktienmarkt
3.1.1 Atkins und Dyl (1990)
3.1.2 Lehmann (1990)
3.1.3 Lo und MacKinlay (1990)
3.1.4 Kaul und Nimalendran (1990)
3.1.5 Jegadeesh (1990)
3.1.6 Bremer und Sweeney (1991)
3.1.7 Cox und Peterson (1994)
3.1.8 Jegadeesh und Titman (1995a)
3.1.9 Park (1995)
3.1.10 Benou und Richie (2003)
3.1.11 Avramov et al. (2006)
3.2 Studien für die internationalen Aktienmärkte
3.2.1 Bromann et al. (1997)
3.2.2 Otchere und Chan (2003)
3.2.3 Antoniou et al. (2006)
3.2.4 Ising et al. (2006)
4. Empirische Ergebnisse
4.1 Datenauswahl und Renditemessung
4.2 Untersuchungsaufbau und Portfoliorenditen
4.3 Ergebnisstabilität
4.4 Transaktionskosten
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effizienzmarkthypothese und die Existenz kurzfristiger konträrer Handelsstrategien. Ziel ist es, zu analysieren, ob durch die Ausnutzung von negativen Renditeautokorrelationen nach starken Kursbewegungen systematisch abnormale Renditen am deutschen Aktienmarkt erzielt werden können, unter Berücksichtigung von Transaktionskosten und Marktmikrostrukturen.
3.1.1 Atkins und Dyl (1990)
Atkins und Dyl untersuchen in ihrer Studie im Zeitraum von Januar 1975 bis Dezember 1984 die Entwicklung von insgesamt 835 Verlierer- und 836 Gewinneraktien an der New York Stock Exchange (NYSE). Als Verlierer bzw. Gewinner gelten dabei die drei Aktien mit dem jeweils prozentual höchsten Wertverlust bzw. -gewinn an einem der 300 zufällig ausgewählten Handelstage. Zur Messung einer anschließenden abnormalen Rendite werden drei verschiedene Ansätze gewählt: Das Modell der angepassten Durchschnittsrenditen sowie zwei Modelle zur Messung von markt- und risikoadjustierten Renditen.
In allen drei berechneten Modellen weisen die Verliereraktien in acht von zehn Tagen nach dem Ereignistag eine positive abnormale Rendite auf, die für die ersten beiden Tage signifikant von Null verschieden ist. Die Höhe dieser Rendite liegt in den drei berechneten Fällen zwischen 2,25 % und 2,35 %. Atkins und Dyl folgern, dass dieses Ergebnis die Hypothese stützt, dass der ursprüngliche Preisverfall eine Überreaktion auf ein nicht näher spezifiziertes Ereignis war. Im Gegensatz hierzu lässt sich bei den Gewinneraktien kein Hinweis auf eine ähnlich starke Kursumkehr wie bei den Verliereraktien feststellen. Zwar sind in neun von zehn Folgetagen die durchschnittlichen abnormalen Renditen negativ, in den ersten drei Tagen jeweils in mindestens zwei der berechneten Modelle sogar signifikant negativ, aber die vermutete Überreaktion auf gute Nachrichten ist deutlich schwächer, als bei einer ursprünglichen schlechten Nachricht. Diese Ergebnisse widersprechen der ursprünglichen Definition der schwachen Informationseffizienz. Deswegen prüfen die Autoren in einem zweiten Schritt, ob die Ergebnisse auch unter Berücksichtigung der Geld-Brief-Spanne weiter Bestand haben. Es zeigt sich, dass die Handelsspanne sowohl für Gewinner- als auch Verliereraktien über der abnormalen Rendite liegt. Selbst bei einer weiteren Unterteilung auf Basis der Handelsspanne übersteigt die durchschnittliche Geld-Brief-Spanne die abnormalen Renditen an jedem Handelstag mindestens um den Faktor zwei. Atkins und Dyl folgern, dass die Umsetzung einer Handelsstrategie nach Transaktionskosten sehr wahrscheinlich unprofitabel sein wird.
1. Einführung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Kapitalmarkteffizienz und Erläuterung der Zielsetzung dieser Arbeit.
2. Konzeptionelle Grundlagen: Erläuterung der Effizienzmarkthypothese, Kapitalmarktanomalien sowie theoretische Grundlagen der Behavioral Finance und konträrer Strategien.
3. Literaturüberblick: Umfassende Analyse internationaler empirischer Studien zu kurzfristigen Handelsstrategien mit Fokus auf den US-amerikanischen Markt und internationale Börsen.
4. Empirische Ergebnisse: Eigene quantitative Untersuchung zur wirtschaftlichen Ausbeutbarkeit konträrer Strategien am deutschen Aktienmarkt unter Berücksichtigung von Transaktionskosten.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Erkenntnisse im Kontext der Kapitalmarkteffizienz.
Effizienzmarkthypothese, kurzfristige Handelsstrategien, konträre Strategie, abnormale Renditen, Kapitalmarktanomalien, Behavioral Finance, Geld-Brief-Spanne, Transaktionskosten, Renditeautokorrelation, Überreaktionshypothese, Aktienmarkt, Marktmikrostruktur, DAX, empirische Untersuchung.
Die Arbeit untersucht, ob kurzfristige konträre Handelsstrategien – also das Kaufen von Verliereraktien und das Verkaufen von Gewinneraktien – am Aktienmarkt erfolgreich sind und ob dies im Widerspruch zur Effizienzmarkthypothese steht.
Die Schwerpunkte liegen auf der Kapitalmarkteffizienz, der Überreaktionshypothese, der Bedeutung von Transaktionskosten und der Analyse von Geld-Brief-Spannen bei kurzfristigen Transaktionen.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der wirtschaftlichen Ausbeutbarkeit kurzfristiger konträrer Handelsstrategien am deutschen Aktienmarkt (DAX und MDAX) unter Berücksichtigung realer Transaktionskosten.
Es wird eine ereignisstudienbasierte empirische Methode angewendet, um abnormale Renditen (AAR und ACAR) zu berechnen, ergänzt durch einen umfassenden Literaturüberblick existierender Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, einen detaillierten Literaturüberblick zu internationalen Studien sowie eine eigene empirische Analyse deutscher börsennotierter Unternehmen.
Wichtige Begriffe sind Effizienzmarkthypothese, konträre Handelsstrategien, abnormale Renditen, Geld-Brief-Spanne und Transaktionskosten.
Sie stellt einen wesentlichen Teil der impliziten Transaktionskosten dar, die bei kurzfristigen Strategien oft die erzielbaren Gewinne übersteigen und somit die praktische Umsetzbarkeit limitieren.
Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass eine profitable Ausbeutbarkeit für Privatanleger unter Berücksichtigung expliziter Transaktionskosten und der Geld-Brief-Spannen weitestgehend ausgeschlossen werden kann.
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