Diplomarbeit, 2000
109 Seiten, Note: 1
1 Zusammenfassung
2 Einleitung
2.1 Aktualität und Brisanz des Themas „Genfood“
2.2 Wichtige Publikationen
2.3 Gegenstand der vorliegenden Untersuchung
2.4 Begriffsbestimmung: Gentechnisch veränderte Nahrungsmittel
2.5 Anwendungsbereiche der Gentechnik bei der Nahrungsmittelproduktion
2.5.1 Gentechnik in der Pflanzenzüchtung
2.5.2 Beispiele für gentechnische Veränderungen bei Pflanzen
2.5.3 Gentechnik bei der Herstellung von Zusatzstoffen, Bakterien, Hefen, Pilzen und Enzymen
2.6 Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen und Lebensmittel
2.6.1 Gesundheitliche Risiken gentechnisch veränderter Lebensmittel
2.6.2 Ökologische Risiken gentechnisch veränderter Pflanzen
2.7 Risikodefinition und Risikowahrnehmung
2.7.1 Formale Verfahren der „objektiven“ Risikobestimmung
2.7.2 Alltagspsychologische Risikoheuristiken
2.7.3 Qualitative Risikomerkmale als Einflussgrößen der Risikowahrnehmung und der Risikoakzeptanz
2.7.4 Auswirkungen alltagspsychologischer Risikoheuristiken auf die Risikowahrnehmung bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln
2.8 Hypothesen
3 Methoden
3.1 Versuchspersonen
3.2 Konstruktion des Fragebogens
3.2.1 Auswahl der Items für Risikowahrnehmung, Einstellung und Risikoakzeptanz
3.2.2 Überprüfung der Skalenhomogenität
3.2.3 Berechnung der Gesamtwerte der Variablen Risikowahrnehmung, Einstellung, Risikoakzeptanz und Präferenz für Öko-Nahrung
3.2.4 Auswahl der Items für die Variable Wissen und Berechnung des Gesamtwerts
3.2.5 Messung der Mediennutzung
3.2.6 Sonstige Variablen
3.3 Design des Experiments
3.4 Versuchsmaterial für die Informationskampagne
3.4.1 Informationsblätter
3.4.2 Informationsstand und Schautafel
3.4.3 Informations-Homepage
3.5 Durchführung des Experiments
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Auswertung der Variablen Risikowahrnehmung, Einstellung und Risikoakzeptanz
4.2 Ergebnisse des Wissenstests
4.3 Zusammenhänge zwischen den Hauptvariablen
4.4 Unterschiede zwischen Männern und Frauen
4.5 Unterschiede zwischen den Studienfächern
4.6 Effekte der Informationskampagne
4.7 Ergebnisse der Mediennutzung
4.7.1 Mediennutzung allgemein
4.7.2 Effekte von früher gelesenem Informationsmaterial verschiedener Herausgeber
4.8 Ergebnisse sonstiger Variablen
5 Diskussion
5.1 Deskriptive Ergebnisse im Vergleich mit anderen Studien
5.2 Korrelationen der Hauptvariablen
5.2.1 Korrelationen von Risikowahrnehmung, Einstellung und Risikoakzeptanz
5.2.2 Korrelationen von „Präferenz für Öko-Nahrung“ mit den anderen Hauptvariablen
5.2.3 Korrelation von Wissen mit den Hauptvariablen
5.2.4 Regressionsanalyse für Risikoakzeptanz
5.3 Der Unterschied zwischen „Laien“ und „Experten“
5.4 Effekte der Informationskampagne
5.5 Geschlechtsunterschiede
5.6 Mediennutzung
5.6.1 Mediennutzung allgemein
5.6.2 Effekte von früher gelesenem Informationsmaterial verschiedener Herausgeber
5.7 Fazit und Ausblick
5.7.1 Das Konfliktpotential gentechnisch veränderter Nahrungsmittel
5.7.2 Möglichkeiten der Konfliktbewältigung
6 Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht die Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz von 503 Studierenden gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Ziel ist es, den Einfluss von Wissen, Einstellungen, Präferenzen für ökologische Produkte sowie Mediennutzungsgewohnheiten auf die Akzeptanz von sogenannten Genfood-Produkten zu analysieren und Zusammenhänge zwischen diesen psychologischen Variablen aufzudecken.
2.7 Risikodefinition und Risikowahrnehmung
In der gesellschaftlichen Debatte um Risiken, lassen sich generell zwei grundsätzlich verschiedene Risikokonzepte unterscheiden: Auf der einen Seite naturwissenschaftliche sogenannte „objektive“ Risikokonzepte, wie sie Experten verwenden, und auf der anderen Seite alltagspsychologische, qualitative Risikoheuristiken, wie sie im allgemeinen Laien verwenden. Diese unterschiedlichen Strategien tragen entscheidend dazu bei, dass Risiken von Experten teilweise völlig anders eingeschätzt werden als von Laien (vgl. Jungermann & Slovic, 1993a; Kaplan & Garrick, 1993; Renn & Zwick, 1997).
Bei naturwissenschaftlichen Risikokonzepten wird ein Risiko als Produkt von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensschwere definiert. Technische Risikoexperten setzen damit Risiko mit durchschnittlicher Verlusterwartung pro Zeiteinheit gleich. Diese Operationalisierung, wie sie v.a. Versicherungen verwenden, ist zwar für mittlere Schadensfälle, die häufig auftreten und für die es zahlreiche Erfahrungswerte aus der Vergangenheit gibt, praktikabel, bei Groß- und Risikotechnologien, wie z.B. Atomenergie oder Gentechnik, stoßen sie jedoch an Grenzen. Denn gerade für neuartige Technologien wie die Gentechnik gibt es keine Erfahrungswerte, die Wahrscheinlichkeiten von Katastrophen (z.B. Auskreuzen von Genen mit schädlicher Wirkung o.ä.) sind teilweise sehr gering, aber mögliche Schäden sehr groß (z.B. Gesundheitsschäden bei Millionen von Menschen durch den Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel; ökologische Schäden).
Aus diesem Grund ist man bei Risiken wie Gentechnik auf induktive Risikomodelle angewiesen, bei denen sehr seltene oder bislang nie eingetretene Schadensfälle modellhaft aus den Fehlerwahrscheinlichkeiten der Einzelkomponenten geschätzt werden müssen. Diese induktiven Verfahren sind jedoch im Vergleich mit statistisch extrapolierten Fällen mit großer Häufigkeit (z.B. Verkehrsunfälle) mit sehr großen Unsicherheiten behaftet.
1 Zusammenfassung: Die Arbeit beleuchtet die Risikowahrnehmung und -akzeptanz von Studierenden gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln und kommt zu dem Ergebnis, dass Wissen allein die ablehnende Haltung kaum zu ändern vermag.
2 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Debatte um gentechnisch veränderte Lebensmittel ein, definiert zentrale Begriffe, beschreibt Anwendungsbereiche, identifiziert Risiken und stellt den Forschungsgegenstand sowie die Hypothesen vor.
3 Methoden: Hier wird das experimentelle Design der Vorher-Nachher-Studie an der Universität Regensburg inklusive der Fragebogenkonstruktion, der Informationskampagne und der statistischen Auswertungsmethoden detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Auswertungen und inferenzstatistischen Analysen zu den Korrelationen zwischen den Hauptvariablen sowie den Unterschieden zwischen den verschiedenen Studierendengruppen und den Effekten der Informationskampagne.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, in den Kontext existierender Literatur eingeordnet und die Rolle von Einstellungsfiltern sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Konfliktbewältigung durch Information kritisch reflektiert.
Gentechnik, Genfood, Risikowahrnehmung, Risikoakzeptanz, Einstellung, Wissensstand, Mediennutzung, Öko-Nahrung, studentische Stichprobe, Experten, Laien, Informationskampagne, Technikakzeptanz, Umweltbewusstsein, Risikoheuristiken.
Die Arbeit untersucht die Risikowahrnehmung und die Akzeptanz gentechnisch veränderter Lebensmittel bei einer studentischen Stichprobe und analysiert, welche psychologischen und soziologischen Faktoren diese Haltung beeinflussen.
Im Mittelpunkt stehen die Zusammenhänge zwischen dem Wissen über Gentechnik, der Einstellung zu entsprechenden Produkten, der Risikoeinschätzung sowie der Präferenz für ökologische Lebensmittel.
Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, warum gentechnisch veränderte Lebensmittel trotz wissenschaftlicher Argumente oft abgelehnt werden und welchen Einfluss gezielte neutrale Information auf das Wissen und die Akzeptanz der Befragten hat.
Die Studie nutzt ein experimentelles Vorher-Nachher-Design mit einer Informationskampagne zwischen den beiden Messzeitpunkten. Zur Datenerhebung wurden Fragebögen eingesetzt und mittels statistischer Verfahren (Korrelationen, t-Tests, Regressionsanalysen) ausgewertet.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Einführung in die Risikokonzepte, die methodische Beschreibung des Fragebogens und der Informationskampagne, eine umfassende Darstellung der empirischen Ergebnisse sowie eine ausführliche Diskussion der Befunde im Vergleich mit anderen Studien.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Risikowahrnehmung, Risikoakzeptanz, Gentechnik, Genfood, psychologische Einstellung, Wissensvermittlung und Mediennutzung.
Biologie- und Biochemie-Studierende verfügen aufgrund ihres Studiums über fundierte Kenntnisse und praktische Laborerfahrung im Umgang mit gentechnischen Methoden. Dies führt zu einer geringeren Bedrohlichkeit des Themas und einer tendenziell positiveren Einstellung im Vergleich zu fachfremden Laien.
Nein, die Informationskampagne führte zwar zu einem signifikanten Wissenszuwachs, hatte jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die Risikowahrnehmung oder die allgemeine Kaufbereitschaft (Risikoakzeptanz) der Probanden.
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