Masterarbeit, 2021
109 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Praxisrelevanz
1.2 Zielsetzung
1.3 Struktur und Methode
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Kapitalmarkttheorie
2.1.1 Portfoliotheorie
2.1.2 Capital Asset Pricing Modell
2.1.3 Markteffizienzhypothese und Random-Walk-Theorie
2.1.4 Kritik an der Markteffizienzhypothese
2.2 Behavioral-Finance-Theorie
2.2.1 Erkenntnisse aus der Behavioral-Finance-Theorie
2.2.2 Prospect-Theorie und weitere Konzepte
2.2.3 Kapitalmarktanomalien
2.2.4 Grenzen der Behavioral-Finance-Forschung
3 Kalenderanomalien und Stand der bisherigen Forschung
3.1 Januar-Effekt
3.1.1 Forschungsstand zum Januar-Effekt
3.1.2 Erklärungsansätze für den Januar-Effekt
3.2 Monatswechsel-Effekt
3.2.1 Forschungsstand zum Monatswechsel-Effekt
3.2.2 Erklärungsansätze für den Monatswechsel-Effekt
3.3 Wochentags-Effekt
3.3.1 Forschungsstand zum Wochentags-Effekt
3.3.2 Erklärungsansätze für den Wochentags-Effekt
3.4 Feiertags-Effekt
3.4.1 Forschungsstand zum Feiertags-Effekt
3.4.2 Erklärungsansätze für den Feiertags-Effekt
3.5 Sell-in-May-Effekt (Halloween-Effekt)
3.5.1 Forschungsstand zum Sell-in-May-Effekt
3.5.2 Erklärungsansätze für den Sell-in-May-Effekt
4 Zertifikate, Hebelprodukte und Arbitrage
4.1 Zertifikate
4.2 Contracts for Difference
4.3 Arbitrage
5 Empirische Untersuchung
5.1 Datenbasis
5.2 Methodisches Vorgehen
5.3 Voraussetzungen des ungepaarten t-Test
5.4 Sell-in-May-Effekt (Halloween-Effekt)
5.4.1 Ergebnisse der Untersuchung
5.4.2 Induktion der Handelsstrategie
5.5 Januar-Effekt
5.5.1 Ergebnisse der Untersuchung
5.5.2 Induktion der Handelsstrategie
5.6 Monatswechsel-Effekt
5.6.1 Ergebnisse der Untersuchung
5.6.2 Induktion der Handelsstrategie
5.7 Wochentags-Effekt
5.7.1 Ergebnisse der Untersuchung
5.7.2 Induktion der Handelsstrategie
5.8 Feiertags-Effekt
5.8.1 Ergebnisse der Untersuchung
5.8.2 Induktion der Handelsstrategie
6 Zusammenfassung und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Master-Thesis ist die empirische Analyse der Existenz und Persistenz gängiger Kalenderanomalien auf dem deutschen Aktienmarkt über einen Zeitraum von rund 60 Jahren. Basierend auf dieser Untersuchung wird evaluiert, ob sich aus diesen Effekten profitable Handelsstrategien ableiten lassen, um eine Überrendite gegenüber einer Buy-and-Hold-Strategie zu erzielen.
3.1.2 Erklärungsansätze für den Januar Effekt
Der am häufigsten genannte Grund für den Januar-Effekt ist die Verlustrealisierung durch den Verkauf von Aktien, um für das abgelaufene Steuerjahr den Steueraufwand zu reduzieren („Tax-loss Selling“); während im Januar der Verkaufsdruck nachlässt und die Erlöse dazu genutzt werden, wieder Aktien zu kaufen, sodass die Kurse wieder steigen. Dieser Erklärungsansatz ist jedoch umstritten. Roll argumentierte, dass gerade in Erwartung des starken Januars die Verkäufe durch Käufe ausgeglichen werden können. Weiterhin wird behauptet, dass der Verkaufsdruck im Dezember nicht stark genug ist, um den Januar-Effekt zu begründen. Außerdem ist aufgrund der Jahresendrally eher davon auszugehen, dass die letzten zwei oder drei Monate des Jahres besonders stark steigen. Keim wies darauf hin, dass Australien zwar ähnliche Steuergesetze wie Amerika hat, jedoch das Steuerjahr vom 1. Juli bis zum 30. Juni jedes Jahres geht, trotz dieser Umstände aber ein Januar-Effekt in Australien existiert. Auch ist festzustellen, dass der Januar-Effekt in Ländern wie Japan zu beobachten ist, obwohl in Japan keine Steuern auf Kapitalgewinne erhoben werden.
Das Phänomen der Steueroptimierung zum Jahresende ist mit der Prospect-Theory vereinbar. Aufgrund der Verlustaversion ist zu beobachten, dass Verlustaktien zu lange gehalten werden, während Gewinneraktien zu schnell verkauft werden (Dispositionseffekt). Somit erfolgen die Maßnahmen zur Reduktion des Steueraufwands erst am Ende des Jahres.
1 Einleitung: Beschreibt die Problemstellung, die Praxisrelevanz von Kapitalmarktanomalien sowie die methodische Vorgehensweise und Zielsetzung der Master-Thesis.
2 Theoretische Grundlagen: Erläutert die zentralen Konzepte der klassischen Kapitalmarkttheorie sowie die Ergänzung durch die Behavioral-Finance-Theorie zur Erklärung irrationaler Marktanomalien.
3 Kalenderanomalien und Stand der bisherigen Forschung: Detailliert die verschiedenen Arten von Kalendereffekten und fasst den wissenschaftlichen Forschungsstand sowie Erklärungsansätze zusammen.
4 Zertifikate, Hebelprodukte und Arbitrage: Führt in Finanzprodukte wie Zertifikate und CFDs ein, die als Basis für kurzfristige und kosteneffiziente Handelsstrategien dienen können.
5 Empirische Untersuchung: Präsentiert die methodische Datenauswertung und statistische Prüfung der verschiedenen Kalenderanomalien anhand deutscher Indizes für verschiedene Zeiträume.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die zukünftige Bedeutung der untersuchten saisonalen Effekte am Finanzmarkt.
Kapitalmarktanomalien, Kalenderanomalien, Januar-Effekt, Sell-in-May-Effekt, Monatswechsel-Effekt, Wochentags-Effekt, Feiertags-Effekt, Behavioral Finance, Markteffizienzhypothese, Handelsstrategie, Zertifikate, Hebelprodukte, Rendite, Zeitreihenanalyse, Diversifikation.
Die Arbeit befasst sich mit saisonalen Mustern, den sogenannten Kalenderanomalien, am deutschen Aktienmarkt und untersucht, ob diese zur Generierung von Überrenditen in Handelsstrategien genutzt werden können.
Die Arbeit verknüpft theoretische Kapitalmarktmodelle wie die klassische Kapitalmarkttheorie mit der Behavioral-Finance-Theorie und wendet diese auf empirische Daten zu unterschiedlichen Kalenderanomalien wie dem Januar- oder dem Sell-in-May-Effekt an.
Das Ziel ist die Prüfung der Existenz und Persistenz spezifischer saisonaler Effekte auf dem deutschen Markt sowie die Entwicklung und Illustration einer profitablen Handelsstrategie unter Berücksichtigung von Kostenaspekten.
Es wird eine quantitative empirische Untersuchung durchgeführt, die schwerpunktmäßig auf linearer Regressionsanalyse mit Dummy-Variablen basiert, ergänzt durch deskriptive Statistik (Mittelwerte) und Methoden der Zeitreihenanalyse.
Neben theoretischen Grundlagen werden der aktuelle Forschungsstand und Erklärungsmuster für verschiedene Kalenderanomalien erarbeitet. Zudem wird die Funktionsweise von Anlageinstrumenten wie Zertifikaten und CFDs detailliert beschrieben und in die empirische Strategieentwicklung integriert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kapitalmarktanomalien, Kalendereffekte, Behavioral Finance, Markteffizienz, Handelsstrategien, Zertifikate und Hebelprodukte maßgeblich charakterisieren.
Das Konzept wird von der Behavioral Finance herangezogen, um zu erklären, warum Investierende für verschiedene Zeitabschnitte tendenziell neue mentale Konten anlegen, was die Entstehung von Kalenderanomalien wie dem Januar-Effekt unterstützen kann.
Die Arbeit stellt fest, dass der Effekt über einen langen Zeitraum zwar robust war, seit den 2000er Jahren jedoch an Stärker verloren hat, weshalb eine einfache Strategie nach diesem Schema heute nicht mehr uneingeschränkt empfohlen werden kann.
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