Bachelorarbeit, 2022
36 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Einführung in die Inklusionsdebatte
2.1. Der Begriff „Inklusion“
2.2. Menschenrechte
2.3. (Sonderpädagogischer) Förderbedarf
2.4. Sonderschulwesen
3 Anforderungen an die Kompetenzen von Inklusionskräften
3.1. Diagnostische Kompetenzen
3.1.1. Inklusive Diagnostik
3.1.2. Zur Notwendigkeit der inklusiven Diagnostik
3.2. Didaktische Kompetenzen
3.2.1. Inklusive Didaktik
3.2.2. Zur Notwendigkeit der inklusiven Didaktik
3.3. (Klientenzentrierte) Gesprächsführung
3.3.1. Echtheit und Kongruenz
3.3.2. Positive Wertschätzung
3.3.3. Einfühlendes Verstehen
3.3.4. Reflexion nicht adäquaten Verhaltens
3.3.5. Selbstexploration des Klienten
3.4. Eine inklusive Haltung entwickeln
4 Inklusion im Bundesländervergleich
4.1. Inklusion in Deutschland- eine bildungsstatistische Analyse
4.2. Begriffsbestimmungen der Studie
4.3. Zentrale Befunde
4.4. Inklusion im Vergleich der Bundesländer
4.4.1. Sachsen
4.4.2. Hamburg
4.4.3. Baden- Württemberg
5 Inklusion im Vergleich anhand verschiedener Schulformen
5.1. Inklusion an Grundschulen
5.2. Inklusion an Gymnasien
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen, die sich bei der Arbeit von Inklusionskräften in schulischen Inklusionsprozessen ergeben, mit dem Ziel, sowohl Grenzen als auch Möglichkeiten in der praktischen Umsetzung aufzuzeigen.
3.1.1. Inklusive Diagnostik
Im Laufe der Umsetzung der Inklusion an Schulen Deutschlands bildete sich aus der allgemeinen pädagogischen Diagnostik die inklusive Diagnostik heraus, die die allgemeine pädagogische Diagnostik um einige didaktische Konzepte ergänzt (vgl. Ondracek/ Störmer, 2007: 39). Sie fokussiert Faktoren einer möglichen Exklusion und Beeinträchtigung im Lernprozess. Zudem weist die inklusive Diagnostik „Verwendungsflexibilität” auf, sodass sie sowohl als erstmalige Einschätzung wie auch als „Auswirkungsdiagnostik” (ebd.: 40) einsetzbar ist.
Inklusive Diagnostik hebt sich in zweierlei Hinsichten von der traditionellen Diagnostik ab. Zum einen betrachtet sie nicht mehr, inwieweit und in welchem Umfang das Verhalten von einem fiktiven Normalzustand abweicht, und zum anderen ordnet sie diese Abweichungen nicht mehr normativen Krankheitsbildern zu (ebd.: 40). Dennoch ist auch für die inklusive Diagnostik ein (sonder-)pädagogisches Feststellungsverfahren unabdingbar, besonders im Hinblick auf mögliche Nachteilsausgleiche. Sie beleuchtet aber nicht nur die Defizite, sondern arbeitet auch die gegebenen Potenziale und Stärken heraus (vgl. Schäfer/ Rittmeyer 2015: 106). Inklusive Diagnostik fragt dabei nicht nach dem Nutzen der Inklusion im Allgemeinen, vielmehr benennt sie die für schulische Inklusion unzureichenden Aspekte der allgemeinen Diagnostik. Dabei greift sie auf einige grundlegende Aspekte der inklusiven Didaktik zurück.
Inklusive Diagnostik ist fokussiert auf das Subjekt. Durch die Rekonstruktion der sozialen Lebenswelt eines Kindes oder eines Jugendlichen wird im Prozess der Diagnostik zunächst das Gefüge des Lernens und Lebens des Subjektes erschlossen, um dann wertvolle Aussagen zu treffen (vgl. Ondracek/ Störmer 2007: 41). Der Prozess der Diagnostik ist dabei verstehend und nicht erklärend (Wocken 2011: 14). Jantzen begründet diese Weise der Diagnose unter anderem damit, dass sich die zu analysierenden Faktoren aus den „interpsychischen, historischen und kulturellen Verhältnissen über Dialog, Kooperation, Kommunikation und sozialen Verkehr [durch die] intrapsychische Prozesse” entstehen (1990: 197). Ohne die enge Einbindung in die Lebenswelt der zu diagnostizierenden Person kann die pädagogische Fachkraft also keine genauen Aussagen über das Lernen treffen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Normalität inklusiven Unterrichts in Deutschland und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Herausforderungen für Inklusionskräfte.
2 Einführung in die Inklusionsdebatte: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Grundlagen wie Inklusion und Integration sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die UN-Behindertenrechtskonvention.
3 Anforderungen an die Kompetenzen von Inklusionskräften: Hier werden zentrale Kompetenzbereiche wie inklusive Diagnostik, Didaktik, klientenzentrierte Gesprächsführung und die Entwicklung einer inklusiven Haltung detailliert analysiert.
4 Inklusion im Bundesländervergleich: Anhand einer Studie der Bertelsmann Stiftung werden die Disparitäten der Umsetzung sowie der Förder- und Exklusionsquoten in Sachsen, Hamburg und Baden-Württemberg analysiert.
5 Inklusion im Vergleich anhand verschiedener Schulformen: In diesem Teil wird die unterschiedliche Umsetzung von Inklusionsprozessen an Grundschulen versus Gymnasien beleuchtet, inklusive der dort jeweils wirksamen Selektionsmechanismen.
6 Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse, stellt die Herausforderungen der Inklusionspraxis in einen gesellschaftlichen Kontext und reflektiert das Dilemma zwischen pädagogischer Ideologie und praktischer Umsetzbarkeit.
Inklusion, Inklusionskräfte, Sonderpädagogik, inklusive Diagnostik, inklusive Didaktik, klientenzentrierte Gesprächsführung, UN-Behindertenrechtskonvention, Bundesländervergleich, Förderbedarf, Exklusion, Schulentwicklung, soziale Kompetenz, Lehrerrolle, Schulformvergleich, Bildungsgerechtigkeit.
Die Arbeit analysiert die Rolle und die Anforderungen an Inklusionskräfte in deutschen Regelschulen vor dem Hintergrund der Herausforderungen durch schulische Inklusionsprozesse.
Zu den Schwerpunkten zählen die notwendigen Kompetenzen für Inklusionskräfte, der Vergleich der Umsetzung in verschiedenen Bundesländern und die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Inklusionsdebatte.
Das Ziel ist es, Grenzen und Möglichkeiten der praktischen Arbeit von Inklusionskräften zu Identifizieren und Faktoren zu erarbeiten, die sich auf die inklusive Beschulung auswirken.
Die Autorin/der Autor führt eine Sekundärforschung durch, wobei einschlägige Fachliteratur aus den Bereichen Sozial- und Sonderpädagogik, Psychologie und Soziologie ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Bestimmung von Kompetenzen, die statistische Analyse von Inklusions- und Exklusionsquoten sowie den Vergleich Inklusionspraxis an unterschiedlichen Schulformen.
Die zentralen Begriffe sind Inklusion, inklusive Diagnostik, inklusive Didaktik, Förderbedarf und Schulentwicklung.
Die Arbeit zeigt, dass die Inklusion an Gymnasien aufgrund strenger Selektionsmechanismen und hoher Exklusivität deutlich geringer ausgeprägt ist als an Grundschulen.
Es wird aufgezeigt, dass ein Dilemma zwischen einer prozessorientierten, individuellen Förderung und der in vielen Schulsystemen verankerten Orientierung an Normalzuständen und standardisierten Leistungsbewertungen besteht.
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