Bachelorarbeit, 2020
41 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Das Landsknechtwesen
3. Söldnerunternehmer der Landsknechte
3.1 Der Beruf der Söldnerunternehmer
3.1.1. Vom anfänglichen Söldnerunternehmer zum full-fledged Söldnerunternehmer
3.1.2. Funktionen und Aufgaben
3.1.3. Einkommen
3.1.4. Risiken
3.1.5. Benötigte Eigenschaften und Qualifikationen
3.2. Die Stellung der Söldnerunternehmer in der Gesellschaft
4. Die Laufbahnen und Karrierechancen ausgewählter Söldnerunternehmer
4.1 Götz von Berlichingen, der Ritter mit der Eisernen Hand
4.2 Franz von Sickingen
4.3 Wilwolt von Schaumberg
4.4 Sebastian Schertlin von Burtenbach
4.5 Marx Sittich von Ems
4.6 Georg von Frundsberg, der Vater der Landsknechte
6. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, das Wirken und die ökonomischen Rahmenbedingungen der landsknechtischen Söldnerunternehmer im 15. und 16. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung ihrer individuellen Laufbahnen und Karrierechancen.
1. Einleitung
“It is characteristic of European warfare as it developed in the hundred years of conflict between England and France, in Italy in the fourteenth, and in Central Europe in the fifteenth century that military leaders not only had to lead troops in battle, but also had themselves to organise the troops with which to go into battle. Since they did this under the spur of the profit motive, one is entitled to speak of them as military enterprisers.”
Mit dieser Aussage beginnt Redlich seine Monographie zu den deutschen Söldnerunternehmern der Landsknechte. Durch seine Erkenntnisse legte er den Grundstein für die weitere Forschung zu den Söldnerunternehmern der süddeutschen Kriegsknechte. “To put it differently”, fährt Redlich fort, “one may say that officers of the lower echelons had only functions, i.e. were officers pure and simple, but that officers of the higher echelons were both functionaries and businessmen; the latter both received a salary and made a profit. Thus the military enterpriser, as we meet him from at least the fifteenth century on, represented a personal union of officer and enterpriser, because he himself on a business basis organized the necessary wherewithal of warfare, especially bodies of troops.”
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Söldnerunternehmer im Kontext des militärischen Wandels und des Frühkapitalismus unter Verwendung der Terminologie nach Fritz Redlich.
2. Das Landsknechtwesen: Beleuchtung der Entwicklung Süddeutschlands zum bedeutenden Söldnermarkt sowie Beschreibung der sozialen Zusammensetzung und des Selbstverständnisses der Landsknechte.
3. Söldnerunternehmer der Landsknechte: Detaillierte Analyse des Berufsbildes, der Funktionen als Unternehmer und Kreditgeber, der Einkommensquellen sowie der spezifischen Risiken des Berufsstandes.
4. Die Laufbahnen und Karrierechancen ausgewählter Söldnerunternehmer: Exemplarische Untersuchung von Biografien bekannter Söldnerführer zur Veranschaulichung der Karriereverläufe, sozialen Mobilität und unternehmerischen Strategien.
6. Schlussbetrachtungen: Synthese der Erkenntnisse zur Heterogenität des Berufsstandes und dessen Ablösung durch die Etablierung stehender Heere in der Ära des Absolutismus.
Söldnerunternehmer, Landsknechte, Militärwesen, Frühkapitalismus, Söldnermarkt, Kriegsknechte, Bestallung, Söldnerwesen, Militärorganisation, Karrierechancen, Götz von Berlichingen, Georg von Frundsberg, Finanzierung, Kriegsführung, Adelskrise
Die Arbeit analysiert das Phänomen und die Praxis der Söldnerunternehmer im Landsknechtwesen des 15. und 16. Jahrhunderts als eine spezielle Form der militärischen Organisation und wirtschaftlichen Tätigkeit.
Im Fokus stehen die unternehmerische Doppelrolle als Anführer und Geschäftsmann, die Finanzierungsmodelle von Heerzügen, die Bedeutung von Verträgen sowie die sozialen Aufstiegschancen der Akteure.
Ziel ist es, anhand von biografischen Beispielen die Laufbahnen, das unternehmerische Handeln und die Risiken dieser Kriegsherren zu überprüfen und die Entwicklung des Söldnerunternehmertums historisch zu kontextualisieren.
Die Untersuchung stützt sich primär auf eine Auswertung von Biografien bedeutender Söldnerunternehmer sowie auf eine Auseinandersetzung mit der existierenden Forschungsliteratur, insbesondere der Terminologie von Fritz Redlich.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung spezifischer Persönlichkeiten, darunter Götz von Berlichingen, Franz von Sickingen, Wilwolt von Schaumberg, Sebastian Schertlin von Burtenbach, Marx Sittich von Ems und Georg von Frundsberg.
Kernbegriffe sind Söldnerunternehmer, Landsknechte, Frühkapitalismus, Söldnerwesen, militärische Finanzierung und soziale Mobilität.
Obwohl eine adlige Abstammung den Einstieg begünstigen konnte, zeigen Beispiele wie Schertlin von Burtenbach, dass auch Bürgerlichen ein erheblicher sozialer Aufstieg durch das Söldnergeschäft möglich war.
Die Kostenexplosion und die zunehmende Größe der Heere machten das System für Fürsten schwer kontrollierbar, was letztlich zur Ablösung durch staatlich organisierte stehende Heere im Absolutismus führte.
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