Bachelorarbeit, 2021
65 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
2. Was ist Identität
3. Individualisierungsprozess unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen
3.1. Individualisierung
3.2. Kulturelle Vielfalt
3.3. Medialisierung
4. Identitätsförderung als Bildungsaufgabe der (Grund-)Schule
5. Identitätsförderung als besondere Aufgabe des Deutschunterrichts
5.1. Literaturdidaktische Überlegungen
5.2. Beispiele identitätsorientierten Literaturunterrichts
6. Identitätsförderung mithilfe der Lyrik
7. Zur Praxis identitätsorientierten Lyrikunterrichts am Beispiel „Aus Glas“ von Josef Guggenmos
7.1. Sachanalyse
7.2. Unterrichtsplanung
7.3. Unterrichtsdurchführung
7.3.1. subjektive Annäherung
7.3.2. objektivierende Texterschließung und -analyse
7.3.3. personale und soziale Applikation
8. Resümee
Die Arbeit verfolgt das Ziel aufzuzeigen, wie die Identitätsentwicklung von Grundschulkindern in einer zunehmend komplexen Welt durch identitätsorientierte Unterrichtskonzepte im Fach Deutsch – speziell durch die Arbeit mit lyrischen Texten – gezielt gefördert werden kann.
1. Einleitung
Die eigene Identität auszubilden und sich derer bewusst zu werden ist nach wie vor die herausforderndste Aufgabe im eigenen Leben. Da sie den unverwechselbaren Wesenskern jedes einzelnen Menschen darstellt, ist sie gleichzeitig auch die wichtigste Herausforderung. Sie wird durch Vergleiche mit Mitmenschen deutlich und beschäftigt insbesondere Kinder und Jugendliche stark. Denn Heranwachsende haben ihre eigene Persönlichkeit noch nicht gefunden. Sie schlüpfen in verschiedene Rollen, entwickeln Vorlieben und testen Grenzen aus, die ihnen von diversen Bezugspersonen (Eltern, Lehrpersonen, …) gesetzt werden. Von diesen Menschen versuchen sie sich zu lösen, um ein autonomes, unverwechselbares Individuum werden zu können, welches selbstständig eigene Entscheidungen treffen und ihre Folgewirkungen tragen kann.
Allerdings ist es in einer globalisierten, durch Enttraditionalisierung und Pluralisierung geprägten Umwelt nicht einfach, sich selbst zu verwirklichen. Deshalb ist es wichtig, Heranwachsende in diesem Selbstfindungsprozess professionell zu unterstützen. Diese Hilfe kann ihnen in der Schule durch pädagogisch ausgebildete Lehrkräfte geboten werden, die gemäß ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags „nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden“ (Bayrische Verfassung, 2000, Art. 131) sollen. Lehrerinnen und Lehrer sind demnach verpflichtet, Schülerinnen und Schüler in ihrer Wesensentwicklung zu stärken und bei der Herausbildung individueller Charakteristika zu unterstützen.
1. Einleitung: Stellt die Bedeutung der Identitätsbildung im Jugendalter dar und leitet die These ein, dass insbesondere der Deutschunterricht und die Arbeit mit lyrischen Texten hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten können.
2. Was ist Identität: Definiert den Begriff der Identität aus psychologischer und soziologischer Sicht als dynamisches Konstrukt und bezieht sich dabei maßgeblich auf Theorien von George Herbert Mead und Jürgen Habermas.
3. Individualisierungsprozess unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen: Analysiert, wie die Faktoren Individualisierung, kulturelle Vielfalt und Medialisierung den Prozess der Identitätsfindung im 21. Jahrhundert maßgeblich beeinflussen und verkomplizieren.
4. Identitätsförderung als Bildungsaufgabe der (Grund-)Schule: Erläutert die Verantwortung der Schule, die Individualität der Lernenden zu wahren und sie bei der Herausbildung ihrer persönlichen Charakteristika pädagogisch zu unterstützen.
5. Identitätsförderung als besondere Aufgabe des Deutschunterrichts: Legt den theoretischen Grundstein dafür, warum das Fach Deutsch durch die Arbeit mit Sprache und Literatur prädestiniert für die Identitätsförderung ist.
6. Identitätsförderung mithilfe der Lyrik: Untersucht die fachdidaktischen Potenziale lyrischer Texte, insbesondere durch ihre ästhetische Funktion und ihre Fähigkeit, sinnästhetische Erlebnisse für die Persönlichkeitsentwicklung zu schaffen.
7. Zur Praxis identitätsorientierten Lyrikunterrichts am Beispiel „Aus Glas“ von Josef Guggenmos: Überführt die theoretischen Erkenntnisse in ein konkretes Unterrichtsmodell, das auf dem Drei-Phasen-Modell von Frederking basiert.
8. Resümee: Fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt die Eignung identitätsorientierter Unterrichtskonzepte im Lyrikbereich unter Betonung der Bedeutung eines Perspektivwechsels für die Kinder.
Identitätsentwicklung, Individualisierung, kulturelle Vielfalt, Medialisierung, Deutschunterricht, Literaturdidaktik, Selbstfindung, Persönlichkeitsbildung, Lyrik, Grundschule, Identitätsorientierung, Kompetenzerwerb, Perspektivwechsel, Fremdverstehen, Mediendidaktik.
Die Arbeit untersucht, wie Identitätsbildung bei Kindern in der Grundschule durch spezifische Ansätze im Deutschunterricht – insbesondere unter Nutzung von Lyrik – gefördert werden kann.
Die zentralen Felder sind die Identitätstheorie, die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen wie Individualisierung und Medialisierung sowie die literaturdidaktische Umsetzung in der Grundschule.
Die Arbeit fragt nach dem Potenzial, das lyrische Texte als Werkzeug für einen identitätsfördernden Literaturunterricht bieten, um Grundschulkinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken.
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die theoretische Grundlagen aus Soziologie und Pädagogik auf die Praxis des Unterrichtsentwurfs anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Identität und Gesellschaft, die Begründung des Deutschunterrichts als Raum für Identitätsbildung sowie die praktische Gestaltung einer Unterrichtseinheit zum Gedicht „Aus Glas“.
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie „Identitätsentwicklung“, „Grundschule“, „Literaturdidaktik“ und „Individualisierung“ geprägt.
Es dient als praktisches Unterrichtsbeispiel, um zu demonstrieren, wie literarische Texte handlungs- und produktionsorientiert für ein Bewusstsein der eigenen Einzigartigkeit genutzt werden können.
Das Modell strukturiert den Unterricht von der subjektiven Annäherung über die Analyse hin zur persönlichen Applikation, was den Schülern ermöglicht, das Gelernte mit ihrer eigenen Lebenswelt zu verknüpfen.
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