Diplomarbeit, 2006
192 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2. Grundlagen der Kreditgeschäftsprozesse
2.1 Begriffsabgrenzungen
2.1.1 Zum Kreditgeschäft in Banken
2.1.2 Kundengruppen im Kreditgeschäft
2.1.2.1 Wirtschaftlich unselbständige Kunden
2.1.2.2 Wirtschaftlich selbständige Kunden
2.1.2.2.1 Geschäftskunden
2.1.2.2.2 Firmenkunden
2.1.2.2.3 Juristische Personen des öffentlichen Rechts
2.1.2.3 Zusammenfassung der erläuterten Kundengruppen
2.1.3 Definition der zu diskutierenden Organisationsformen
2.1.3.1 Kompetenzspitze im Kreditgeschäft
2.1.3.2 Kreditfabrik
2.2 Zur Kreditvergabe im deutschen Bankensystem
2.2.1 Abriss über das Bankensystem in Deutschland
2.2.1.1 Übergeordnete Institutionen des deutschen Kreditwesens
2.2.1.1.1 Zentralbankorganisation in Deutschland und Europa
2.2.1.1.1.1 Zur Europäischen Zentralbank
2.2.1.1.1.2 Zur Deutschen Bundesbank
2.2.1.1.2 Zur Finanzdienstleistungsaufsicht
2.2.1.1.3 Zur Zusammenarbeit zwischen Bundesbank und BaFin im Rahmen der Finanzdienstleistungsaufsicht
2.2.1.2 Zur Typisierung deutscher Kreditinstitute
2.2.1.2.1 Universalbanken
2.2.1.2.1.1 Sparkassen und Landesbanken
2.2.1.2.1.2 Genossenschaftsbanken und deren Dachinstitute
2.2.1.2.1.3 Geschäftsbanken bzw. Großbanken
2.2.1.2.2 Spezialkreditinstitute und Unternehmen mit bankverwandtem Dienstleistungsangebot
2.2.2 Zu den Besonderheiten des deutschen Bankensystems
2.2.2.1 Zum Hausbankprinzip
2.2.2.2 Zum Universalbankprinzip
2.2.2.3 Zur Fremdkapitaldominanz bei der Investitionsfinanzierung von Unternehmen in Deutschland
2.2.3 Zum Ertragsproblem deutscher Banken
2.2.3.1 Schwache Konjunkturentwicklung und Aktienmarktschwäche als Auslöser
2.2.3.2 Fehlende Konzentration im Bankensektor als Auslöser
2.2.4 Zu den Herausforderungen von Basel II
2.2.4.1 Einflüsse auf die Kreditvergabepolitik
2.2.4.2 Problematik der Anpassung der Kreditvergabeprozesse
2.2.4.2.1 Herausforderungen bei der Analyse quantitativer Kriterien
2.2.4.2.2 Herausforderungen bei der Analyse qualitativer Kriterien
3. Theorien und Konzepte der Kreditvergabe und Kreditentscheidungsprozesse
3.1 Allgemeine Organisation des Kreditgeschäfts
3.1.1 Makro-Organisation des Kreditgeschäftes auf der strategischen Ebene
3.1.2 Organisation des Kreditgeschäftes auf der operativen Ebene
3.2 Wertschöpfungskette des Kreditgeschäfts
3.2.1 Zum Konzept der Value-Chain
3.2.2 Heute verbreitete Konfiguration der Wertschöpfungskette im Kreditgeschäft
3.2.3 Möglichkeiten zur alternativen Gestaltung der Kreditwertschöpfungskette
3.3 Kreditlebenszyklus
3.3.1 Zur Entscheidungsfindung
3.3.1.1 Grundsätze der Kreditentscheidung
3.3.1.2 Zum Kompetenzwesen im Kreditgeschäft
3.3.1.3 Zu den Risikoquellen im Kreditgeschäft
3.3.1.4 Zur Kreditwürdigkeitsprüfung von Kreditnehmern
3.3.1.4.1 Zur Quantitativen Analyse der Vermögensverhältnisse
3.3.1.4.2 Bewertung der qualitativen Aspekte von Kreditnehmern
3.3.1.4.3 Zum Einfluss von Kreditsicherheiten auf die Kreditentscheidung
3.3.1.4.4 Zum Einsatz von Kreditentscheidungsverfahren
3.3.2 Kreditbearbeitung
3.3.3 Kreditüberwachung
3.3.3.1 Zur präventiven Funktion der Kreditüberwachung
3.3.3.2 Zur Behandlung notleidender Kredite
3.3.4 Beendigung eines Kreditengagements
4. Diskussion alternativer Organisationsformen im Kreditgeschäft für Privat- und Geschäftskunden
4.1 Überblick der zu diskutierenden Organisationsformen im Marktbereich des Kreditgeschäftes
4.1.1 Zur aktuell üblichen Konfiguration der Kreditprozesse
4.1.2 Kompetenzspitze im Kreditgeschäft
4.1.2.1 Begriff der Kompetenzspitze im Allgemeinen
4.1.2.2 Besondere Kompetenzen von Mitarbeitern im Kreditgeschäft
4.1.2.3 Organisatorische und prozessuale Integration einer Kompetenzspitze
4.1.2.4 Leistungskatalog einer Kompetenzspitze
4.1.3 Kreditfabrik
4.1.3.1 Zur Erscheinungsform der Kreditfabrik im Allgemeinen
4.1.3.2 Prozessuale Integration einer Kreditfabrik
4.1.3.3 Leistungskatalog einer Kreditfabrik
4.1.3.4 Kreditfabriken in der deutschen Kreditwirtschaft
4.1.3.4.1 VR Kreditwerk Hamburg-Schwäbisch Hall AG
4.1.3.4.2 Aareal Hypotheken-Management GmbH
4.1.3.4.3 Prompter AG
4.1.3.4.4 Stater Deutschland GmbH & Co. KG
4.1.3.4.5 Initiativen in der Sparkassenorganisation
4.1.4 Zusammenfassung der alternativen Organisationsformen
4.2 Analyse der Problemfelder bei der Reorganisation der Kreditprozesse
4.2.1 Zu den Kernrisiken des Outsourcings
4.2.1.1 Strategisches Risiko (Strategic Risk)
4.2.1.2 Reputationsrisiko (Reputation Risk)
4.2.1.3 Risiken bei der Durchführung des Tagesgeschäftes (Operational Risk)
4.2.1.4 Beendigungs- und Veränderungsrisiken (Exit Risk)
4.2.1.5 Controlling der Kernrisiken des Outsourcings als risikopolitisches Instrument
4.2.2 Organisationstheoretische und effizienzbestimmende Problemdimensionen
4.2.2.1 Organisatorische Herausforderungen der Integration in die Gesamtorganisation
4.2.2.1.1 Zur Kommunikation zwischen den Prozessteilnehmern
4.2.2.1.2 Zur Führung der Processing-Einheit
4.2.2.1.3 Zum Controlling der Organisationseinheiten
4.2.2.1.4 Zur Objektivität der Kreditentscheidung
4.2.2.2 Zur Einhaltung gesetzlicher Mindestvorschriften
4.2.2.2.1 Aufsichtsrechtliche Komponenten
4.2.2.2.2 Einflüsse aus sonstigen Rechtsbereichen
4.2.2.2.2.1 Datenschutz und Bankgeheimnis
4.2.2.2.2.2 Umsatzsteuerbelastung von Kreditservicedienstleistungen
4.2.2.3 Effizienz- und leistungsbestimmende Faktoren
4.2.2.3.1 Economies of Scale
4.2.2.3.2 Reduktion der Kapitalbindung
4.2.2.3.3 Verbesserung der Bearbeitungs- und Entscheidungsqualität
4.2.2.3.4 Transaktionskosteneffekte
4.2.3 Personalpolitische Problemdimensionen
4.2.3.1 Arbeitsrechtliche Herausforderungen
4.2.3.1.1 Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte des Betriebsrates
4.2.3.1.2 Besondere arbeitsrechtliche Gegebenheiten des Outsourcing
4.2.3.1.2.1 Übergang des Arbeitsverhältnisses
4.2.3.1.2.2 Transformationswirkung von tarifvertraglichen Rechten und Pflichten
4.2.3.1.3 Zusammenfassung der arbeitsrechtlichen Herausforderungen im Lichte der Veränderung der Kreditprozesse
4.2.3.2 Entgeltbemessung und Gehaltsgefüge
4.2.3.3 Zusammenfassung zur Problemdimension Personal
4.2.4 Technische Problemdimension
4.3 Zusammenfassung der Alternativendiskussion
5. Praxisbeispiele der analysierten Organisationsformen
5.1 „Spezialberatung Finanzierung“ als Kompetenzspitze im Kreditgeschäft der Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden AG
5.1.1 Aufstellung und Organisation der Spezialberatung Finanzierung
5.1.2 Leistungsangebot und strategische Ziele der Spezialberatung Finanzierung
5.1.3 Prozessuale Integration der Spezialberatung Finanzierung
5.1.3.1 Einbindung bei der Vergabe von Darlehen
5.1.3.2 Einbindung in die Kreditüberwachung und Bearbeitung
5.1.4 Zusammenfassung zur Spezialberatung Finanzierung
5.2 „Prompter AG“ als Kreditfabrik für Deutsche Banken
5.2.1 Zur strategischen Ausrichtung der Prompter AG
5.2.2 Leistungsspektrum der Prompter AG
5.2.3 Zusammenfassung und Ausblick zur Prompter AG
6. Schlussfolgerungen und Empfehlungen
6.1 Empfehlung für Großbanken
6.2 Empfehlung für Sparkassen und Genossenschaftsbanken
6.3 Empfehlung für Spezialkreditinstitute, Versicherungen und Bausparkassen
Die Diplomarbeit untersucht die organisatorische Neuausrichtung des Kreditgeschäfts für Privat- und Geschäftskunden durch den Vergleich zweier alternativer Systeme: die Kompetenzspitze und die Kreditfabrik. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine kritische Analyse beider Modelle eine strategische Empfehlung für Finanzdienstleister zu erarbeiten, um die Effizienz der Kreditvergabeprozesse unter Beachtung von Ressourcenallokation und Marktgegebenheiten zu steigern.
3.2.1 Zum Konzept der Value-Chain
Der Wertbeitrag eines Unternehmens und dessen Entstehung auf der Ebene eines Prozesses oder eines Prozessschrittes ist der wissenschaftliche Gegenstand der Analyse der Wertschöpfungskette. Dabei lässt sich der Prozess wie Wert geschaffen wird sowohl für Produktionsunternehmen als auch für Dienstleister sehr einfach ausdrücken:
„In […] simple terms a firm will create value when what the customer demands can be brought into synchronisation with what the firm can supply, minimising friction and internal interaction costs and maximising the dynamic forces of the interaction. Where they are not synchronised, value will either not be realised or actually destroyed. This may sound simple, but the reality of complex organisations is such that this […] is in fact problematic and represents the key tactical task for management on a day-to-day basis.”
Es wird also grob gesagt der Input in eine Organisation, dessen Verarbeitung und der daraus entstehende Output gemessen. Der durch die Verarbeitung (die eigentliche Wertschöpfungskette) entstehende Wert wird maßgeblich von den Wünschen der Verbraucher des betreffenden Produktes oder Services bestimmt.
Allgemein wird die Wertschöpfungskette in zwei Abschnitte bzw. Teile gegliedert. Dabei unterscheidet Porter in dem von ihm entwickelten Konzept primär ausführende Prozessschritte und sekundär unterstützende Prozesse.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des hohen administrativen Aufwands im Kreditgeschäft ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Konzepte Kompetenzspitze und Kreditfabrik kritisch zu untersuchen.
2. Grundlagen der Kreditgeschäftsprozesse: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Rahmenbedingungen und Definitionen, einschließlich der Kundensegmentierung und der Rolle übergeordneter Institutionen im deutschen Bankensystem.
3. Theorien und Konzepte der Kreditvergabe und Kreditentscheidungsprozesse: Hier werden die organisatorischen Aspekte des Kreditgeschäfts, das Konzept der Wertschöpfungskette sowie der Kreditlebenszyklus detailliert analysiert.
4. Diskussion alternativer Organisationsformen im Kreditgeschäft für Privat- und Geschäftskunden: Dieses Hauptkapitel bietet eine umfassende Analyse der Vor- und Nachteile von Kreditfabriken und Kompetenzspitzen unter Berücksichtigung von Risiken, Personalpolitik und technischer Herausforderungen.
5. Praxisbeispiele der analysierten Organisationsformen: Der Autor veranschaulicht die theoretischen Konzepte anhand konkreter Beispiele aus der Deutschen Bank und der Prompter AG.
6. Schlussfolgerungen und Empfehlungen: Abschließend werden spezifische Empfehlungen für verschiedene Institutsgruppen (Großbanken, Sparkassen/Genossenschaftsbanken, Spezialkreditinstitute) abgeleitet.
Kreditgeschäft, Kompetenzspitze, Kreditfabrik, Wertschöpfungskette, Kreditlebenszyklus, Prozessoptimierung, Basel II, Bankorganisation, Outsourcing, Kreditentscheidung, Risikomanagement, Effizienzsteigerung, Privatkundengeschäft, Geschäftskundengeschäft, Finanzdienstleister.
Die Arbeit untersucht, wie Banken ihre Kreditprozesse durch die Implementierung alternativer Organisationsmodelle – konkret Kompetenzspitzen oder Kreditfabriken – effizienter gestalten können.
Es behandelt die Bankorganisation, die Struktur der Wertschöpfungskette im Kreditgeschäft, die Auswirkungen regulatorischer Anforderungen wie Basel II und die praktischen Aspekte von Prozess-Outsourcing.
Das Ziel ist ein theoretisch-empirischer Systemvergleich zwischen der Kompetenzspitze und der Kreditfabrik, um strategische Empfehlungen zur Optimierung von Kreditvergabeprozessen zu geben.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse, gestützt auf Literaturstudien, organisationstheoretische Modelle (z.B. Value-Chain nach Porter, Transaktionskostentheorie nach Williamson) sowie die empirische Auswertung von Praxisbeispielen und Marktumfragen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Vor- und Nachteile der beiden Organisationsformen im Hinblick auf Organisation, Personal, Technik und Risikomanagement.
Zentrale Begriffe sind Kreditfabrik, Kompetenzspitze, Prozessindustrialisierung, Kreditlebenszyklus und Risiko-Controlling im Kreditwesen.
Es dient als konkretes Praxisbeispiel für die Implementierung einer Kompetenzspitze innerhalb eines Universalbankkonzerns (Deutsche Bank) und verdeutlicht die theoretischen Vorteile bei der Betreuung komplexer Kundenanliegen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Kreditfabriken zwar Effizienzvorteile durch Standardisierung bieten, aber bei einer Tochtergesellschafts-Struktur hohe Integrations- und Abhängigkeitsrisiken bergen, die eine sorgfältige Steuerung erfordern.
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