Magisterarbeit, 2008
127 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Abgrenzung des Themas als Problemstellung
1.2 Die Thematik und der Aufbau der Arbeit
2. Die Europäische Ethnologie und das Internet
2.1 Zur Methodik
2.2 Online-Forschung – ein Exkurs
3. Das Web 2.0
3.1 Social Software
3.1.1 Erscheinungsformen der Social Software
3.2 Social Networks
3.2.1 Soziale Netzwerke - eine kulturwissenschaftliche Annährung
3.2.2 Social Networks im Internet
3.2.3 Die Anziehungskraft der Social Networks
3.2.4 Faszination Social Networks – Gründe für die Popularität
3.2.5 Die Kehrseite – Sendungsbewusstsein kontra Datenschutz
3.3 Die Nutzung der Social-Software-Systeme durch die deutsche Bevölkerung
4. Das studiVZ - Ein Social Network
4.1 Statistische Angaben
4.2 Funktionen
5. Freundschaft
5.1 Die Freundschaft außerhalb des WorldWideWeb’s
5.2 Die Freundschaft in Social Networks
6. Neue Formen der Kommunikation
6.1 Merkmale klassischer Kommunikation
6.2 Die technisch vermittelte Kommunikation
7. Identität und Selbstdarstellung
7.1 Die Identität und das Selbst
7.2 Die Identifikationsräume der Identität
7.3 Die Präsentation der Identität – Zur Selbstdarstellung
7.4 Die Öffentlichkeit des WorldWideWeb’s
7.5 Identitäten im Internet
7.6 Strategien und Taktiken
7.7 Resümee
8. Die Fragebogenauswertung
8.1 Die Mitglieder – statistische Daten
8.1.1 Das Geschlecht
8.1.2 Die Alterstruktur
8.1.3 Statistisches Resümee
8.2 Die Besuchszeiten
8.2.1 Häufigkeit der Logins
8.2.2 Zur Verweildauer
8.2.3 Resümee zu den Besuchszeiten
8.3 Motivation
8.3.1 Resümee
8.4 Das Profil
8.4.1 Wahrheitsgetreu oder ‚beschönigt’?
8.4.2 Berufe
8.4.3 Resümee
8.5 Die Freundschaften
8.5.1 Resümee
8.6 Die Gruppen
8.6.1 Mitgliedschaften
8.6.2 Zur Kommunikation in den Foren
8.6.3 Resümee
8.7 Der Nachrichtendienst und die Pinnwand
8.7.1 Resümee
8.8 Die Fotoalben
8.8.1 Die Anzahl der Fotoalben
8.8.2 Der Inhalt der Fotoalben
8.8.3 Resümee zu den Fotoalben
8.9 Die Gruschelfunktion
8.9.1 Resümee
8.10 Eine Typologie der studiVZ Nutzer
8.11 Der Datenschutz
8.11.1 Resümee
8.11.2 Karrierekiller studiVZ?
8.12 Ergebnis der Fragebogenuntersuchung
9. Das Web 3.0 - Die Fortführung einer Idee
10. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit führt eine soziokulturelle Untersuchung zur Selbstdarstellung der Nutzer der Social Software studiVZ durch. Das Hauptziel ist die Analyse des Nutzungsverhaltens, der Identitätsbildung und der sozialen Vernetzung der Mitglieder innerhalb dieser internetbasierten Plattform.
3.2.1 Soziale Netzwerke - eine kulturwissenschaftliche Annährung
Unter einem sozialen Netzwerk wird in der Kulturwissenschaft eine eigenständige Form der Koordination von Interaktionen verstanden, deren Kern die Kooperation autonomer, aber wechselseitig voneinander abhängiger (interdependenter) Personen ist. Soziale Netzwerke bestehen aus lockeren und oft unüberschaubaren Beziehungsgeflechten, die als schwach eingestuft werden können, aber das eigene soziale Geschehen beeinflussen.
Die Zugehörigen eines Netzwerkes, können auf diese Weise ihre partikularen Ziele besser realisieren und leichter Informationen erhalten. Der Zeithorizont eines Netzwerkes ist eher mittelfristig, das heißt für einen überschaubaren Zeitraum muss es stabil sein und verlässlich funktionieren. Die Möglichkeit auszusteigen und die Kooperation zu beenden, ist im Prinzip immer gegeben. Die Kooperationsbeziehung ist reziprok, womit die Partner jeweils voneinander profitieren, allerdings sind sie nur locker miteinander verbunden und weisen in der Regel kein Wir-Gefühl auf. Wichtig ist in erster Linie die Zuversicht, dass die Kooperation sich auszahlt.
In der Kulturwissenschaft besteht die Fokussierung auf gesellschaftliche Prozesse, die sich durch soziales Handeln beziehungsweise soziale Kommunikation etablieren, sowie auf gesellschaftliche Strukturen, deren Entstehung und deren Entwicklung auf die Wechselwirkung von Handlungen beziehungsweise Kommunikationen bezogen werden kann. Die sozialen Netzwerke machen den Grad der sozialen Verankerung einzelner Personen sichtbar.
1. Einleitung: Einführung in die Etablierung des Internets im Alltag und die Problemstellung der Selbstdarstellung innerhalb des studiVZ.
2. Die Europäische Ethnologie und das Internet: Verortung der Thematik im ethnologischen Fachbereich sowie Erläuterung der angewandten Online-Forschungsmethodik.
3. Das Web 2.0: Definition des Web 2.0 als Mitmach-Internet sowie Vorstellung gängiger Social-Software-Formen und Social Networks.
4. Das studiVZ - Ein Social Network: Detaillierte Vorstellung des studiVZ als bedeutendstes deutsches Studentennetzwerk inklusive Hintergrund und Zielsetzung der Betreiber.
5. Freundschaft: Analyse des Konzepts der Freundschaft im realen Leben im Vergleich zu sozialen Netzwerken.
6. Neue Formen der Kommunikation: Untersuchung der Veränderungen des menschlichen Kommunikationsverhaltens durch technisch vermittelte Medien.
7. Identität und Selbstdarstellung: Theoretische Auseinandersetzung mit Identitätsräumen und Strategien der bewussten Selbstdarstellung im Internet.
8. Die Fragebogenauswertung: Präsentation und Analyse der Ergebnisse der empirischen Studie zu Nutzerdaten, Besuchszeiten, Motivation und Verhalten der studiVZ-Mitglieder.
9. Das Web 3.0 - Die Fortführung einer Idee: Ein Ausblick auf die weitere technologische Entwicklung hin zum mobilen Internet.
10. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse über den Einfluss von Social Software auf die gesellschaftliche Wirklichkeit und Identitätskonstruktion.
studiVZ, Web 2.0, Soziale Netzwerke, Europäische Ethnologie, Selbstdarstellung, Identität, Online-Forschung, Kommunikation, Profil, Virtuelle Welt, Datenschutz, Community, Gruppen, Freundschaft, Nutzerverhalten
Die Arbeit untersucht soziokulturelle Aspekte der Selbstdarstellung von Nutzern der Social Software studiVZ und wie sich diese innerhalb eines internetbasierten Netzwerks artikulieren.
Die zentralen Themen umfassen die ethnologische Perspektive auf digitale Gemeinschaften, Identitätskonstruktion im Internet, Strategien der Selbstdarstellung sowie die Auswirkungen auf Kommunikation und Freundschaftsverständnisse.
Das Ziel ist die Erforschung des Nutzungsverhaltens und der Profilpräsentation im studiVZ, um zu verstehen, wie Nutzer in einem virtuellen Raum Identität und soziale Beziehungen konstruieren.
Die Autorin kombiniert die klassische teilnehmende Beobachtung (in einer für das Internet modifizierten Form) mit einer quantitativen Online-Fragebogenuntersuchung unter 88 Nutzern.
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung durch das Web 2.0 und ethnologische Konzepte über die detaillierte Vorstellung der Plattform studiVZ bis hin zur tiefgehenden Analyse der Fragebogenauswertung.
Begriffe wie Web 2.0, Social Networks, Identitätsräume, Selbstdarstellungstechniken, digitale Freundschaft und Internet-Community sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Die technisch vermittelte Kommunikation ist laut Autorin auf textuelle und bildhafte Darstellung reduziert, was den Wegfall nonverbaler Signale bedeutet, jedoch neue Formen der Identitäts- und Selbstdarstellung ermöglicht.
Die Autorin stellt fest, dass das Bewusstsein der Nutzer für Risiken oft gering ist, während das studiVZ zugleich Daten für zielgerichtete Werbung nutzt und sich in einem Spannungsfeld zwischen Nutzersicherheit und Kooperation mit Ermittlungsbehörden befindet.
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