Magisterarbeit, 2007
127 Seiten, Note: 1,3
1 ENTWICKLUNG, FORSCHUNG UND THESEN DER CDA
1.1 THEORETISCHE EINFLÜSSE UND HISTORISCHE ENTWICKLUNG
1.2 HAUPTVERTRETER UND FORSCHUNGSPERSPEKTIVEN DER CDA
1.2.1 TEUN VAN DIJK: SOZIOKOGNITIVE CDA
1.2.2 NORMAN FAIRCLOUGH: DISKURS UND GESELLSCHAFTLICHER WANDEL
1.2.3 RUTH WODAK: DIE DISKURS-HISTORISCHE METHODE
1.2.4 THEO VAN LEEUWEN: SOCIAL SEMIOTICS
1.3 BEGRIFFE UND THESEN DER KRITISCHEN DISKURSANALYSE
2. GUANTÁNAMO BAY: POLITISCHER UND RECHTLICHER KONTEXT
2.1 DER 11. SEPTEMBER - EINE KRIEGSERKLÄRUNG
2.2 ANTI-ISLAMISMUS IM ‚KRIEG GEGEN DEN TERROR’
2.3 DIE INTERNIERUNG TERRORVERDÄCHTIGER
2.4 GUANTÁNAMO - EIN RECHTSSYSTEM AUßERHALB DES RECHTS
2.5 FOLTERVORWÜRFE UND MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN
3. ZUM KORPUS
3.1 BESCHREIBUNG DES KORPUS
3.2 TABELLARISCHE ÜBERSICHT
4. POLITISCHER DISKURS UND LEGITIMATION
4.1 DER POLITISCHE DISKURS: BEGRIFFSBESTIMMUNG UND EINGRENZUNG
4.2 GENRESPEZIFIKA DES POLITISCHEN DISKURSES
4.3 DAS KONZEPT DER LEGITIMATION NACH BERGER UND LUCKMANN
4.4 LEGITIMATIONSSTRATEGIEN IM POLITISCHEN DISKURS
5. AUTORISIERUNG
5.1 PERSONAL UND IMPERSONAL AUTHORITY
5.2 DIE DISKURSIVE REPRÄSENTATION DER AUTORITÄT
5.3 DIE MILITÄRTRIBUNALE: PRÄSIDIALE AUTORITÄT UND JUDIKATIVE
5.4 LEGITIMATION DURCH NORM UND TRADITION
6. RATIONALISIERUNG UND REPRÄSENTATION IN DER LEGITIMATION
6.1 RATIONALISIERUNG
6.1.1 ZIELORIENTIERUNG ALS FORM DER RATIONALISIERUNG
6.2 POSITIVE SELBSTPRÄSENTATION UND NEGATIVE FREMDPRÄSENTATION
6.2.1 NEGATIVE FREMDPRÄSENTATION: “THESE ARE KILLERS”
6.2.2 POSITIVE SELBSTPRÄSENTATION: “WE ARE A NATION OF LAWS”
6.3 DIE KRITIKER: REPRÄSENTATION VON UNGLAUBWÜRDIGKEIT
Die vorliegende Arbeit untersucht, mit welchen sprachlichen Strategien die US-Regierung unter Präsident George W. Bush das Militärgefängnis in Guantánamo Bay legitimiert, obwohl es aus rechtlicher Sicht als außerhalb nationaler und internationaler Normen stehend betrachtet wird. Dabei wird analysiert, wie politische Akteure durch diskursive Mittel Akzeptanz für ein System schaffen, das fundamentale Menschenrechte aussetzt.
6.2.1 Negative Fremdpräsentation: “These are killers”
Die negative Fremdpräsentation wird zu Teilen mittels negativer Lexikalisierungen realisiert. Dies erfolgt hauptsächlich mittels der Kategorisierung der Feindgruppe in Form von einfachen Aussagesätzen. Diese so genannten Attributive Intensive Relationals (Cf. Halliday 1985: 114f.) drücken die Gleichheit von zwei Begriffen aus und signalisieren die Zugehörigkeit eines Begriffs zu einem anderen, ihn beschreibenden, Begriff. Die Kategorisierungen haben die folgende grammatikalische Struktur und Bedeutung:
Form: Carrier / Process / Attribute
Bedeutung: X / is a member of / group a.
(Cf. Ibid.)
Das den Carrier definierende Attribute wird als Nominalgruppe realisiert, die entweder ein Nomen oder ein Adjektiv als Kern hat und indefinit ist. Der Process wird in den Texten stets durch das Kopula ‘to be’ ausgedrückt. Da es sich in den Texten ausschließlich um die Repräsentation der Differenz zwischen Gruppen handelt, sind alle Kategorisierungen generisch, das heißt sie benennen eine bestimmte Gruppe von Individuen. Die Kategorisierungen sind außerdem generalisierend, da sie für alle Mitglieder der Gruppe gelten.
1 ENTWICKLUNG, FORSCHUNG UND THESEN DER CDA: Einführung in die theoretischen Grundlagen der Kritischen Diskursanalyse und Vorstellung der wichtigsten Vertreter und deren methodischer Ansätze.
2. GUANTÁNAMO BAY: POLITISCHER UND RECHTLICHER KONTEXT: Analyse des historischen Hintergrunds und der rechtlichen Problematik rund um die Inhaftierung von Personen in Guantánamo im Kontext des "Krieges gegen den Terror".
3. ZUM KORPUS: Beschreibung der methodischen Auswahl und Zusammensetzung der sechzehn untersuchten Texte von US-Regierungsmitgliedern.
4. POLITISCHER DISKURS UND LEGITIMATION: Theoretische Verortung des politischen Diskurses und Definition des Konzepts der Legitimation nach Berger und Luckmann.
5. AUTORISIERUNG: Analyse, wie durch "Personal" und "Impersonal Authority" eine vermeintliche rechtliche Rechtfertigung für politisches Handeln konstruiert wird.
6. RATIONALISIERUNG UND REPRÄSENTATION IN DER LEGITIMATION: Untersuchung von Strategien wie Zielorientierung sowie positiver Selbst- und negativer Fremdpräsentation zur Sicherung politischer Akzeptanz.
Kritische Diskursanalyse, Legitimation, Guantánamo Bay, Bush-Administration, Politischer Diskurs, Autorisierung, Rationalisierung, Fremdpräsentation, Selbstpräsentation, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Diskurs, Machtverhältnisse, Ideologie, Sicherheitspolitik.
Die Magisterarbeit untersucht die sprachliche Rechtfertigung des US-Militärgefängnisses in Guantánamo Bay durch hochrangige Regierungsmitglieder der USA.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse diskursiver Machtstrukturen, der Anwendung rechtlicher Ausnahmeregelungen und der Konstruktion von Feindbildern im Kontext des "Krieges gegen den Terror".
Das Ziel ist es, die Legitimationsstrategien aufzudecken, die dazu dienen, eine faktisch außerhalb geltender Normen stehende Inhaftierungspraxis als notwendig und moralisch vertretbar darzustellen.
Die Arbeit nutzt die Kritische Diskursanalyse (CDA), insbesondere basierend auf den Modellen von Theo van Leeuwen, Teun van Dijk, Norman Fairclough und Ruth Wodak.
Der Hauptteil analysiert, wie durch spezifische sprachliche Formen (Autorisierung, Rationalisierung, Selbst- und Fremdpräsentation) politische Entscheidungen und Machtverhältnisse in ausgewählten Texten diskursiv legitimiert werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Legitimation, Kritische Diskursanalyse, Guantánamo, Macht, politische Rhetorik und Menschenrechte beschreiben.
Obwohl die komische Auseinandersetzung mit der Rhetorik der Bush-Administration (die sogenannten "Bushisms") existiert, nimmt die Autorin die Sprache der US-Politiker ernst, um ihre strategische Funktion zur Etablierung veränderter Normen zu untersuchen.
"Personal Authority" bezieht sich auf die Macht des Sprechers durch seine soziale Rolle, während "Impersonal Authority" die Legitimation durch externe Bezugnahmen auf Gesetze und Regeln darstellt.
In Anlehnung an Agamben und Butler wird Guantánamo als ein Ort beschrieben, der außerhalb regulärer rechtlicher und moralischer Normen steht und in dem der Staat nach eigenem Gutdünken handelt, wodurch das Gefängnis zu einer außergesetzlichen Sphäre wird.
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