Masterarbeit, 2004
63 Seiten, Note: 5.25
1 Einleitung
2 Ein modernes Verständnis der Gemeinschaft
2.1 Das Modell der drei Dimensionen der Gemeinschaft
2.2 Drei Theorien zum Verlust von Gemeinschaft
2.2.1 Zivilgesellschaft im Wohlfahrtsstaat
2.2.2 Sozialkapital als öffentliches Gut
2.2.3 Kommunitarismus: Die Abhängigkeit des Individuums
2.3 Zusammenfassend: Kontroversen und Fragen aus der heutigen Diskussion
3 Individualismus und Gemeinschaft im frühen Liberalismus
3.1 Ursprünge des Individualismus
3.2 Hobbes: Das Individuum als methodischer Ausgangspunkt
3.2.1 Hobbes’ neues Paradigma
3.2.2 Hobbes’ Methode
3.2.3 Hobbes’ Staat
3.3 Locke: Die Unabhängigkeit des Einzelnen
3.3.1 Locke’s Menschenbild
3.3.2 Locke’s Staatskonzept
3.4 Einheit von Selbstinteresse und Gemeinschaftsinteresse
4 Individualismus in der Kritik: Die Sorge um die Gemeinschaft
4.1 Rousseau: Der Vorrang der Gemeinschaft
4.1.1 Das Menschenbild bei Rousseau
4.1.2 Rousseau und die Gemeinschaft
4.1.3 Rousseaus Staat
4.2 Tocqueville: Freiheit ohne Individualismus
4.2.1 Tocquevilles Menschenbild
4.2.2 Das Konzept des Individualismus bei Tocqueville
4.2.3 Die Bekämpfung des Individualismus
4.2.4 Freiheit und Gemeinschaft
5 Einbettung in das aktuelle Modell der Gemeinschaft
5.1 Konflikt und Harmonie in den menschlichen Beziehungen
5.2 Die Richtung der Abhängigkeiten
5.3 Die Stärke der Bindungen
6 Schlussfolgerungen
Diese Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen der liberalen Forderung nach dem freien, autonomen Individuum und der Notwendigkeit einer starken politischen Gemeinschaft. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie die liberale Kernforderung des freien Individuums mit den Anforderungen an eine funktionsfähige Gemeinschaft verbunden werden kann, ohne das soziale Gefüge zu unterminieren.
3.2 Hobbes: Das Individuum als methodischer Ausgangspunkt
Während die Leveller noch als Teil einer kontinuierlichen Entwicklung gesehen werden können, verkörpert Hobbes den radikalen Bruch mit der bisherigen Sichtweise, die noch stark von Aristoteles geprägt war. Gerade Hobbes hat ein sehr individualistisches Menschenbild. Der Mensch und seine Bedürfnisse (für Hobbes vor allem das Bedürfnis nach Frieden und Sicherheit) stehen im Zentrum von Hobbes’ Betrachtungsweise, und ihnen zu dienen ist die Aufgabe des Staates. Das ist die gegenteilige Auffassung zu derjenigen von Aristoteles, die im Staat das Ziel des einzelnen Menschen sieht.
“The final Cause, End, or Designe of men, (who naturally love Liberty, and Dominion over others) in the introduction of that restraint upon themselves, (in which wee see them live in Commonwealths,) is the foresight of their own preservation, and of a more contented life thereby; that is to say, of getting themselves out from that miserable condition of Warre, which is necessarily consequent (as hath been shewn) to the naturall Passions of men, when there is no visible Power to keep them in awe, and tye them by feare of punishment to the performance of their Covenants, and observation of those Lawes of Nature set down in the fourteenth and fifteenth Chapters.”
Sein Überleben sichern kann der Mensch aber aufgrund der Knappheit nur in Konkurrenz zu den anderen Menschen, nicht in Gemeinschaft mit ihnen. Dementsprechend interpretiert er auch die Eigenschaften des Menschen in einem anderen Licht: “It is true, that certain living creatures, as Bees, and Ants, live sociably one with another, (which are therefore by Aristotle numbred amongst Politicall creatures;) and yet have no other direction, than their particular judgements and appetites; nor speech, whereby one of them can signifie to another, what he thinks expedient for the common benefit: and therefore some man may perhaps desire to know, why Man-kind cannot do the same.”
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das zentrale Spannungsfeld zwischen Individualismus und Gemeinschaft ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2 Ein modernes Verständnis der Gemeinschaft: Hier wird ein Modell vorgestellt, das Gemeinschaft in private, zivilgesellschaftliche und öffentliche Dimensionen unterteilt, um heutige Theorien über deren Verlust zu analysieren.
3 Individualismus und Gemeinschaft im frühen Liberalismus: Dieses Kapitel beleuchtet den Paradigmenwechsel bei Hobbes und Locke, die das Individuum ins Zentrum der staatstheoretischen Überlegungen rückten.
4 Individualismus in der Kritik: Die Sorge um die Gemeinschaft: Es werden die kritischen Perspektiven von Rousseau und Tocqueville diskutiert, die auf die Gefahren der Vereinsamung und Entfremdung durch den Individualismus hinweisen.
5 Einbettung in das aktuelle Modell der Gemeinschaft: Hier werden die zuvor untersuchten Ansätze anhand des Modells der drei Dimensionen miteinander verglichen, um Unterschiede in Konfliktwahrnehmung und Bindungsstärke aufzuzeigen.
6 Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine funktionierende Demokratie auf starke politische Beziehungen und ein bürgerschaftliches Engagement angewiesen ist.
Liberalismus, Individualismus, Gemeinschaft, Hobbes, Locke, Rousseau, Tocqueville, Gesellschaftsvertrag, Sozialkapital, politische Freiheit, Zivilgesellschaft, Autonomie, Macht, Gemeinwille, Partizipationskrise.
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die daraus resultierenden Spannungen zwischen dem liberalen Ideal des freien, unabhängigen Individuums und der Notwendigkeit von Gemeinschaften in modernen Gesellschaften.
Die zentralen Themen umfassen politische Philosophie, Individualismus, die Bedeutung von Sozialkapital und Zivilgesellschaft sowie die Rolle staatlicher Institutionen im Verhältnis zum Einzelnen.
Ziel ist es, die Auswirkungen liberaler Kernforderungen auf den Zusammenhalt der Gesellschaft zu untersuchen und zu erörtern, ob und wie eine starke politische Gemeinschaft mit dem individuellen Freiheitsanspruch vereinbar ist.
Die Arbeit nutzt eine ideengeschichtliche und politikwissenschaftliche Analyse, indem sie die Texte bedeutender Denker (Hobbes, Locke, Rousseau, Tocqueville) in ein selbst entwickeltes Modell der Gemeinschaftsdimensionen einbettet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der liberalen Grundlagen, eine kritische Auseinandersetzung durch Gegenentwürfe sowie eine anschließende systematische Einordnung der verschiedenen Ansätze in das dreidimensionale Gemeinschaftsmodell.
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Liberalismus, Autonomie, Gemeinwohl, Föderalismus und den Begriff des modernen Individualismus.
Der Autor zeigt auf, dass Hobbes den Staat als notwendiges Instrument zur Friedenssicherung betrachtet, das dem Individuum zwar Schutz gewährt, aber durch seine absolute Macht den Spielraum für eine unabhängige Zivilgesellschaft minimiert.
Beide Autoren lieferten bereits früh Analysen zu den Gefahren der Vereinsamung und Entfremdung, die heute im Kontext der Pluralisierung und Fragmentierung moderner Gesellschaften wieder an Aktualität gewinnen.
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