Bachelorarbeit, 2015
48 Seiten, Note: 1,7
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Historische Bedingungen
2. Hauptteil
2.1. Hobbes mechanistisch - empiristische Begriffsbildung
2.1.1. Natur und Vernunft
2.1.2. Freiheit als Handlungsfreiheit
2.1.3. Der leviathanische Staat
2.2. Schiller – von seiner Anthropologie zur Staatstheorie
2.2.1. Natur und Vernunft
2.2.2. Freiheit als Willensfreiheit
2.2.3. Der ästhetische Staat
3. Schluss
3.1. Widerlegen Schillers anthropologische Überlegungen das mechanistische Konzept von Hobbes?
3.2. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die anthropologischen Grundlagen der Staatstheorien von Thomas Hobbes und Friedrich Schiller, um die methodische Eindimensionalität des hobbeschen Menschenbildes anhand der schillerschen Konzeption kritisch zu problematisieren und auf ihre Widerlegbarkeit zu prüfen.
2.1.1. Natur und Vernunft
Mit seiner empiristischen Methode schaut HOBBES auf die Verhältnisse und stellt darauf bezogen das Denken her. Somit müssen Wahrnehmung und Denken empiristisch gewendet werden. Die Dinge selbst, deren Erscheinungen, Ursachen und Wirkungen sind die Grundlage für seine Erkenntnis. Seine Begriffsbildungen von Natur und Vernunft haben demzufolge eine rationale, mechanistische, naturwissenschaftliche Begründung. Dieses Vorgehen überträgt HOBBES gleichfalls auf seine Anthropologie. Um diese Systematik sichtbar zu machen, bietet sich JULIEN OFFRAY DE LA METTRIE, wie HOBBES ebenfalls Arzt, geradezu als Kontrastfolie an. Bekanntheit erlangt er vor allem durch sein konsequent materialistisches Menschenbild. LA METTRIE ist insbesondere durch seine Schrift mit dem eingängigen Titel „L'homme machine“ („Die Maschine Mensch“) in die Geschichte der Philosophie eingegangen. LA METTRIE entwickelt einen Materialismus, der streng metaphysische Vorannahmen oder Schlussfolgerungen verneint, und die Seele als ein Resultat verflochtener Körperfunktionen annimmt.
HOBBES` vergleichbare Lehre über den Menschen geht aus seiner materialistisch-physikalischen Ontologie hervor. In seiner Lehre vom Körper („De Corpore“) ist die gesamte Welt als ein Körper zu verstehen. Er begreift Körper als alles, was unabhängig von unserem Denken mit irgendeinem Teil des Raumes zusammenfällt oder sich mit ihm ausdehnt. Dieses Geschehen ist auf mechanische Vorgänge von Masse u. Bewegung zurückzuführen. HOBBES lehnt das teleologische Prinzip der Ordnung der antiken und christlichen Lehre ab und setzt anstelle dieser final gedachten Ursache-Wirkungskette der Bewegung sein mechanistisches Modell. Danach wird jede Bewegung durch eine andere Bewegung initiiert und ist insofern durch diese bestimmt. Bewegung ist demzufolge kein Werden, sie ist vielmehr eine bloße Veränderung der Beschaffenheit der Materie, zu der er den Menschen genauso zählt wie alle anderen Dinge auch.
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage und Einordnung der philosophischen Positionen von Hobbes und Schiller als Grundlage für ihre Staatstheorien.
2. Hauptteil: Detaillierte Prüfung der Begriffe Natur, Vernunft und Freiheit sowie die daraus resultierenden Staatsmodelle des Leviathans und des ästhetischen Staates.
3. Schluss: Synthese und Beantwortung der Frage, inwiefern Schillers Anthropologie das mechanistische Menschenbild von Hobbes widerlegen kann.
Thomas Hobbes, Friedrich Schiller, Anthropologie, Staatstheorie, Naturzustand, Freiheit, Handlungsfreiheit, Willensfreiheit, Leviathan, Ästhetischer Staat, Mechanismus, Idealismus, Vernunft, Autonomie, Veredelung
Die Arbeit analysiert die grundlegend unterschiedlichen Menschenbilder von Hobbes und Schiller und deren Auswirkungen auf die jeweilige Konzeption des Staates.
Die zentralen Felder sind die Definition von Natur und Vernunft, die Dichotomie zwischen Handlungs- und Willensfreiheit sowie der Übergang von individueller Freiheit zur staatlichen Struktur.
Das Ziel ist es, die Einseitigkeit des empirisch-mechanistischen Menschenbildes bei Hobbes mittels der vermittelnden anthropologischen Konzepte von Schiller kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit nutzt eine systemanalytische Methode, um die philosophischen Entwürfe gegenüberzustellen und auf ihre argumentative Tragfähigkeit im Kontext politischer Theorie zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hobbes' mechanistischer Welt- und Staatsauffassung sowie Schillers Idealismus, der den Menschen als freies, ethisch handelndes Wesen in den Mittelpunkt stellt.
Maßgebliche Begriffe sind Anthropologie, Leviathan, ästhetische Erziehung, Autonomie und die Spannung zwischen Naturgesetz und Willensfreiheit.
Während Hobbes Freiheit als bloße Handlungsfreiheit unter Abwesenheit äußerer Hindernisse definiert, versteht Schiller Freiheit als Willensfreiheit, die eine moralische Wahlmöglichkeit erfordert.
Der ästhetische Staat ist ein Ideal, in dem Menschen durch Bildung und ästhetische Erziehung so veredelt werden, dass sie nach innen befreit und nach außen kooperativ handeln, ohne dass dies ein externes Zwangssystem erfordert.
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