Diplomarbeit, 2013
56 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. John Irving - eine Biographie
3. Die literarische Figur
4. Die Schriftstellerfiguren bei Irving
4.1.The 158-Pound Marriage
4.1.1.Vorausschau zu Garp
4.2.The World According to Garp
4.2.1.Jenny Fields
4.2.2.Garp
4.2.3.Das Ideal des Schreibens
4.3.The Hotel New Hampshire
4.4.Widow for One Year
4.4.1.Ted Cole
4.4.2.Eddie O‘Hare
4.4.3.Marion Cole
4.4.4.Ruth Cole
4.4.5.Die Künstlichkeit des Romans
4.5.Until I Find You
4.6.Last Night in Twisted River
4.6.1.John Irvings Alter Ego
5. John Irving - der Autor
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion von Schriftstellerfiguren in den Romanen von John Irving unter besonderer Berücksichtigung des Spannungsfeldes zwischen autobiographischen Elementen und fiktionaler Gestaltung.
1. Einleitung
John Irving ist einer der Autoren, die es schaffen, anspruchsvolle Literatur zu kreieren und trotzdem hervorragend zu unterhalten. Ich empfahl seine Bücher häufig an Freunde und Bekannte und hatte doch immer Schwierigkeiten seine Romane genau zu beschreiben und einzuordnen. Seine Bücher sind leicht verständlich und lassen sich schnell lesen. Trotzdem sind sie keinesfalls der sogenannten Trivialliteratur zuzuordnen. Anspruchsvolle Literatur schafft es nur selten in die Bestseller Listen. Häufig werden diese angeführt von trivialen Romanen die keinerlei literarischen Mehrwert bringen. Doch Irvings Romane schaffen immer wieder den Sprung in diese Listen. Ich fragte mich, woran es liegt, dass Irving sowohl von der breiten Masse positiv aufgenommen wird und gleichzeitig auch die Literaturwissenschaft immer wieder beschäftigt.
Bei der Lektüre seiner Romane fällt auf, dass auch Irving selbst dieses Phänomen - zwischen Massentauglichkeit und Anspruch zu liegen - erkannt hat und sich immer wieder damit auseinander setzt. Dieser Diskurs erfolgt vor allem durch seine Schriftstellerfiguren. Diese Figuren, die sich in einigen seiner Romane wieder finden, weisen untereinander hohe Ähnlichkeiten auf. Und nach der Beschäftigung mit Irvings Biographie fällt auf, dass sie auch große Ähnlichkeiten zu ihm selbst aufweisen. Und das, obwohl seine Figuren sich immer deutlich von der schlechten Eigenschaft, über ihr eigenes Leben zu schreiben distanzierten. Ich wurde neugierig und wollte so viel wie möglich über Irving, sein Leben und seine Arbeitsweise herausfinden. Dabei bemerkte ich, dass seine Romane darüber eine hervorragende Auskunft geben.
1. Einleitung: Definition der Zielsetzung, das Phänomen von Irvings Erfolg und die Rolle seiner Schriftstellerfiguren als Bindeglied zwischen Autobiographie und Fiktion.
2. John Irving - eine Biographie: Skizzierung des Lebenswegs von John Irving und dessen Einflüsse auf sein literarisches Schaffen.
3. Die literarische Figur: Theoretische Auseinandersetzung mit literarischen Figuren, Figurentypologien und Identitätskonzepten.
4. Die Schriftstellerfiguren bei Irving: Detaillierte Analyse der fiktiven Autoren in chronologischer Reihenfolge ihrer Romane als Spiegelbild zu Irving selbst.
5. John Irving - der Autor: Zusammenfassende Einordnung von Irvings Selbstverständnis als Autor und der Begriff des "implied author".
6. Fazit: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Nutzung eigener Biographien zur Gestaltung fiktiver Schriftsteller und deren Wahrnehmung durch die Kritik.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
John Irving, Schriftstellerfiguren, Autobiographie, Fiktion, Imagination, Metafiktion, The World According to Garp, Widow for One Year, Last Night in Twisted River, Literaturkritik, Schreibprozess, Alter Ego, Romananalyse.
Die Arbeit untersucht die Darstellung des Schriftstellers in den Romanen von John Irving und wie diese Figuren als Reflexionsflächen für den kreativen Prozess zwischen Fakt und Fiktion dienen.
Im Zentrum stehen die Konzepte von Autobiographie versus Imagination, das Verhältnis von Autoren zu ihrer Kritik sowie die wiederkehrenden Motive in Irvings Gesamtwerk.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Irving seine eigene Biographie durch das "Spiegeln" in seinen Schriftstellerfiguren methodisch nutzt, ohne dabei in pure Autobiographie abzugleiten.
Es handelt sich um eine chronologische Analyse der Romane unter Anwendung literaturwissenschaftlicher Theorien zur Figurencharakterisierung und Metafiktion.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse einzelner Romane (u.a. Garp, The Hotel New Hampshire, Widow for One Year) und deren spezifische Schriftstellerfiguren sowie deren Bezug zum Autor.
Kernbegriffe sind Authentizität, Metafiktion, autobiographisches Schreiben, Imagination, Rewriting und der "implied author".
Daniel Baciagalupo (alias Danny Angel) wird als das Figur angesehen, die John Irving in seiner biographischen Entwicklung und Arbeitsweise am nächsten kommt und somit als intensivstes Alter Ego fungiert.
Irving nutzt seine Figuren, um die aus seiner Sicht oberflächliche Suche der Literaturkritik nach autobiographischen Wahrheiten als trivialisierend und irrelevant darzustellen.
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