Masterarbeit, 2019
84 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Agiles Arbeiten
2.1. Agile Methoden
2.2. Scrum als agile Methode
2.3. Agiles Arbeiten und klassisches Projektmanagement
2.4. Agiles Arbeiten und lean Management
3. Strukturen des Scrum-Frameworks
3.1. Die ‚reine Lehre‘ von Scrum
3.2. Rollen
3.3. Ereignisse
3.4. Artefakte
4. Organisationales Lernen
4.1. Grundlage des Lernens in Organisationen
4.2. Phasen des organisationalen Lernzyklus
4.3. Abgrenzung gegenüber normativen Ansätzen
4.4. Abgrenzung gegenüber Wissensmanagement
4.5. Typen des Lernens
5. Lernförderliche und -hinderliche Faktoren
6. Methode
6.1. Fallauswahl
6.2. Operationalisierung organisationalen Lernens
6.3. Skalierung der Messung
7. Ergebnis
8. Diskussion
8.1. Auswirkungen von Scrum in den Kategorien
8.2. Auswirkungen von Scrum auf organisationales Lernen insgesamt
9. Fazit
Die Masterarbeit untersucht aus einer konzeptionellen Perspektive, inwiefern die Anwendung agiler Arbeitsmethoden – speziell des Scrum-Frameworks – das organisationale Lernen in Unternehmen beeinflusst. Ziel ist es, die Potenziale und Restriktionen dieses Lernprozesses zu identifizieren und die Frage zu klären, ob flexibles, agiles Arbeiten tatsächlich zu einem umfangreicheren organisationalen Lernen führt.
1. Einleitung
Die Leistungsfähigkeit einer Organisation bemisst sich nicht ausschließlich an der Geschwindigkeit oder Qualität ihrer Produktion materieller bzw. immaterieller Güter, sondern an ihrer Fähigkeit, sich durch ein richtiges Maß von Reproduktion und Adaption selbst zu erhalten, indem sie Probleme zu diagnostizieren und Lösungen zu finden vermag (Schein 1980, S.154; Flumerfelt et al. 2012, S.242). Als Indikator der Leistungsfähigkeit von Organisationen hat sich diese Art fortwährenden Lernens etabliert und dabei den Glauben an Rationalität als das zentrale Element für den Erfolg von Organisationen zu einem gewissen Grad ersetzt: “These enthusiasms [for learning] supplement – and to some extent replace – earlier enthusiasms for long-term planning and rational calculation as bases for organizational prosperity and survival” (Levinthal & March 1993, S.96).
Schon das Kommunizieren von Lernfähigkeit als Signal an die Umwelt verschafft einer Organisation einen Zugewinn an Legitimität (Kranz 2000, S.147) – Organisationen sind regelrecht zum Lernen gezwungen (Broßmann & Mödinger 2011, S.4f.). Agile Methoden haben sich als Arbeitsorganisationsform insbesondere in dynamischen Branchen mit verstärktem Innovationsdruck, ursprünglich in der Softwareentwicklung und von dort ausgehend im Bereich Projektmanagement, etabliert (Pfeiffer et al. 2014, S.120f.; Preußig 2015, S.123). Agiles Arbeiten gilt als besonders offen für Veränderung und agilen Methoden wird ein großes Potenzial nachgesagt, die Veränderungen von ihren strukturellen Rahmenbedingungen aus sich selbst heraus zu erwirken: Der Grund hierfür liegt in der Eigenschaft agilen Arbeitens, Arbeitsprozesse flexibel zu halten und schnelle Reaktionen auf veränderte Umweltbedingungen durch Dezentralität und Transparenz der Arbeitsprozesse zu ermöglichen (Riegraf 2005, S.148; Boes et al. 2017, S.173).
1. Einleitung: Stellt die Relevanz von organisationalem Lernen dar und führt in die Fragestellung ein, wie agile Methoden (speziell Scrum) dieses beeinflussen.
2. Agiles Arbeiten: Erläutert agile Grundwerte, grenzt Agilität vom klassischen Projektmanagement ab und ordnet sie in das Lean Management ein.
3. Strukturen des Scrum-Frameworks: Analysiert die Kernelemente von Scrum, unterteilt in Rollen, Ereignisse und Artefakte gemäß der ‚reinen Lehre‘.
4. Organisationales Lernen: Bietet den theoretischen Rahmen, definiert den Lernbegriff, den Lernzyklus und differenziert verschiedene Lerntypen.
5. Lernförderliche und -hinderliche Faktoren: Identifiziert wesentliche Einflussfaktoren wie organisationalen Slack, Lernkultur, Kohäsion und Autonomie auf den Lernprozess.
6. Methode: Beschreibt das methodische Vorgehen mittels Fallstudienansatz und die Operationalisierung der Analyse durch ein Kategoriensystem.
7. Ergebnis: Präsentiert die Analyse der erhobenen Faktoren hinsichtlich ihrer Wirkung auf das organisationale Lernen innerhalb von Scrum-Projekten.
8. Diskussion: Synthetisiert die Ergebnisse, diskutiert widersprüchliche Befunde und beantwortet die zentrale Forschungsfrage.
9. Fazit: Resümiert die Arbeit und gibt einen Ausblick auf mögliche weiterführende Forschungsaspekte.
Organisationales Lernen, Agiles Arbeiten, Scrum, Lernförderliche Faktoren, Organisationsstruktur, Exploitation, Exploration, Agile Werte, Wissensmanagement, Lernzyklus, Kompetenzfalle, Ambidexterity, Absorptive Capacity, Autonomie des Teams, Unternehmensführung
Die Arbeit untersucht, wie sich die Arbeitsweise nach Scrum auf das organisationale Lernen auswirkt, insbesondere ob "flexibles Arbeiten" auch zu "umfangreichem Lernen" führt.
Die zentralen Themen sind agile Methoden (Scrum), organisationale Lernprozesse, die Analyse von Strukturmerkmalen von Organisationen sowie deren Einfluss auf Lernfähigkeit.
Das Ziel ist eine konzeptionelle Annäherung an die Potenziale und Restriktionen organisationalen Lernens unter agilen Bedingungen, um zu prüfen, ob solche Umgebungen das Lernen einer Organisation begünstigen.
Die Arbeit nutzt einen konzeptionellen Fallstudienansatz, bei dem das Scrum-Framework als Untersuchungsfall dient, um Auswirkungen auf theoretisch abgeleitete Kategorien organisationalen Lernens zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Scrum und organisationalem Lernen, die Definition relevanter Einflussfaktoren (z.B. Slack, Lernkultur) und deren praktische Untersuchung im Scrum-Kontext.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Exploitation (Optimierung) und Exploration (Neuerung), das organisationale Gedächtnis sowie spezifische Scrum-Strukturen wie Sprint Planning oder Retrospectives.
Der Autor stellt fest, dass Scrum durch seine starke Fokussierung auf Effizienz und inkrementelle Verbesserungen (Exploitation) das Risiko birgt, Organisationen in einer Kompetenzfalle zu halten, da radikale Innovationen (Exploration) oft zu kurz kommen.
Die Arbeit zeigt, dass Scrum zwar durch Transparenz eine Lernkultur fördert, aber durch impliziten Druck (z.B. im Daily Scrum) auch Vertuschungsmechanismen entstehen können, die echtes, offenes Lernen behindern.
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