Diplomarbeit, 2007
142 Seiten, Note: 1,0
1 EINFÜHRUNG UND METHODISCHES VORGEHEN
1.1 EINFÜHRUNG IN DIE THEMATIK UND ZENTRALE FRAGESTELLUNGEN
1.2 METHODIK UND FORSCHUNGSDESIGN
1.3 EINORDNUNG DER ARBEIT IN DEN THEORETISCHEN KONTEXT DER GEOGRAPHIE
2 THEORETISCHE UND PRAKTISCHE GRUNDLEGUNGEN
2.1 EINFÜHRUNG IN DAS MESSEWESEN UND DEN MESSEBEZOGENEN REISEVERKEHR
2.1.1 Wesen, Funktionsweise und Eckdaten des deutschen Messewesens
2.1.2 Spezifika des Messetourismus und touristische Bedeutung von Messen
2.1.2.1 Abgrenzung und theoretische Einordnung
2.1.2.2 Zahlen und Fakten
2.1.2.3 Allgemeine Zusammenhänge und Besonderheiten
2.2 ZENTRALE AKTEURE DES UNTERSUCHUNGSFELDES UND ERSTE ZUSAMMENHÄNGE
2.2.1 Messegesellschaften und Veranstalter
2.2.2 Städtische Anteilseigner und die Organe der Tourismus- und Standortförderung
2.2.3 Die ausstellende und besuchende Wirtschaft
2.2.4 Die Hotellerie
2.3 DIE MESSE ALS NETZWERK
2.3.1 Einführung in die Netzwerktheorie
2.3.2 Das Netzwerk „Messe“
2.3.3 Stakeholder-Ansatz: Die Anspruchsgruppen der Messekoalition
3 DIE UNTERKUNFTS- UND PREISSITUATION ZU MESSEZEITEN
3.1 EINFÜHRUNG UND HINTERGRÜNDE
3.1.1 Allgemeines
3.1.2 „Messepreise“ und das Problem der Quantifizierung
3.1.3 Einflussfaktoren und Zusammenhänge der Angebotsseite
3.1.3.1 Zur Saisonalität der Preisgestaltung
3.1.3.2 Zur Preisphilosophie und Ausstattung des Hotelbetriebs
3.2 ZUR ABGRENZUNG DER NACHFRAGE: VERSUCH DER ENTWICKLUNG EINER KENNZAHL ZUM MESSEINDUZIERTEN ÜBERNACHTUNGSDRUCK
3.2.1 Nutzen und Zielsetzung
3.2.2 Grundlagen der Berechnung
3.2.3 Berechnung am Beispiel der Messeplätze Düsseldorf und Nürnberg
3.2.4 Kritische Reflexionen
3.2.4.1 Bestimmung der relevanten Einzugsbereiche
3.2.4.2 Verfälschung durch externe Faktoren
3.2.4.3 Auslastungsschwankungen im Verlauf der Messe
4 BUCHUNGSVERHALTEN DER KUNDEN: EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE RÄUMLICHE DIMENSION DER NACHFRAGE
4.1 ABGRENZUNG VON TEILMENGEN UND GRUPPIERUNGEN
4.1.1 Allgemeines
4.1.2 Besonderheiten ausländischer Gäste
4.2 DIE RÄUMLICHE SICHT: ENTFERNUNG UND ERREICHBARKEIT
4.2.1 Allgemeines
4.2.2 Der Einfluss von Verkehrswegen und Maßnahmen zur Erhöhung der Erreichbarkeit
4.2.3 Zusammenfassung und Versuch eines räumlichen Modells
5 DIE UNTERKUNFTSSITUATION ZU MESSEZEITEN AUS SICHT DER PRIMÄREN MESSEAKTEURE
5.1 SICHT DER MESSEGESELLSCHAFTEN
5.2 BEDEUTUNG FÜR AUSSTELLER UND BESUCHER
6 DER SCHNITTPUNKT MESSE – HOTELLERIE: ZUR INSTITUTIONELLEN DIMENSION DER UNTERKUNFTSVERMITTLUNG
6.1 BEDEUTUNG VON DIENSTLEISTUNGEN UND DAS PROBLEM VON „MAKE-OR-BUY“
6.2 DIE INVOLVIERUNG DER VERANSTALTER IN DIE HOTELVERMITTLUNG
6.3 ZUSAMMENFASSENDE BEWERTUNG DER ANGEWANDTEN KONSTELLATIONEN
6.4 DIE AUSGESTALTUNG IN DER PRAXIS: BEST-PRACTICE-BEISPIELE
6.4.1 Das Kölner Konzept: Exklusive Eigenvermittlung mit Partnerhotels
6.4.2 Der Nürnberger Weg: Gemischte Vermittlung mit eigenen Kontingenten
6.4.3 Die Düsseldorfer Plattform: Hotelvermittlung mit eigener Marke
7 ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNGEN
7.1 ZUSAMMENFASSUNG UND VERBINDUNG DES NETZWERKANSATZES
7.2 ABLEITUNG VON HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN UND ABGRENZUNG WEITERFÜHRENDER FORSCHUNGSFELDER
7.2.1 Erschließung zusätzlicher Angebotskapazitäten
7.2.2 Einwirkung auf die Preisgestaltung der Hotellerie
7.2.3 Kommunikationsbezogene Maßnahmen
7.3 AUSBLICK
Die Arbeit analysiert die komplexen Wirkungszusammenhänge der Messewirtschaft mit Fokus auf die Unterkunftssituation und das Buchungsverhalten der Messekundschaft. Ziel ist es, die organisatorischen Dimensionen der Unterkunftsvermittlung zu verstehen, Kausalmechanismen zwischen Angebot und Nachfrage aufzuzeigen und Handlungsempfehlungen für die Akteure des Messenetzwerks abzuleiten.
2.1.1 Wesen, Funktionsweise und Eckdaten des deutschen Messewesens
Das europäische Messewesen blickt auf eine lange Tradition zurück, welche, in einer weit gefassten Definition, bis in biblische Zeiten zurückreicht. Das heutige Deutschland als Messeplatz erlangte dabei ab dem 13. Jahrhundert Bedeutung (vgl. NITTBAUR 2001, 64). Insbesondere auf Grund der geographischen Lage und der damit einhergehenden handelspolitischen Bedeutung entwickelte sich Deutschland bald zum wichtigsten Messeplatz und ist es – unter geänderten Rahmenbedingungen – bis heute geblieben.
Messen stellen allgemein eine vom jeweiligen Veranstalter organisierte Plattform für die Interaktion von Anbietern und Nachfragern dar. Durch die Kombination aus örtlicher Bindung und enger zeitlicher Begrenzung gewährleisten sie dabei ein Zusammentreffen in hochkonzentrierter Form, was den Erfolg von Messen gegenüber anderen Marktformen erklärt (vgl. ROBERTZ 2003, 563). Die ausstellende Wirtschaft nutzt ihren Auftritt als Teil ihres Kommunikations-Mixes und investiert Jahr für Jahr Milliarden von Euros in Standbau, Platzmiete und für den Auftritt abgestellte Mitarbeiter.
In Bezug auf die Messearten kam es im Laufe der Zeit zu einem Wandel von der Warenmesse über die Muster- und Branchenmesse zur heute dominanten Form der Fachmesse (vgl. BRINKMANN 1999, 145; MEFFERT/ROBERTZ 1998, 22). Neben der heute ebenfalls verbreiteten Form der regionalen Verbraucherausstellung zeichnet sich diese durch überregionale Prägung aus, richtet sich an einen engen Kreis von Fachbesuchern einer spezifischen Branche und ist durch eine hohe Angebotstiefe sowie eine geringe Angebotsbreite geprägt.
1 EINFÜHRUNG UND METHODISCHES VORGEHEN: Diese Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der Unterkunftsproblematik der Messewirtschaft und erläutert das qualitative, explorative Forschungsdesign mittels Experteninterviews.
2 THEORETISCHE UND PRAKTISCHE GRUNDLEGUNGEN: Das Kapitel liefert eine theoretische Fundierung des Messewesens als Netzwerk und analysiert die Akteure sowie deren Interdependenzen im Messetourismus.
3 DIE UNTERKUNFTS- UND PREISSITUATION ZU MESSEZEITEN: Hier werden die Faktoren untersucht, die zu Hotelpreissteigerungen zu Messezeiten führen, und es wird der Versuch unternommen, den messeinduzierten Übernachtungsdruck quantitativ zu erfassen.
4 BUCHUNGSVERHALTEN DER KUNDEN: EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE RÄUMLICHE DIMENSION DER NACHFRAGE: Es werden die Buchungspräferenzen von Ausstellern und Besuchern analysiert, wobei besonders der Einfluss von Entfernung und Erreichbarkeit auf die Wahl der Unterkunft hervorgehoben wird.
5 DIE UNTERKUNFTSSITUATION ZU MESSEZEITEN AUS SICHT DER PRIMÄREN MESSEAKTEURE: Dieses Kapitel betrachtet die Auswirkungen der Hotelsituation auf die Reputation und strategische Handlungsfähigkeit der Messegesellschaften sowie auf das Buchungsverhalten der Messekunden.
6 DER SCHNITTPUNKT MESSE – HOTELLERIE: ZUR INSTITUTIONELLEN DIMENSION DER UNTERKUNFTSVERMITTLUNG: Die institutionelle Einbindung von Vermittlern in das Netzwerk der Messe wird evaluiert, wobei anhand von Praxisbeispielen die Vorteile und Grenzen verschiedener Vermittlungsmodelle diskutiert werden.
7 ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNGEN: Die Ergebnisse werden synthetisiert, Handlungsempfehlungen (z. B. Angebotsausweitung, Kommunikationsstrategien) formuliert und weitere Forschungsfelder abgeleitet.
Messewirtschaft, Messetourismus, Unterkunftssituation, Hotelvermittlung, Buchungsverhalten, Messegesellschaft, Netzwerktheorie, Stakeholder, Fachmessen, Kapazitätsmanagement, Standortmarketing, Preisgestaltung, Geschäftsreiseverkehr, Hotelkontingente, Aussteller.
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem deutschen Messewesen und der lokalen Unterkunftssituation. Sie analysiert, wie sich Messen auf das Buchungsverhalten von Ausstellern und Besuchern auswirken und welche Strategien Messegesellschaften verfolgen, um die Unterkunftsvermittlung zu beeinflussen.
Zentrale Themen sind die ökonomische Bedeutung von Messen, die Dynamik von Hotelpreisen während der Messezeiten, das Buchungsverhalten der Kunden unter Berücksichtigung räumlicher Distanz sowie die institutionelle Organisation der Zimmervermittlung.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Kausalzusammenhänge der Unterkunftssituation zu Messezeiten zu entwickeln und auf Basis von Experteninterviews Handlungsempfehlungen zu formulieren, um eine effiziente und transparente Unterkunftsvermittlung zu fördern.
Es handelt sich um eine explorative, qualitative Forschungsarbeit. Die Datenerhebung erfolgte primär über leitfadengestützte Experteninterviews mit Vertretern von Messeveranstaltern, Hotels, Tourismusorganisationen und Ausstellern, kombiniert mit einer Analyse von Sekundärquellen.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Netzwerktheorie), die Quantifizierung von Übernachtungsdruck, Einflussfaktoren auf das Buchungsverhalten (wie Erreichbarkeit und Distanz) und die verschiedenen Organisationsmodelle der Hotelvermittlung in deutschen Messestädten detailliert analysiert.
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Messewirtschaft, Unterkunftsvermittlung, Netzwerktheorie, Hotelkapazitäten, Standortmarketing und Buchungstreue.
Diese Beispiele zeigen unterschiedliche institutionelle Ansätze zur Involvierung der Messegesellschaft in die Hotelvermittlung. Während Köln exklusive Partner-Konzepte zur Preistransparenz nutzt, setzt Nürnberg auf eine Mischform aus verschiedenen Agenturen und eigener Vermittlung, was jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf das Preisniveau und die Kundenzufriedenheit hat.
Bei extrem nachfragestarken Messen ("Megamessen") werden die Kapazitäten im innerstädtischen Bereich so knapp, dass ein Teil der Kunden gezwungen ist, auf das Umland auszuweichen, was das räumliche Buchungsverhalten signifikant verändert und oft mit einer Ausdehnung des Einzugsradius einhergeht.
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