Diplomarbeit, 2008
85 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung, Ziel der Arbeit und Methodik
2 Marktmachtmechanismen auf dem Strommarkt
2.1 Marktmachtausübung in der kurzen Frist (Kapazitätszurückhaltung)
2.2 Marktmachtausübung in der langen Frist
3 Marktmachtmessung
3.1 Inputfaktoren und die Rolle von Emissionszertifikaten
3.2 Empirische Evidenz
4 Grenzüberschreitender Handel
4.1 Die Bedeutung von Kuppelstellen zwischen Strommärkten
4.1.1 Der symmetrische Fall
4.1.2 Der asymmetrische Fall
4.2 Auktionsmechanismen für einen grenzüberschreitenden Stromhandel
4.2.1 Ineffizienzen des Preissetzungsmechanismus an zentraleuropäischen Grenzen
4.2.1.1 Integrierter Markt als Referenzfall (Nodal-Pricing)
4.2.1.2 Getrennte Strom- und Durchleitungsmärkte (Explizite Auktion)
4.2.2 Ein möglicher Preissetzungsmechanismus für Zentraleuropa
4.2.2.1 Zonal-Pricing / Market-Splitting
4.2.2.2 Market-Coupling
4.3 Marktmachtausübung bei Versteigerung von Kuppelstellenkapazitäten
4.3.1 Marktmachtausübung bei Versteigerung finanzieller Rechte
4.3.2 Marktmachtausübung bei Versteigerung physischer Rechte
5 Zusammenfassung
6 Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, den wettbewerbsfördernden Effekt des grenzüberschreitenden Stromhandels unter Anwendung von Literaturanalysen und Modellen zu untersuchen. Dabei wird der am besten geeignete Auktionsmechanismus evaluiert und auf die mit internationalem Handel verbundenen Risiken sowie Strategien zur Marktmachtausübung durch Stromproduzenten eingegangen.
2 Marktmachtmechanismen auf dem Strommarkt
Bei der Untersuchung von Marktmachtausübung ist es wichtig, zwischen kurzer und langer Frist zu unterscheiden, da sich die jeweils zu beobachtenden Mechanismen bedingt durch die besonderen Gegebenheiten auf dem Strommarkt unterscheiden.
Der wichtigste Grund hierfür ist, dass die Produzenten im Gegensatz zur langen Frist in der kurzen Frist einer fast völlig unelastischen Nachfrage gegenüberstehen. Da der Strompreis an der Energiebörse ermittelt wird, haben Stromproduzenten keinen direkten Einfluss auf den Preis, dieser kann jedoch indirekt durch Mengenentscheidungen beeinflusst werden. In der kurzen Frist haben Stromproduzenten keine Möglichkeit Erzeugungskapazitäten abzubauen, können aber durch Zurückhalten von Erzeugungskapazitäten den Preis in die Höhe treiben, wobei sie vor allem von der starren Nachfrage profitieren. In der langen Frist ist die Nachfrage elastisch, weiter haben Produzenten die Möglichkeit ihre Kapazitäten durch einen Neubau bzw. Abbau / Verkauf von Kraftwerken zu variieren. Die Situation lässt sich somit gut anhand des Cournot-Modells darstellen. Allerdings muss dieses an bestimmte Eigenschaften des Strommarktes angepasst werden.
1 Einleitung, Ziel der Arbeit und Methodik: Es wird die besondere Bedeutung der Versorgungssicherheit auf Elektrizitätsmärkten erläutert und das Ziel der Arbeit, den Einfluss grenzüberschreitender Handelsmechanismen auf Marktmacht zu untersuchen, definiert.
2 Marktmachtmechanismen auf dem Strommarkt: Das Kapitel differenziert zwischen kurz- und langfristigen Marktmachtstrategien, wobei insbesondere die Kapazitätszurückhaltung als Mittel zur indirekten Preismanipulation bei unelastischer Nachfrage hervorgehoben wird.
3 Marktmachtmessung: Anhand quantitativer Ansätze wie der „Competitive Benchmark“-Analyse wird belegt, dass Marktmacht auf Strommärkten tatsächlich ausgeübt wird, unter Berücksichtigung von Faktoren wie Emissionszertifikaten.
4 Grenzüberschreitender Handel: Dieser Hauptteil analysiert theoretische Modelle für Kuppelstellen zwischen Strommärkten und vergleicht verschiedene Auktionsmechanismen (Nodal-Pricing vs. explizite Auktionen) hinsichtlich ihrer Effizienz.
5 Zusammenfassung: Die Ergebnisse zur Notwendigkeit des Ausbaus von Kuppelstellen und der Einführung effizienterer Auktionsmechanismen zur Wohlfahrtssteigerung werden rekapituliert.
6 Ausblick: Es werden zukünftige Herausforderungen diskutiert, insbesondere die Zerschlagung von Stromerzeugung und Netzbetrieb sowie die Bedeutung neuer Technologien wie Smart Metering für die Preiselastizität der Nachfrage.
Marktmacht, Elektrizitätsmarkt, Kuppelstellenkapazität, Nodal-Pricing, Kapazitätszurückhaltung, Versorgungssicherheit, Grenzüberschreitender Handel, Merit-Order, Strompreis, Market-Coupling, Externe Effekte, Economies of Scale, Auktionsmechanismen, Netzzugangsgebühren, Wettbewerb.
Die Arbeit analysiert die Problematik der Marktmachtausübung durch Stromproduzenten auf nationalen und grenzüberschreitenden Elektrizitätsmärkten und bewertet verschiedene Handelsmechanismen zur Steigerung des Wettbewerbs.
Im Fokus stehen Mechanismen zur Kapazitätszurückhaltung, die Rolle von Kuppelstellenkapazitäten im grenzüberschreitenden Handel sowie ökonomische Modelle zur Preisfindung und Allokation.
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie ein grenzüberschreitender Stromhandel den Wettbewerb fördern kann, und den effizientesten Auktionsmechanismus für diesen Handel zu identifizieren.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, die Anwendung ökonomischer Modelle (wie Cournot-Wettbewerb und SFE-Modell) sowie quantitative Analysen zur Marktmachtmessung.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Ineffizienzen bestehender Auktionsmechanismen und untersucht, wie Stromproduzenten finanzielle oder physische Rechte strategisch nutzen können, um ihre Marktposition zu festigen.
Zu den Kernbegriffen zählen Marktmacht, Nodal-Pricing, Kuppelstellenkapazität, Kapazitätszurückhaltung und Market-Coupling.
Die Arbeit zeigt, dass die Einpreisung von Emissionszertifikaten als Opportunitätskosten den Strompreis treibt und bei bestimmten Zusammensetzungen des Kraftwerkparks das Marktmachtpotenzial der Anbieter durch die Merit-Order beeinflussen kann.
Stromproduzenten haben oft kein Interesse am Ausbau, da dadurch ihr Marktmachtpotenzial sinkt, und zudem sind die Kuppelstellen häufig Teil der nationalen Stromnetze, deren Zerschlagung auf politischen Widerstand stößt.
Es tritt auf, wenn Marktteilnehmer Rechte ersteigern, um den Monopolisten zu überbieten, was dazu führt, dass der Monopolist nicht die volle Kontrolle erhält, aber dennoch Marktmachtrisiken bestehen bleiben.
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