Bachelorarbeit, 2009
65 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Entwicklung der Finanzmarktkrise
3. Problemfelder der Finanzaufsicht, die die Entwicklung der Finanzmarktkrise begünstigten
3.1. Fehlanreize des OTD-Modells
3.2. Fehlende Eigenkapitalunterlegung von Liquiditätsfazilitäten
3.3. Probleme des Risikomanagements/Liquiditätsmanagements
3.3.1. Fehler bei der Identifikation von wesentlichen Risiken
3.3.2. Schwächen bei der internen Kommunikation von Risiken
3.3.3. Bewertungsschwächen
3.4. Problemfeld Offenlegungspflichten
3.4.1. Grundlagen Problemfeld Offenlegung
3.4.2. Konkrete Problemfelder der Offenlegung
3.5. Fehlanreize bei der Zuordnung strukturierter Produkte zum Handelsbuch
3.6. Probleme durch Offshore-Zentren und die nationalen Aufsichtsstrukturen
4. Auswirkungen der Einführungen von Basel II auf die Problemfelder der Finanzaufsicht
4.1. Grundlagen Basel II
4.2. Umsetzung Basel II in nationales Recht
4.2.1. Grundlage Umsetzung Basel II in nationales Recht
4.2.2. Umsetzung Basel II in Europa und Deutschland
4.2.3. Umsetzung Basel II in den USA
4.3. Behandlung der Problemfelder nach Basel II
4.3.1. Behandlung des OTD-Modells nach Basel II
4.3.1.1. Anforderung Forderungsverbriefung unter Basel II
4.3.1.2. Würdigung Forderungsverbriefung nach Basel II
4.3.2. Eigenkapitalunterlegung von Liquiditätsfazilitäten
4.3.2.1. Eigenkapitalunterlegung von Liquiditätsfazilitäten im Standardansatz
4.3.2.2. Eigenkapitalunterlegung von Liquiditätsfazilitäten im IRB-Ansatz
4.3.2.3. Würdigung Eigenkapitalunterlegung von Liquiditätsfazilitäten nach Basel II
4.3.3. Risikomanagement/Liquiditätsmanagement
4.3.3.1. Grundlagen ICCAP
4.3.3.2. Risikoidentifikation
4.3.3.3. Internes Berichtswesen nach Basel II
4.3.3.4. Risikomessung nach Basel II
4.3.3.5. Würdigung Risikomanagement/Liquiditätsmanagement nach Basel II
4.3.4. Offenlegungspflichten
4.3.4.1. Grundlagen Offenlegung nach Basel II
4.3.4.2. Konkrete Offenlegungspflichten nach Basel II
4.3.4.3. Würdigung Offenlegungspflichten nach Basel II
4.3.5. Zuordnung strukturierter Produkte zum Handelsbuch
4.3.5.1. Zuordnungskriterien nach Basel II
4.3.5.2. Würdigung Zuordnung Handelsbuch nach Basel II
4.3.6. Behandlung Offshore-Zentren und nationale Aufsichtsstrukturen nach Basel II
4.3.6.1. Offshore-Zentren und nationale Aufsichtsstrukturen nach Basel II
4.3.6.2. Würdigung Behandlung Offshore-Zentren und nationale Aufsichtsstrukturen nach Basel II
4.4. Fazit Auswirkung Basel II auf die Problemfelder der Finanzmarktkrise
5. Weiterführende Empfehlungen zur Stärkung des Finanzsystems
5.1. Weiterentwicklung des OTD-Modells
5.2. Einrichtung einer internationalen Finanzaufsicht
5.3. Einheitliche und flächendeckende Umsetzung von Basel II
5.4. Erweiterung der Anforderungen an Liquiditätsfazilitäten
5.5. Konzentrationsmessung
5.6. Anwendung des Expected Shortfall
5.7. Ausweitung des Konfidenzintervalls für die interne Berechnung des Marktpreisrisikos
5.8. Ergänzung der Offenlegungsvorschriften
6. Fazit
Die Arbeit analysiert die Mängel in der aufsichtlichen Regulierung von Finanzinstituten, die zur Finanzmarktkrise ab 2007 beigetragen haben, und untersucht kritisch, inwieweit die Einführung von Basel II geeignet ist, diese spezifischen Problemfelder zu adressieren und künftigen Krisen vorzubeugen.
3.1. Fehlanreize des OTD-Modells
Beim Originate-to-Distribute-Modell werden Kreditforderungen nicht in den eigenen Büchern belassen, sondern an den Kapitalmarkt weiterverkauft. Hierzu werden die Forderungen in eine Zweckgesellschaft ausgelagert, in der die Forderungen gepoolt und in Risikotranchen aufgeteilt werden. Anschließend werden die Forderungen an Investoren verkauft. Das Risiko, das bei einem Ausfall normalerweise auf die Bank zukommt, tragen die Erwerber der verbrieften Forderungen, die entsprechend der von ihnen übernehmenden Risikotranche eine Verzinsung enthalten.18 Das OTD-Modell ermöglicht es somit, Kapital unabhängig von der eigenen Bonität zu beschaffen.19 Des Weiteren erlangt man einen Risikodiversifikationseffekt, da spezialisierte Banken Ihr Kreditportfolio aktiv Steuern können, indem Sie fremde Risiken einkaufen oder eigene Risiken verkaufen.20 Somit besitzt das OTD-Modell seine Berechtigung in der Finanzwelt. Leider haben aber die Nachteile des OTD-Modells, wie der entstehende Moral Hazard21, zur aktuell herrschenden Finanzkrise geführt.22 Weiterführende Informationen zur Forderungsverbriefung finden sich in der entsprechenden Fachliteratur.23
Das Problem des Moral Hazard entsteht dadurch, dass die Kredit vergebende Bank im Vorhinein weiß, dass das Risiko des Kredites nicht in ihren eigenen Büchern bleibt. Resultat war eine Verringerung der Kreditvergabestandards bei den Hypothekenbanken.24 Außerdem bleibt die weitere Abwicklung in Hinsicht Forderungsmanagement und Kreditbetreuung meist beim Kredit ausgebenden Institut. Dieses ist aber nun nicht mehr primär daran interessiert, dass der Kredit zu 100 % zurückgezahlt wird, da das Risiko auf die Investoren übertragen wurde. Somit leidet hier auch das Monitoring der Kreditnehmer.25
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Zusammenbruch bedeutender Investmentbanken und identifiziert lückenhafte aufsichtliche Regulierung als zentralen Krisentreiber, dessen Behebung durch Basel II im Fokus dieser Arbeit steht.
2. Entwicklung der Finanzmarktkrise: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Krise auf dem US-Immobilienmarkt, die Rolle des OTD-Modells bei der Globalisierung der Risiken sowie die fatale Verschleierung von Risikopositionen durch Banken.
3. Problemfelder der Finanzaufsicht, die die Entwicklung der Finanzmarktkrise begünstigten: Das Kapitel analysiert detailliert regulatorische Schwachstellen wie das OTD-Modell, fehlende Eigenkapitalunterlegung, Defizite im Risikomanagement sowie Mängel bei Offenlegungspflichten und die Rolle von Offshore-Zentren.
4. Auswirkungen der Einführungen von Basel II auf die Problemfelder der Finanzaufsicht: Hier wird geprüft, wie Basel II die zuvor identifizierten Problemfelder adressiert, wobei insbesondere die drei Säulen des Akkords, die nationale Umsetzung und die verbleibenden Lücken untersucht werden.
5. Weiterführende Empfehlungen zur Stärkung des Finanzsystems: Das Kapitel bietet konkrete Ansätze zur Krisenprävention, darunter eine internationale Finanzaufsicht, die Anpassung des OTD-Modells und die Einführung fortgeschrittener Risikomaße wie des Expected Shortfall.
6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Basel II zwar das Ausmaß der Krise hätte begrenzen können, jedoch weitergehende Reformen hinsichtlich der internationalen Aufsicht und Transparenz für eine nachhaltige Systemstabilität notwendig sind.
Finanzmarktkrise, Basel II, Bankenaufsicht, Eigenkapitalunterlegung, OTD-Modell, Risikomanagement, Liquiditätsfazilitäten, Offenlegungspflichten, Subprime-Krise, Verbriefung, Moral Hazard, Value-at-Risk, Stresstest, Konzentrationsrisiko, Offshore-Zentren
Die Arbeit untersucht, wie lückenhafte aufsichtliche Regulierungen die Entstehung der Finanzmarktkrise begünstigten und welche Auswirkungen die Einführung von Basel II auf diese spezifischen Problemfelder hatte.
Im Zentrum stehen das Originate-to-Distribute-Modell, die Eigenkapitalunterlegung von Liquiditätsfazilitäten, Methoden des Risikomanagements, Transparenz durch Offenlegungspflichten sowie regulatorische Herausforderungen durch Offshore-Zentren.
Ziel ist es, die Wirksamkeit der Basel-II-Regelungen im Kontext der Finanzmarktkrise kritisch zu bewerten und weiterführende Empfehlungen zur künftigen Stärkung des globalen Finanzsystems zu unterbreiten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung regulatorischer Rahmenwerke und Berichte, um die aufsichtsrechtlichen Defizite und Lösungsansätze systematisch aufzuarbeiten.
Der Hauptteil analysiert zunächst die Fehler der Finanzaufsicht, die zur Krise führten, beleuchtet anschließend die Änderungen durch Basel II und bewertet diese kritisch hinsichtlich ihrer Eignung zur Problembehebung.
Wesentliche Begriffe sind Finanzmarktkrise, Basel II, Bankenaufsicht, OTD-Modell, Risikomanagement, Eigenkapitalunterlegung und Transparenz.
Der Autor sieht im OTD-Modell ein zentrales Problem für die Entstehung der Krise, da es durch Moral-Hazard-Effekte zu einer Absenkung der Kreditvergabestandards führte, die auch durch Basel II nur unzureichend begrenzt werden.
Der Autor kritisiert, dass Basel II Freiräume bei der nationalen Umsetzung lässt, weiterhin stark auf externe Ratings setzt und wichtige Bereiche wie Stresstests und Konzentrationsrisiken zu wenig konkret reglementiert.
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