Bachelorarbeit, 2008
77 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Qualität in der stationären Kinder- und Jugendhilfe
2.1 Erziehungshilfe aus unterschiedlichen Perspektiven
2.2 Überprüfen von Wirkungen
3. Untersuchung ausgewählter Studien
3.1 Baur et al. 2002: Leistungen und Grenzen von Heimerziehung
3.1.1 Ergebnisse der Studie
3.1.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.2 Schmidt et al. 2002: Effekte erzieherischer Hilfen und ihre Hintergründe
3.2.1 Ergebnisse der Studie
3.2.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.3 Klein et al. 2003: Die Kinderdorf-Effekte-Studie
3.3.1 Ergebnisse der Studie
3.3.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.4 Kufeldt; Simard; Vachon 2000: Looking after Children in Canada
3.4.1 Ergebnisse der Studie
3.4.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.5 Barber; Delfabbro 2004: Children in Foster Care
3.5.1 Ergebnisse der Studie
3.5.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.6 Hartnett; Bruhn 2006: The Illinois Children Well-Being Study
3.6.1 Ergebnisse der Studie
3.6.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.7 Kurz-Adam 2001: Umbau statt Ausbau
3.7.1 Ergebnisse der Studie
3.7.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.8 ÜBBZ 2000: Würzburger Jugendhilfe-Evaluationsstudie
3.8.1 Ergebnisse der Studie
3.8.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.9 Macsenaere; Hermann 2004: Evaluationsstudie erzieherischer Hilfen (EVAS)
3.9.1 Ergebnisse der Studie
3.9.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.10 Hansen 1994: Die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern in Erziehungsheimen
3.10.1 Ergebnisse der Studie
3.10.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.11 Lambers 1996: Heimerziehung als kritisches Lebensereignis
3.11.1 Ergebnisse der Studie
3.11.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.12 Walter Gehres 1997: Das zweite Zuhause
3.12.1 Ergebnisse der Studie
3.12.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.13 Normann 2003: Erfahrungsprozesse in institutioneller Erziehung
3.13.1 Ergebnisse der Studie
3.13.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.14 Osborn; Delfabbro 2006: National Comparative Study for Children and Young People with High Support Needs in Australian Out-of-Home Care
3.14.1 Ergebnisse der Studie
3.14.2 Kriterien für gelingende Hilfen
3.15 IFCO; FICE; SOS-Kinderdorf 2007: Quality4Children
3.15.1 Ergebnisse der Studie
3.14.2 Kriterien für gelingende Hilfen
4. Aspekte gelingender Hilfen
4.1 Beteiligung
4.2 Elternarbeit
4.2 Hilfebeendigung und Vorbereitung auf Selbständigkeit
4.4 Prozessqualität in der Jugendhilfeeinrichtung
5. Schlussfolgerung
Die Arbeit analysiert verschiedene Wirksamkeitsstudien im Bereich der stationären Kinder- und Jugendhilfe, um Bedingungen und Wirkfaktoren zu identifizieren, die ein Gelingen erzieherischer Hilfen fördern. Ziel ist es, auf dieser Grundlage Empfehlungen für eine wirkungsorientierte Gestaltung von Hilfeprozessen und deren Evaluation durch das Jugendamt zu entwickeln.
3.1 Baur et al. 2002: Leistungen und Grenzen von Heimerziehung
Die Untersuchung zu „Jugendhilfeleistungen“ (Forschungsprojekt „JULE“) hat das Ziel, einen Überblick zu geben über Leistungen und Erfolge der drei stationären und teilstationären Erziehungshilfen „Tagesgruppe“, „Heim“ und „Betreutes Jugendwohnen“. Durch unterschiedliche Forschungszugänge wurde versucht, Fragen der Lebenssituation der betroffenen jungen Menschen und der Qualität pädagogischen Handelns zu beleuchten und aufeinander zu beziehen. Dazu wurden alle 284 Akten der im Jahr 1994 aus der Erziehungshilfe entlassenen Jugendlichen aus sechs verschiedenen ausgewählten Jugendämtern analysiert. 197 junge Menschen waren davon stationär untergebracht.
Die Analyse wurde nach vier Schwerpunkten durchgeführt: Situation der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Familien zu Hilfebeginn, Prozess der Hilfegewährung und –entscheidung, Hilfeverlauf und Betreuungsgestaltung sowie die Situation der jungen Menschen am Ende der Hilfe.
Zusätzlich zur standardisierten Erfassung erfolgte eine Dokumentation der Einzelfallverläufe in ihren individuellen Besonderheiten und Zusammenhängen. Anhand der Kategorien „Schul- und Ausbildungssituation“, „Legalverhalten“, „soziale Beziehungen“, „Alltagsbewältigung“, „Persönlichkeitsentwicklung“, „familiärer Hintergrund“ und „zentrale Problemkonstellationen“ wurde so die „positive Gesamtentwicklung des jungen Menschen“ bilanziert, ebenso anhand ausgewählter professioneller Standards „das fachlich qualifizierte Handeln im Jugendamt bzw. in der Jugendhilfeeinrichtung“ (FINKEL; HAMBERGER 1998: 27 u. 29).
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht anhand eines Fallbeispiels die Notwendigkeit, Wirksamkeit und Erfolg von Maßnahmen in der stationären Kinder- und Jugendhilfe zu überprüfen, um diese zu optimieren.
2. Qualität in der stationären Kinder- und Jugendhilfe: Dieses Kapitel erläutert den Qualitätsbegriff in der Jugendhilfe und differenziert zwischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität als notwendige Ebenen für eine wirkungsorientierte Gestaltung.
3. Untersuchung ausgewählter Studien: Es werden 15 nationale und internationale Studien analysiert, um Wirkfaktoren der stationären Erziehungshilfe und Kriterien für gelingende Hilfen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven zu identifizieren.
4. Aspekte gelingender Hilfen: Zusammenfassend werden zentrale Themen wie Partizipation, Elternarbeit, Prozessqualität und die Vorbereitung auf die Selbständigkeit als entscheidende Erfolgsfaktoren für die Hilfeplanung und -durchführung diskutiert.
5. Schlussfolgerung: Das Kapitel bietet Anregungen für die praktische Umsetzung der Studienerkenntnisse im Jugendamt, insbesondere zur Gestaltung von Wirksamkeitsstudien unter Einbeziehung der Adressatenperspektive.
Stationäre Erziehungshilfe, Heimerziehung, Jugendhilfe, Wirksamkeitsstudien, Ergebnisqualität, Partizipation, Elternarbeit, Hilfeplanung, Verselbständigung, Wirkfaktoren, Jugendamt, Sozialpädagogik, Lebensqualität, Kindeswohl, Hilfebeendigung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, was stationäre Kinder- und Jugendhilfe erfolgreich macht, und analysiert hierfür den aktuellen Forschungsstand zu Wirkfaktoren in diesem Bereich.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Qualitätsstandards, die Bedeutung der Kooperation mit Eltern und Kindern, die prozessuale Gestaltung von Hilfe sowie die erfolgreiche Vorbereitung auf die Selbständigkeit nach der Unterbringung.
Das Ziel ist es, aus einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien jene Bedingungen herauszufiltern, die für das Gelingen von Erziehungshilfen förderlich sind, um das Jugendamt Ravensburg bei der Optimierung seiner Hilfezuweisungs- und Evaluationsprozesse zu unterstützen.
Die Autorin nutzt eine systematische Analyse von 15 nationalen und internationalen Wirksamkeitsstudien, darunter quantitative Längsschnittstudien sowie qualitative biografische Untersuchungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Studien (u.a. JULE, JES, Kinderdorf-Effekte-Studie) sowie eine thematische Zusammenführung der identifizierten Gelingensfaktoren wie Beteiligung und Elternarbeit.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie stationäre Erziehungshilfe, Wirkungsforschung, Partizipation, Elternarbeit und Qualitätsmanagement in der Jugendhilfe beschreiben.
Die Studien belegen, dass die Einbeziehung der Herkunftsfamilie nicht nur die Kooperation während des Hilfeprozesses verbessert, sondern auch die Nachhaltigkeit der erzielten Erfolge nach Ende der Hilfe maßgeblich beeinflusst.
Die meisten untersuchten Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Erfolgschancen mit der Verweildauer steigen, da Zeit für Beziehungsaufbau, Prozessgestaltung und die Bearbeitung individueller Problemlagen notwendig ist.
Häufige Wechsel der Unterbringungsorte werden weitgehend als negativ für die Entwicklung der jungen Menschen bewertet, da sie Kontinuität und stabile Beziehungsangebote stören und oft zur Verfestigung von Störungsbildern beitragen.
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