Bachelorarbeit, 2022
75 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Angst
2.1.1 Die Emotion Angst – ein mehrdimensionales Konstrukt
2.1.2 Grundlagen der Angstdiagnostik
2.2 Frühgeburt
2.2.1 Epidemiologie und Ätiologie
2.2.2 Indikatoren einer drohenden Frühgeburt
2.2.3 Somatische und psychologische Folgen
3. Empirischer Teil
3.1 Hypothesen und Forschungsstand
3.1.1 Herleitung der Hypothesen
3.1.2 Forschungsstand
3.2 Methode
3.2.1 Erhebungsmethode
3.2.1.1 State-Trait Angstinventar (STAI).
3.2.1.2 Pregnancy Related Anxiety Questionnaire-Revised (PRAQ-R).
3.2.1.3 Fragebogenaufbau
3.2.2 Auswertungsmethode
3.3 Ergebnisse
3.3.1 Demografische Daten der Stichprobe
3.3.2 Deskriptive Auswertung mit Variablen- und Hypothesenbezug
3.3.3 Inferenzstatistische Analyse der Hypothesen
4. Diskussion und Fazit
4.1 Überprüfung der Hypothesen
4.2 Mögliche Einflüsse auf die Gütekriterien
4.3 Fazit und Verweis auf weitere Untersuchungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den potenziellen Einfluss mütterlicher Angst auf die Entstehung einer Frühgeburt unter Berücksichtigung von Ängstlichkeit als Persönlichkeitsdisposition sowie schwangerschaftsspezifischen Ängsten, um einen Beitrag zur Klärung der widersprüchlichen Studienlage zu leisten.
2.1.1 Die Emotion Angst – ein mehrdimensionales Konstrukt
„Emotionen sind mehrdimensionale Konstrukte, die aus affektiven, physiologischen, kognitiven, expressiven und motivationalen Komponenten bestehen“ (Wild & Möller, 2014, S. 202). Entlang der Dimension der Valenz lassen sich Emotionen in der Regel recht eindeutig in positiv oder negativ einordnen. Sie haben einen wertenden Charakter und dienen als Signalgeber, ob eine Situation als angenehm oder unangenehm bewertet werden kann (Wild & Möller, 2014).
Angst wird als Basisemotion angesehen. Basisemotionen charakterisieren sich durch interkulturelle Gleichheit im Hinblick auf Gesichtsausdruck, Auslösebedingungen sowie Handlungstendenzen (Wild & Möller, 2014). Der affektive Kern der Emotion Angst ergibt sich aus dem inneren Erleben, welches als ein Gefühl der Enge, Beengtheit oder der Bedrängnis charakterisiert werden kann. Die physiologische Komponente der Angst als Emotion, in ihrer Komplexität an dieser Stelle verkürzt dargestellt, führt zu einer Veränderung der Herzrate, der Hautleitfähigkeit und des Muskeltonus (Kossak & Scholz, 2021). Auch findet die Angst als Emotion in kortikalen und subkortikalen Arealen (u. a. im präfrontalen Kortex und der Amygdala) die entsprechenden Korrelate (Wild & Möller, 2014).
Kognitiv wird beim Empfinden von Angst die Wahrnehmung und das Denken auf die relevanten Reize der Gefahr(en) eingeengt. Die kognitive Ebene beinhaltete zudem Erwartungen bezüglich der realen oder der vorgestellten Situation. Die expressive Komponente geht mit entsprechendem verbalen oder nonverbalen Ausdrucksverhalten einher. Typischerweise werden die Augenbrauen nach oben gezogen, der Mund wird geöffnet und der wird Blick auf die Gefahr gerichtet, sofern diese von einer objektbezogenen Angst handelt. Dabei kann meist ein Zittern der Stimme, der Hände sowie eine veränderte Stimmlage festgestellt werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die hohe Relevanz des Frühgeburtsthemas im medizinischen und gesellschaftlichen Kontext dar und formuliert die zentrale Fragestellung nach dem Einfluss mütterlicher Angst.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Angst und Frühgeburt, erläutert die Angstdiagnostik sowie die ätiologischen Faktoren von Frühgeburten im biopsychosozialen Kontext.
3. Empirischer Teil: Hier werden die Hypothesen hergeleitet, die methodische Vorgehensweise einer Online-Befragung beschrieben und die Ergebnisse deskriptiv sowie inferenzstatistisch dargestellt.
4. Diskussion und Fazit: Die Ergebnisse werden interpretiert, hinsichtlich der Hypothesen geprüft, kritisch reflektiert und in ein Fazit für zukünftige Forschung überführt.
Angst, Ängstlichkeit, Eigenschaftsangst, Frühgeburt, Schwangerschaft, Schwangerschaftsverlauf, Angstdiagnostik, STAI, PRAQ-R, Zervixinsuffizienz, vorzeitige Wehen, Blasensprung, biopsychosoziales Modell, psychische Belastung, Geburtsmedizin
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der mütterlichen Angst – sowohl als Persönlichkeitsmerkmal als auch in Bezug auf die Schwangerschaft – und dem Risiko für eine Frühgeburt.
Zentrale Themen sind die psychologische Angstdiagnostik, die medizinischen Grundlagen der Frühgeburtlichkeit sowie die Wechselwirkungen zwischen emotionalem Stress und körperlichen Schwangerschaftskomplikationen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob mütterliche Angst einen prädiktiven Einfluss auf die Entstehung einer Frühgeburt sowie auf spezifische Indikatoren wie Zervixinsuffizienz besitzt.
Es wurde ein quantitatives retrospektives Studiendesign gewählt, bei dem 196 Personen mittels eines Online-Fragebogens befragt, deskriptiv ausgewertet und inferenzstatistisch mittels binär logistischer Regression analysiert wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der Operationalisierung der Variablen (STAI und PRAQ-R), der Beschreibung der Stichprobe, der deskriptiven Darstellung der Ergebnisse und der Prüfung der vier aufgestellten Hypothesen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Angst, Eigenschaftsangst, Frühgeburt, Schwangerschaftsverlauf, Angstdiagnostik und biopsychosoziales Modell charakterisieren.
Das retrospektive Studiendesign bietet die Möglichkeit, Zusammenhänge bei Frauen zu untersuchen, die bereits eine Geburt erlebt haben, und ForschungsLücken in einer ansonsten spärlichen prospektiven Studienlage zu ergänzen.
Die Eigenschaftsangst (Trait-Angst) dient als unabhängige Variable, um zu prüfen, ob Frauen mit einer höheren generellen Angstbereitschaft ein statistisch signifikant höheres Risiko für Frühgeburtlichkeit aufweisen.
In der Studie zeigte sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der mütterlichen Eigenschaftsangst und dem Risiko für eine Zervixinsuffizienz, was als wichtiger Hinweis für psychosomatische Einflüsse in der Gynäkologie gewertet wird.
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