Examensarbeit, 2007
76 Seiten, Note: 1
Einleitung
1 Problemstellung
1.1 Begriffserklärung
1.2 Die Debatte um den Mindestlohn – Positionen und Konflikte
1.2.1 Position der SPD
1.2.2 Position der CDU/CSU
1.2.3 Position der Gewerkschaften
1.2.4 Position der BDA
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Makroökonomische Ansätze
2.1.1 Das neoklassische Modell
2.1.1.a Abgrenzung zur Klassik
2.1.1.b Das Say’sche Theorem
2.1.2 Der neoklassische Arbeitsmarkt
2.1.2.a Der Preismechanismus am Beispiel des Arbeitsmarktes
2.1.2.b Der Lohnmechanismus und die Tendenz zur Vollbeschäftigung
2.1.2.c Der Zinsmechanismus im Rahmen der Quantitätstheorie des Geldes
2.1.3 Erklärung von Arbeitslosigkeit
2.1.4 Die Beschäftigungstheorie nach Keynes
2.1.5 Zentrale Hypothesen der keynesianischen Theorie
2.1.5.a Konsumfunktion
2.1.5.b Investitionshypothese
2.1.5.c Liquiditätspräferenztheorie
2.1.6 Der keynesianische Arbeitsmarkt
2.1.6.a Erklärung von Arbeitslosigkeit
2.1.6.b Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung
2.2 Wesentliche Unterschiede beider Ansätze bei der Annahme eines gesetzlichen Mindestlohns
2.2.1 Kritik an den Theorien vor dem Hintergrund der ökonomischen Wirklichkeit
2.2.1.a Kritik an der neoklassischen Theorie
2.2.1.b Kritik am keynesianischen Ansatz
2.3 Empirische Erkenntnisse
2.3.1 Beschäftigungsverlust bei einem gesetzlichen Mindestlohn
2.3.2 Schwarzarbeit und gesetzlicher Mindestlohn
2.4 Zwischenfazit
3 Die Situation in der Bundesrepublik
3.1 Entstehung und Ausweitung des Niedriglohnsektors
3.1.1 Effekte der sozialen Unterstützung im Niedriglohnbereich
3.1.2 Beschäftigungsniveau bei Niedriglöhnen
3.1.3 Geringqualifizierte als Sonderfall
3.2 Tarifautonomie und Mindestlohn
3.2.1 Koalitions- und Tarifvertragsfreiheit
3.2.2 Einschränkung der Gestaltungsfreiheit des Entgelts
3.2.3 Verantwortlichkeit des Staates auf rechtlicher Grundlage
3.3 Weitere rechtliche Grundlagen des Mindestlohns
3.3.1 Das Verbot sittenwidriger Löhne
3.3.1.a Verbot sittenwidriger Löhne nach § 138 BGB
3.3.1.b Kontrolle von Lohnabreden nach § 315 BGB
3.3.2 Beurteilung in der Rechtssprechung
3.3.3 Der Mindestlohn als Inhalt internationaler Arbeitsrechtsnormen
3.3.3.a Entgeltstandards im Rahmen von UNO-Konventionen
3.3.3.b Entgeltstandards der ESC
3.4 Zwischenresümee
3.5 Der Mindestlohn im Baugewerbe
3.5.1 Die Allgemeinverbildlicherklärung eines Tarifvertrages
3.5.2 Das Entsendegesetzes und die AVE in der Baubranche
3.5.3 Der Mindestlohn als Bestandteil des Entsendegesetzes
3.6 Auswirkungen des tariflichen Mindestlohnes in der Baubranche
3.6.1 Entwicklung hinsichtlich der Beschäftigung
3.6.2 Entwicklung hinsichtlich der Umsätze
3.6.3 Verstöße gegen das Arbeitnehmerentsendegesetz
3.7 Zwischenfazit
4 Ein internationaler Vergleich - der nationalen Mindestlohn in Großbritannien
4.1 Die Situation vor der Einführung des Nationalen Mindestlohns
4.1.1 Förderung von Tarifverhandlungen nicht mehr Ziel der Politik
4.1.2 Unterstützung für einen gesetzlichen Mindestlohn durch die Gewerkschaften
4.2 Der Labour- Wahlsieg und der NMW
4.2.1 LPC - Die Low Pay Commission
4.2.1.a Zusammensetzung der LPC
4.2.1.b Aufgabenbereich und Arbeitsmethoden der LPC
4.2.2 Geltungsbereich des NMW
4.2.3 Die Umsetzung des NMW in Großbritannien
4.3 Auswirkungen des NMW in Großbritannien
4.3.1 Auswirkungen des NMW auf die Löhne
4.3.2 Auswirkungen auf öffentliche Finanzen und Kaufkraft
4.3.3 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
4.4 Grenzen der Vergleichsmöglichkeit für Deutschland
Schlussbetrachtung
Ziel der Arbeit ist es, die Problematik eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland unter Berücksichtigung theoretischer makroökonomischer Ansätze, empirischer Befunde sowie unter Einbeziehung des internationalen Beispiels Großbritannien differenziert darzustellen, ohne dabei eine einseitige Entscheidung für oder gegen dessen Einführung zu fordern.
2.1.2.a Der Preismechanismus am Beispiel des Arbeitsmarktes
Der Preismechanismus übt in der neoklassischen Sichtweise seine Funktion sowohl auf dem Gütermarkt, als auch auf dem Arbeits- und Kapitalmarkt aus. Die Funktionsweise soll anhand des Arbeitsmarkts veranschaulicht werden: Steigt der Reallohn, welcher sich als Quotient aus Nominallohn und Güterpreis errechnen lässt, nimmt das Arbeitskräfteangebot auf dem Arbeitsmarkt zu. Dieses Phänomen beruht auf der Annahme, dass bei einem höheren Lohn die Arbeitskräfte auf mehr Freizeit verzichten und mehr Arbeit anbieten. Auf der anderen Seite fragen die Unternehmen jedoch nach mehr Arbeit wenn der Reallohn sinkt, da es für sie dann rentabler ist, Arbeitskräfte einzustellen. Auf diese Weise ergibt sich der Gleichgewichtslohn lr0 mit der Beschäftigungsmenge B0. Alle, die zum Reallohn lr0 bereit sind zu arbeiten, erhalten einen Arbeitsplatz. Diejenigen, welche sich rechts des Gleichgewichts B0 befinden, sind deshalb arbeitslos, weil sie ihre Arbeit nur zu einem höheren Lohn als dem Gleichgewichtsreallohn lr0 anbieten. Daher spricht man in der Neoklassik auch nur von freiwilliger Arbeitslosigkeit.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in den Begriff des Mindestlohns ein und beleuchtet die aktuellen politischen Debatten sowie die unterschiedlichen Positionen der Parteien und Interessenverbände in Deutschland.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden neoklassische und keynesianische Beschäftigungstheorien gegenübergestellt, um den theoretischen Rahmen für die Analyse der Mindestlohn-Problematik zu schaffen und empirische Erkenntnisse einzuordnen.
3 Die Situation in der Bundesrepublik: Dieser Teil untersucht die Ausweitung des deutschen Niedriglohnsektors, beleuchtet rechtliche Rahmenbedingungen wie die Tarifautonomie und analysiert detailliert den Mindestlohn im Baugewerbe sowie dessen Auswirkungen auf die Branche.
4 Ein internationaler Vergleich - der nationalen Mindestlohn in Großbritannien: Die Arbeit vergleicht die Situation in Großbritannien, wo der National Minimum Wage (NMW) seit 1999 existiert, mit Deutschland, um Gemeinsamkeiten und Grenzen der Übertragbarkeit dieses Modells aufzuzeigen.
Mindestlohn, Deutschland, Tarifautonomie, Neoklassik, Keynesianismus, Arbeitslosigkeit, Niedriglohnsektor, Baugewerbe, Großbritannien, National Minimum Wage, Beschäftigung, Lohndumping, Sozialpolitik, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsvergleich.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik und den Auswirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland, eingebettet in einen theoretischen und internationalen Kontext.
Im Zentrum stehen die ökonomische Theoriebildung, die rechtliche Verankerung der Tarifautonomie, die Situation im deutschen Niedriglohnsektor sowie ein Vergleich mit dem britischen Mindestlohnmodell.
Ziel ist es, die verschiedenen Faktoren, Argumente und Zusammenhänge der Debatte um den Mindestlohn verständlich zu machen, um die Komplexität der Einführung abzuwägen.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse sowie eine Auswertung empirischer Befunde und internationaler Vergleichsstudien zur ökonomischen Wirkung von Mindestlöhnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Betrachtung der Situation in der Bundesrepublik (inklusive Baugewerbe) und den Vergleich mit dem britischen "National Minimum Wage".
Wichtige Begriffe sind Mindestlohn, Tarifautonomie, Beschäftigungseffekte, Niedriglohnsektor, Neoklassik, Keynesianismus und Arbeitsmarktregulierung.
Das Baugewerbe dient als konkretes Fallbeispiel in Deutschland, in dem bereits seit Jahren Erfahrungen mit Mindestlöhnen im Rahmen des Entsendegesetzes gesammelt wurden.
Die Arbeit schließt damit, dass es keine einfache Entscheidung gibt, da der Mindestlohn eine politische Abwägung zwischen ökonomischen Auswirkungen und ethisch-sozialen Anforderungen erfordert.
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