Examensarbeit, 2007
107 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die Bedeutung von Integration
2.1 Das Problem der Integration
2.2 Integration nach Hoffmann-Nowotny
2.3 Integrationstheorie nach Hartmut Esser
2.3.1 Integration nach Esser
2.3.2 Assimilation nach Esser
2.4 Zusammenfassung
3. Daten & Fakten zu der 1. Generation und Nachfolgegenerationen
3.1 Die Entwicklung der Generationen
3.2 Die Migrationsgeschichte des türkischen Arbeitnehmers in der Bundesrepublik Deutschland
3.3 Lebenssituation und Integration der ersten türkischen Generation
4. Soziokulturelle Faktoren als Integrationsindikatoren:
4.1 Soziale Netzwerke
4.1.1 Die allgemeine Bedeutung und der Integrationsfaktor in sozialen Netzwerken
4.1.2 Sozialisationsprozesse und das Wertesystem bei den türkischen Migrantenkindern
4.1.3 Die türkische Familie in der Bundesrepublik Deutschland
4.1.4 Bekannte und Verwandte
4.2 Religion
4.2.1 Die Bedeutung der Religion im Integrationsprozess
4.2.2 Die Einstellung zur Religion
4.3 Sprache
4.3.1 Die Bedeutung der Sprache im Integrationsprozess
4.3.2 Sprachkenntnisse – Selbsteinschätzungen und tatsächliche Gegebenheiten
5. Soziostrukturelle Faktoren als Integrationsindikatoren:
5.1 Bildung
5.1.1 Die Stellung von Bildung im Integrationsprozess
5.1.2 Allgemeine Schulausbildung
5.1.3 Berufliche Schulausbildung – Übergang von der Schule in die Ausbildung
5.2 Arbeit
5.2.1 Die Bedeutung der Arbeit als Integrationsfaktor
5.2.2 Die berufliche Stellung – heute
5.3 Wohnen
5.3.1 Die Stellung der Wohnsituation im Integrationsprozess
5.3.2 Wohnsituation heute
6. Zusammenfassung: Chancen und Grenzen der Integration
7. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht den Integrationsprozess türkischer Nachfolgegenerationen in die deutsche Gesellschaft. Ziel ist es, die soziokulturellen und soziostrukturellen Einflussfaktoren zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Generationen in Deutschland integriert oder desintegriert sind.
2.1 Das Problem der Integration
Das Thema dieser Arbeit, „Die Sozialintegration der türkischen Nachfolgegenerationen in der Bundesrepublik Deutschland“, bedarf zunächst der Aufklärung des Begriffes Integration, denn Integration sei – umstritten, umbestimmt, komplex und kompliziert. Das Wort Integration hat sein Ursprung aus dem lateinischen; „integrere“ bedeutet „Wiederherstellung eines ganzen“ (Duden Fremdwörterbuch 2005). Integration beschäftigt sich in der Soziologie mit den Prozessen der Eingliederung von Ausländern in die Mehrheitsgesellschaft, daher handelt es sich um ein „Grundbegriff der Soziologie“ (Glatzer 2004: 15).
Es gibt viele unterschiedliche Begriffe, die die Eingliederung eines Migranten beschreiben. Allgegenwärtige Begriffe sind Integration, Assimilation, Akkulturation, Absorption, Adaption, Isolation, Marginalisierung, Segregation, usw. Die wohl bekanntesten und seriösesten Theoretiker der Migrationforschung und somit des Begriffes Integration, sind Park (1928), Taft (1953), Eisenstadt (1954) und Gordon (1964). Diese international anerkannten Autoren gehören zu den ersten Migrationsforschern, die sich mit dem Thema befasst haben und in diesem Gebiet bedeutende Kenntnisse erlangt haben, die noch heute als Meilensteine der Integrationsforschung gelten. Noch heute ist wissenschaftliches Arbeiten zum Thema Integration ohne die Vorkenntnisse der genannten Autoren undenkbar.
Wie Hoffmann-Nowotny schon treffend gesagt hat, „man übertreibt sicher nicht, wenn man behauptet, die Geschichte der Menschheit sei auch eine Geschichte der Wanderungen“ (Hoffmann-Nowotny 1990: 15). Die Bedeutung der Eingliederung von Ausländern, die klassischen Eingliederungsansätze, basieren vorwiegend auf Immigrationsforschungen der USA (Deligöz 1999: 24). Denn die Vereinigten Staaten von Amerika (und eigentlich der ganze Kontinent) sind von Anfang an ein Einwanderungsland gewesen und sind es immer noch. Kein anderes Land besteht aus so vielen verschiedenen ethnischen Gruppen wie die USA. Integration ist etwas Selbstverständliches für die Amerikaner, auch wenn es dort ebenso seine Schwierigkeiten hervorbringt.
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der Integration türkischer Nachfolgegenerationen, begründet durch die praktische Tätigkeit der Autorin und die gesellschaftliche Relevanz.
2. Die Bedeutung von Integration: Theoretische Auseinandersetzung mit Integrationsbegriffen und den Modellen von Hoffmann-Nowotny und Hartmut Esser zur Differenzierung von Integration und Assimilation.
3. Daten & Fakten zu der 1. Generation und Nachfolgegenerationen: Klärt die Generationsbegriffe, liefert einen historischen Rückblick zur Anwerbung von Arbeitsmigranten und beschreibt die Lebensumstände der ersten Generation.
4. Soziokulturelle Faktoren als Integrationsindikatoren:: Analyse der soziokulturellen Bereiche wie soziale Netzwerke, Sozialisation in der Familie, religiöse Orientierungen und die Rolle der Sprachkompetenz.
5. Soziostrukturelle Faktoren als Integrationsindikatoren:: Untersuchung der strukturellen Bedingungen, konkret der Bildung, des beruflichen Werdegangs und der Wohnsituation als zentrale Integrationshürden oder -chancen.
6. Zusammenfassung: Chancen und Grenzen der Integration: Synthese der Ergebnisse unter Zusammenführung der soziokulturellen und soziostrukturellen Dimensionen zu einem Gesamtbild der Integrationslage.
7. FAZIT: Abschließende Reflexion über den Integrationsstand der türkischen Nachfolgegenerationen und notwendige zukünftige politische sowie gesellschaftliche Anforderungen.
Sozialintegration, türkische Nachfolgegenerationen, Assimilation, Hartmut Esser, Hoffmann-Nowotny, Migrationsgeschichte, Soziokulturelle Faktoren, Soziostrukturelle Faktoren, Identitätsfindung, türkische Familie, Religion, Islam, Bildungssystem, Arbeitsmarktintegration, Wohnsituation.
Die Arbeit befasst sich mit dem Stand der Sozialintegration von türkischen Nachfolgegenerationen in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Autorin untersucht die soziokulturellen und soziostrukturellen Aspekte, insbesondere soziale Netzwerke, Familie, Religion, Sprache, Bildung, Beruf und Wohnsituation.
Es soll geklärt werden, wie weit die Integration bzw. Desintegration der türkischen Nachfolgegenerationen fortgeschritten ist und welche Chancen und Grenzen sich hierbei ergeben.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung (insb. Hartmut Esser) sowie die Analyse empirischer Studien, wie des Mikrozensus und Befragungen des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von soziokulturellen Faktoren (Netzwerke, Religion, Sprache) und soziostrukturellen Indikatoren (Bildung, Beruf, Wohnen).
Integration, Assimilation, türkische Nachfolgegenerationen, Sozialisation, Bildungschancen und berufliche Eingliederung.
Die Religion wird als identitätsstiftender Rückhalt beschrieben, kann jedoch gleichzeitig als Integrationshürde wirken, wenn sie auf geringe Akzeptanz in der deutschen Mehrheitsgesellschaft stößt.
Die Autorin betont, dass Sprachkenntnisse der Schlüssel zur Integration sind. Zwar zeigen sich Verbesserungen gegenüber der ersten Generation, doch bestehen weiterhin Defizite, die den Bildungs- und Berufserfolg gefährden.
Damit ist die Interdependenz zwischen fehlenden Sprachkenntnissen, dadurch bedingtem niedrigerem Bildungsniveau und daraus resultierenden schlechteren beruflichen sowie wohnwirtschaftlichen Chancen gemeint.
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