Diplomarbeit, 2008
177 Seiten, Note: 1,0
A UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND UND AUFBAU DER ARBEIT
B DIE FUNKTIONSFÄHIGKEITSANALYSE AUF BASIS DES KONZEPTS ZUR KOORDINATIONSMÄNGELDIAGNOSE (KMD-KONZEPT)
1. EINFÜHRUNG IN DAS KONZEPT ZUR KOORDINATIONSMÄNGELDIAGNOSE
1.1 Idee, theoretische Grundlage und Vorgehensweise
1.2 Die fünf Regelkreise der KMD-Funktionsfähigkeitsanalyse
1.2.1 Der Markträumungsprozess
1.2.2 Der Renditenormalisierungsprozess
1.2.3 Der Übermachterosionsprozess
1.2.4 Der Produktfortschrittsprozess
1.2.5 Der Verfahrensfortschrittprozess
1.2.5 Vermaschung der Regelkreise
2. INDUSTRIEÖKONOMISCH ORIENTIERTE BESCHREIBUNG DER MARKTSTRUKTUR DER DEUTSCHEN CHEMISCHEN INDUSTRIE
2.1 Produktorientierte Marktbeschreibung
2.1.1 Das prototypische Produkt, seine Verwendung sowie enge und weite Substitutionsprodukte
2.1.2 Sachliche, räumliche und zeitliche Marktabgrenzung
2.1.3 Segmentierung des Marktes nach Verwendungszwecken und Vertragstypen
2.1.4 Segmentierung nach Vertriebsformen und Präsentationsarten
2.1.5 Entwicklungsphase des Marktes
2.2 Nachfrageorientierte Marktbeschreibung
2.2.1 Aktuelle Nachfrager: Zusammensetzung und Marktanteile
2.2.2 Volks- und weltwirtschaftliche Bedeutung großer Nachfrager; vertikale Verflechtungen
2.2.3 Hauptbestimmungsfaktoren der Nachfrage- und Konjunkturabhängigkeit
2.3 Anbieterorientierte Marktbeschreibung
2.3.1 Aktuelle Anbieter: Zusammensetzung, Marktanteile, Produktionstechnik und Kostenstruktur
2.3.2 Potenzielle Anbieter: Herkunftsbereiche und Eintrittshemmnisse
2.3.3 Potentielle Nachfrager: Angebotsumstellungsflexibilität der Anbieter
2.3.4 Vertikale Verflechtung der Anbieter
2.3.5 Bedeutung der Anbieter als Arbeitgeber, Nachfrager in- und ausländischer Vorprodukte sowie Vorlieferanten und Exporteure
2.4 Institutionenorientierte Marktbeschreibung
2.4.1 Die Ordnung des Marktes: Rechtsvorschriften, Usancen, Organisation zur Kompetenzverteilung sowie zur Strukturierung der Informationsflüsse und Anreize
2.4.2 Mit dem Markt verbundene Interessengruppen
2.4.3 Kapitalmarkteinflüsse
2.5 Marktstruktur und Funktionsweise: theoriebasierte zusammenfassende Beschreibung von Institutionen, Strukturen und Verhaltensweisen, die für die Funktionsfähigkeit der Marktprozesse von besonderer Bedeutung sind
3. FUNKTIONSWEISE DES MARKTES FÜR CHEMISCHE PRODUKTE – PRÜFUNG AUF KOORDINATIONSMÄNGEL, SCHWACHSTELLEN UND IRRITATIONSPHASEN
3.1 Analyse des Markträumungsprozesses
3.1.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises der Markträumung
3.1.2 Beschreibung und Beurteilung der Prozessmusterentwicklung: optische Inspektion sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und Suffizienzbedingung; GRV-Ermittlung
3.1.3 Prüfung der Prozessmusterentwicklung auf industrieökonomische Plausibilität
3.1.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.1.5 Zusammenfassende Beurteilung des Markträumungsprozesses
3.2 Analyse des Renditenormalisierungsprozesses
3.2.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises der Renditenormalisierung
3.2.2 Beschreibung und Entwicklung der Prozessmusterentwicklung: optische Inspektionen sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und der Suffizienzbedingung; GRV-Ermittlung
3.2.3 Prüfung der Prozessmusterentwicklung auf industrieökonomische Plausibilität
3.2.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.2.5 Zusammenfassende Beurteilung des Renditenormalisierungsprozesses
3.3 Analyse des Übermachterosionsprozesses
3.1.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises der Übermachterosion
3.3.2 Beschreibung und Beurteilung der Prozessmusterentwicklung: optische Inspektionen sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und der Suffizienzbedingung; GRV-Ermittlung
3.3.3 Prüfung der Prozessmusterentwicklung auf industrieökonomische Plausibilität
3.3.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.3.5 Zusammenfassende Beurteilung des Übermachterosionsprozesses
3.4 Analyse des Produktfortschrittprozesses
3.4.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises des Produktfortschritts
3.4.2 Beschreibung und Beurteilung der Prozessmusterentwicklung: optische Inspektionen sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und der Suffizienzbedingung; IAV-Ermittlung
3.4.3 Prüfung des Prozessmusters auf industrieökonomische Plausibilität
3.4.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.4.5 Zusammenfassende Beurteilung des Produktfortschrittsprozesses
3.5 Analyse des Verfahrensfortschrittprozesses
3.5.1 Ermittlung und Beurteilung von Indikatoren zur zeitreihenanalytischen Beschreibung und Bewertung der Funktionsfähigkeit des Regelkreises des Verfahrensfortschritts
3.5.2 Beschreibung und Beurteilung der Prozessmusterentwicklung: Optische Inspektionen sowie statistische Tests zur Prüfung der Richtungs- und der Suffizienzbedingung; IAV-Ermittlung
3.5.3 Prüfung der Prozessmusterentwicklung auf industrieökonomische Plausibilität
3.5.4 Prüfung der Funktionsweise auf Niveaudefekte
3.5.5 Zusammenfassende Beurteilung des Verfahrensfortschrittsprozesses
4. INTERVENTIONSPRÜFUNG
4.1 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse der Funktionsfähigkeitsanalyse
4.2 Ökonomische Legitimation einer Maßnahmengestaltung
C ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE UND SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die dynamische Funktionsfähigkeit der deutschen Chemieindustrie anhand des Koordinationsmängel-Diagnosekonzepts (KMD-Konzept). Ziel ist es, durch die Analyse realer Marktdaten und die Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit zu beurteilen, ob der Chemiestandort Deutschland unter den gegebenen institutionellen und ökonomischen Rahmenbedingungen funktionsfähig ist und ob staatliche Eingriffe zur Behebung von Marktverzerrungen oder Funktionsschwächen notwendig sind.
1.2.3 Der Übermachterosionsprozess
Der Übermachterosionsprozess soll dafür Sorge tragen, dass Machtungleichgewichte zwischen Anbietern und Nachfragern ausgeglichen werden. Ausgeprägte Machtpositionen einer Marktseite sind dabei prinzipiell volkswirtschaftlich unerwünscht, da diese versuchen Marktprozesse zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
Marktmacht geht typischerweise mit erhöhten Marktkonzentrationen einher. Diese können durch den Herfindahl-Hirschmann-Index veranschaulicht werden. Dieser sollte sowohl für Anbieter- als auch Nachfragerseite ermittelt werden und um Korrekturfaktoren, die auch potentielle Macht berücksichtigen, modifiziert werden. Anschließend kann die Regelgröße „Übermacht“ (mD) aus der Differenz von Anbietermacht (mA) und Nachfragermacht (mN) ermittelt werden:
mD = mA - mN
Durch evozierte Strukturveränderungen (ΔmeD), also Eintritten auf der marktstarken Seite, soll der Übermacht einer Marktseite entgegengewirkt werden. Da allerdings nicht zwischen evozierten und exogen bedingten Variationen unterschieden werden kann, fehlt ein geeigneter Indikator für die Stellgröße und es wird lediglich der Globalprozess betrachtet.
A Untersuchungsgegenstand und Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung beschreibt das Ziel der Arbeit, die dynamische Funktionsfähigkeit der deutschen Chemieindustrie mit dem KMD-Konzept zu untersuchen, und gibt einen Überblick über die methodische Vorgehensweise.
B Die Funktionsfähigkeit auf Basis des Konzepts zur Koordinationsmängeldiagnose: Dieses Kapitel führt theoretisch in das KMD-Konzept ein, erläutert die fünf zentralen Regelkreise (Markträumung, Renditenormalisierung, Übermachterosion, Produkt- und Verfahrensfortschritt) und definiert die methodischen Grundlagen für die anschließende empirische Analyse.
1. Einführung in das Konzept zur Koordinationsmängeldiagnose: Hier werden die theoretische Grundlage und die Funktionsweise der fünf Regelkreise innerhalb des KMD-Konzepts sowie die Vermaschung dieser Prozesse detailliert dargelegt.
2. Industrieökonomisch orientierte Beschreibung der Marktstruktur der deutschen chemischen Industrie: Eine umfassende Analyse der Marktstrukturen unter produkt-, nachfrager-, anbieter- und institutionenorientierten Gesichtspunkten, um die ökonomischen Rahmenbedingungen der Branche offenzulegen.
3. Funktionsweise des Marktes für chemische Produkte – Prüfung auf Koordinationsmängel, Schwachstellen und Irritationsphasen: Das Kernstück der Arbeit, in dem durch empirische Daten und statistische Tests geprüft wird, ob die fünf Marktprozesse in der deutschen Chemieindustrie stabil und frei von Niveaudefekten funktionieren.
4. Interventionsprüfung: Dieses Kapitel evaluiert, ob bei identifizierten Marktversagen ein staatliches Eingreifen legitimiert wäre, wobei das KMD-Konzept als Basis dient.
C Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussbetrachtung: Dieses Fazit fasst die Erkenntnisse der Marktbeschreibung und der Funktionsfähigkeitsanalyse der fünf Prozesse zusammen und bewertet kritisch die Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts Deutschland.
Koordinationsmängeldiagnose, KMD-Konzept, deutsche Chemieindustrie, Funktionsfähigkeitsanalyse, Marktprozesse, Markträumung, Renditenormalisierung, Übermachterosion, Produktfortschritt, Verfahrensfortschritt, Wettbewerbsfähigkeit, Industrieökonomie, Marktstruktur, Forschungsintensität, REACH-Verordnung.
Die Arbeit untersucht die dynamische Funktionsfähigkeit der deutschen Chemieindustrie. Dabei wird analysiert, ob die Marktmechanismen der Branche so arbeiten, dass sie wohlfahrtsoptimale Ergebnisse erzielen, oder ob Koordinationsmängel vorliegen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf fünf zentrale Marktprozesse: Markträumung, Renditenormalisierung, Übermachterosionsprozess sowie Produkt- und Verfahrensfortschrittsprozesse. Zudem werden die Marktstruktur und institutionelle Rahmenbedingungen betrachtet.
Die Forschungsfrage ist, ob die deutsche Chemieindustrie im Sinne des KMD-Konzepts funktionsfähig ist, insbesondere hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit und der Vermeidung von Marktversagen.
Es wird das Koordinationsmängel-Diagnosekonzept (KMD) angewendet. Dieses nutzt theoretische Modelle der Marktdynamik, die durch empirische Datenreihen und statistische Testverfahren (wie optische Inspektionen und ADF-Tests) überprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte industrieökonomische Marktbeschreibung der deutschen Chemieindustrie sowie eine anschließende empirische Prüfung der fünf genannten Marktprozesse auf Stabilitäts- und Niveaudefekte.
Die zentralen Begriffe sind Koordinationsmängeldiagnose (KMD-Konzept), Funktionsfähigkeit, industrielle Marktanalyse, Wettbewerb, Marktstruktur, F&E-Intensität und empirische Prozessmusteranalyse.
Die Integration der ostdeutschen Chemiebetriebe nach 1990 löste Strukturbrüche aus, die in den Datenreihen sichtbar sind. Die Treuhandanstalt stützte Unternehmen, die technisch oft veraltet waren, was die Marktprozesse und die Wettbewerbsfähigkeit kurz- bis mittelfristig beeinflusste.
Großkonzerne wie BASF und Bayer prägen die deutsche Chemieindustrie. Die Arbeit zeigt jedoch, dass die Konzentrationsraten auf dem deutschen Markt im internationalen Kontext und unter Berücksichtigung der Globalisierung relativiert werden müssen, da der Markt für Chemieprodukte weltweit vernetzt ist.
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