Diplomarbeit, 2002
137 Seiten, Note: 1,0
A Einleitung
1 Geschichte und Geschichten
2 Taxonomie und geographische Verbreitung
3 Bisherige Untersuchungen
4 Anatomische Eigenheiten des Waldschweins
5 Ökologie und Sozialverhalten
6 Fragestellungen dieser Arbeit
B Material und allgemeine Methoden
1 Untersuchungsgebiete
2 Untersuchungszeitraum
3 Klima
4 Flora und Fauna
5 Die Waldschweinpopulation im Queen Elizabeth National Park
6 Lebensweise
7 Beobachtungsmodalitäten
8 Wiedererkennen von Individuen
9 Immobilisation und Radio-Telemetrie
10 Datengewinnung
11 Ethogramm
12 Tonaufnahmen und Tonanalyse
13 Statistische Auswertung
C Ergebnisse
1 Die Rolle von Keiler und Bache im Familienverband
1.1 Führung der Gruppe
1.2 Sichern des Aktionsraums
1.2.1 Begegnungen von Artgenossen
1.2.2 Markierungen
1.3 Sicherung der Bachen gegen fremde Keiler
1.4 Verhalten bei Anwesenheit von Prädatoren
1.4.1 Löwe
1.4.2 Hyäne
1.4.3 Mensch
1.5 Diskussion
2 Jungtiere
2.1 Säugen und Fremdsäugen
2.2 Entwicklung der Bindung zu verschiedenen Familienmitgliedern
2.3 Spielverhalten
2.4 Interaktion mit anderen Arten
2.5 Diskussion
3 Verhalten in der Trockenzeit
3.1 Nahrung
3.2 Wanderungen innerhalb des Aktionsraums
3.3 Aufspaltung in Untergruppen
3.4 Diskussion
4 Akustische Kommunikation
4.1 Charakterisierung des Lautinventars
4.2 Playback-Experimente
4.3 Physikalische Tonanalyse
4.4 Diskussion
D Abschließende Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich der Erforschung der ökologischen Nische des Afrikanischen Riesenwaldschweins (Hylochoerus meinertzhageni) im Queen Elizabeth National Park, Uganda. Das Hauptziel ist die Untersuchung der sozialen Organisation, des Sozialverhaltens und der Lebensweise dieser Tierart unter Berücksichtigung der individuellen Beziehungen innerhalb der Familienverbände sowie der Anpassungsstrategien in Zeiten von Ressourcenknappheit.
1 Geschichte und Geschichten
Großes Aufsehen erregte 1904 die in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlichte Nachricht von Oldfield Thomas, der Offizier Meinertzhagen in der Kolonie Britisch-Ostafrika habe Teile eines riesigen, bisher unbekannten Schweins an das British Museum geschickt. Zwar hatte schon Sir Henry M. Stanley dieses schwarze Tier auf seinen Expeditionen im Kongo nahe dem Semliki River getroffen, doch nur von ihm erzählt und nichts darüber schriftlich verfasst (JOHNSTON, 1904). Obwohl gleich darauf Meldungen eingingen, dass auch andere Herren der britischen Besatzung das Waldschwein entdeckt und erlegt hätten, war es THOMAS, der noch im selben Jahr das Afrikanische Riesenwaldschwein als erster beschrieb und ihm den Artnamen Hylochoerus meinertzhageni gab (THOMAS, 1904). Es war das letzte große Säugetier Afrikas, das wissenschaftlichen Welt noch verborgen geblieben war (KLINGEL & KLINGEL, 2002). Den Einheimischen war es jedoch bekannt.
Bis heute ranken sich Mythen um das Riesenwaldschwein, das scheu und zurückgezogen in den dichten Wäldern und undurchdringlichen Buschland Afrikas lebt. In vielen afrikanischen Stämmen glaubt man noch immer, die schwarzen Tiere brächten Unglück und Krankheit über ihre Familien und Viehherden. So wird bei den Bakonjo, einem Stamm im Westen Ugandas, erzählt, nur ein einziges Haar von einem Waldschwein vermöge eine ganze Herde Kühe zum Sterben zu bringen. Auch d'HUART (1978) schreibt von einem derartigen Aberglauben bei Volksstämmen im Norden Kongos. MOHR (1960) spricht die Angst der Bevölkerung des Nandi-Stammes in Kenya an: bösartige Waldschweine hätten ungereizt reisigsammelnde Frauen im Wald angefallen.
A Einleitung: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick, beschreibt die taxonomische Einordnung und fasst den bisherigen Wissensstand sowie die Fragestellungen der Untersuchung zusammen.
B Material und allgemeine Methoden: Hier werden das Untersuchungsgebiet im Queen Elizabeth National Park, die Datenerhebungsmethoden wie Beobachtungen, Telemetrie, Tonaufnahmen und die angewandte statistische Auswertung detailliert beschrieben.
C Ergebnisse: Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Gruppenrollen, die Entwicklung und das Sozialverhalten von Jungtieren, Verhaltensweisen während der Trockenzeit sowie die Analyse der akustischen Kommunikation.
D Abschließende Diskussion und Ausblick: Die Ergebnisse werden im Kontext bestehender ethologischer Erkenntnisse reflektiert und mögliche Schwerpunkte für zukünftige Forschungsarbeiten aufgezeigt.
Hylochoerus meinertzhageni, Riesenwaldschwein, Queen Elizabeth National Park, Sozialstruktur, Ethologie, Sozialverhalten, Trockenzeit, Kommunikation, Vokalisation, Familienverband, Populationsdynamik, Allosuckling, Freilanduntersuchung, Habitatnutzung, Verhaltensökologie.
Die Diplomarbeit untersucht die Ökologie und das Ethogramm des Afrikanischen Riesenwaldschweins in seinem natürlichen Lebensraum in Uganda.
Die Arbeit fokussiert auf soziale Strukturen, das Aufzuchtverhalten, Anpassungsstrategien in der Trockenzeit sowie die Lautäußerungen der Tiere.
Das Ziel ist die Definition der ökologischen Nische des Waldschweins durch die Analyse von Individualbeziehungen, Reproduktion und Populationsdynamik.
Es wurde eine sechsmonatige Freilandstudie durchgeführt, die direkte Verhaltensbeobachtungen, Radio-Telemetrie und akustische Analysen umfasst.
Der Hauptteil analysiert die Aufgabenverteilung zwischen Keiler und Bache, die Entwicklung von Jungtieren, Verhaltensanpassungen bei Nahrungsmangel und die Vokalisation.
Wichtige Begriffe sind Sozialverhalten, Riesenwaldschwein, Uganda, Ethologie, Kommunikation und Trockenzeit.
Es beschreibt das Säugen von Jungtieren durch artfremde Muttertiere, was bei Riesenwaldschweinen als Anpassung an Stress und Ressourcenmangel beobachtet wurde.
Entgegen früherer Annahmen ist er nicht alleiniger Anführer; er ist jedoch maßgeblich für die Verteidigung der Gruppe gegen fremde Keiler und Prädatoren verantwortlich.
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