Magisterarbeit, 2008
71 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Zur Folter
2.1 Definition
2.2 Geschichte
2.3 Das Folterverbot im Völkerrecht
2.4 Der aktuelle Diskurs der Folter
2.4.1 Zur Zulassung der ‚Rettungsfolter‘
2.4.1.1 Argumente nach Brugger
2.4.1.2 Argumente nach Greco
3. Mediale Darstellungen von Folter
3.1 Marathon Man
3.2 Dirty Harry
4. Folterdarstellungen in der Serie 24
4.1 Einführung in die Serienthematik
4.2 Kritik an den Folterdarstellungen
4.3 Szenenanalyse
4.3.1 Echtzeitformat und Dilemma-Prinzip
4.3.2 Inhaltliche und formale Vermittlung der Folter
4.3.3 Problematisierung der Folter
5. ‚Torture Porn‘
6. Fazit
Diese Arbeit analysiert die Darstellung von Folter in der US-amerikanischen Thrillerserie 24, untersucht die narrativen Funktionen der Folterszenen und beleuchtet deren bildliche Vermittlung sowie die damit verbundene gesellschaftliche Kritik.
3.1 Marathon Man
Eine der eindringlichsten Folterszenen der Filmgeschichte enthält der Thriller Marathon Man von John Schlesinger. Laurence Olivier spielt darin den flüchtigen KZ-Arzt Dr. Christian Szell, der sich nach Uruguay abgesetzt hat. Sein Vermögen lagert in Form von Diamanten in einem New Yorker Schließfach. Nach dem Tod seines Bruders, der ihn regelmäßig über Kuriere mit den Diamanten versorgte, muss Szell selbst in die USA reisen, um sein Vermögen an sich zu bringen. Dieses Vorhaben ist jedoch nicht ungefährlich: Szell arbeitet mit einer US-amerikanischen Geheimorganisation (der sogenannten Division) zusammen, die die Diamanten-Kuriere abstellte und dafür im Gegenzug von Szell die Namen untergetauchter Nazi-Verbrecher erhielt. Einer dieser Kuriere war der von Szell ermordete Henry Levy. Da sich dieser kurz vor seinem Tod noch zu seinem Bruder, dem Studenten Thomas, genannt ‚Babe‘ (gespielt von Dustin Hoffman), schleppen konnte, nimmt Szell an, Babe besitze Informationen, die Szell nützlich bzw. gefährlich sein könnten. Um diese Informationen zu erhalten und zu erfahren, ob ‚es sicher sei‘, die Diamanten an sich zu nehmen, lässt Szell Babe entführen und beginnt, ihn auszufragen.
1. Einleitung: Einführung in das Thema und die Forschungsfrage bezüglich der Darstellung von Folter in 24.
2. Zur Folter: Definition des Folterbegriffs, historischer Überblick und Diskussion der völkerrechtlichen sowie ethischen Aspekte der ‚Rettungsfolter‘.
3. Mediale Darstellungen von Folter: Analyse der Wechselwirkung zwischen Fiktion und Realität anhand der Filme Marathon Man und Dirty Harry.
4. Folterdarstellungen in der Serie 24: Detaillierte Untersuchung der Serienthematik, der Kritik an den Folterdarstellungen und spezifische Szenenanalysen.
5. ‚Torture Porn‘: Einordnung der modernen Horrorfilm-Strömung und Abgrenzung zu fiktionalen Folterdarstellungen in TV-Serien.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur Inszenierung und moralischen Einordnung von Folter in der Serie.
Folter, Rettungsfolter, 24, Fernsehserie, Jack Bauer, CTU, Folterdarstellung, Völkerrecht, Marathon Man, Dirty Harry, Torture Porn, Menschenwürde, Narrativ, Terrorismusbekämpfung, Medienkritik
Die Magisterarbeit untersucht die mediale Darstellung von Folter in der populären US-Thrillerserie 24 und prüft, inwieweit diese die öffentliche Debatte über Folterpraktiken beeinflusst.
Die Arbeit behandelt die rechtliche und historische Definition von Folter, den Diskurs zur „Rettungsfolter“ sowie die ästhetische und dramaturgische Inszenierung von Gewalt im Film und Fernsehen.
Das Ziel ist es, die narrativen Funktionen der Folterszenen in 24 zu entschlüsseln und zu analysieren, ob die Serie Folter lediglich als Spannungselement nutzt oder zur gesellschaftlichen Legitimation beiträgt.
Es erfolgt eine medienwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur zur Rechtsphilosophie, Filmtheorie und aktuellen Diskursen der Terrorismusbekämpfung.
Der Hauptteil analysiert das Echtzeitformat von 24, die Inszenierung der Verhörszenen durch die CTU-Agenten sowie die Kritik von Organisationen wie Human Rights First.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Folter, Rettungsfolter, 24, Jack Bauer, Medienethik und Inszenierungsstrategien.
Während in der Serie Folter meist der zweckgebundenen Informationsbeschaffung dient, geht es im „Torture Porn“ oder Splattergenre oft um eine losgelöste, explizite Darstellung von Gewalt um ihrer selbst willen.
Jack Bauer fungiert als „einsamer Kämpfer“, dessen rechtswidrige Handlungen durch die fiktive Notwendigkeit der Katastrophenabwehr im Serienkontext legitimiert werden.
Die Serie nutzt dramaturgische Kniffe wie Kameraschwenks und Tonspuren, um die Darstellung an die Vorstellungskraft des Zuschauers zu delegieren, was die Szenen psychologisch wirksamer macht.
Der Autor stellt fest, dass die Kritik an 24 zwar berechtigt ist, eine ausführliche Auseinandersetzung jedoch durch das auf Tempo und Dynamik ausgelegte Format der Serie erschwert wird.
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