Examensarbeit, 2008
43 Seiten, Note: 1,0 (17 Punkte)
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Einleitung
A. Grundlagen
I. Praktische Relevanz der Aufgabenstellung
II. Zu den Begriffen Tochter- und Mutterunternehmen
1. Literatur
2. Rechtsprechung
3. Gesellschaftsrechtliche Erscheinungsformen
a. Allgemeines
b. Gesellschaftsrechtliche Konzernbegriffe
aa. Unterordnungskonzern (§18 Abs.1 AktG)
bb. Gleichordnungskonzern (§18 Abs.2 AktG)
cc. Sonderfall Holdinggesellschaft
dd. Weitere Unterscheidungen
4. Schlussfolgerungen
III. Verhältnis von UWG und Markenrecht
B. Passivlegitimation der Untergesellschaft
I. „Eigenes Handeln“ der Gesellschaft
II. Überblick: Unterlassungsansprüche bei unlauterem und markenverletzendem Handeln
III. Unmittelbares und mittelbares Handeln der Untergesellschaft
IV. Zusammenfassung
C. Passivlegitimation der Obergesellschaft
I. Abgrenzung bei Doppelorganschaft
II. Haftung für fremdes Handeln
1. Allgemeines
2. Voraussetzungen für die Haftung nach §8 Abs.2 UWG
a. Eigener Anspruch gegen den Mitarbeiter oder Beauftragten
b. Unternehmensinhaber
c. Mitarbeiter oder Beauftragter
d. „in einem Unternehmen“
3. Anwendung auf den Konzernsachverhalt
b. Haftung aufgrund des Konzerntatbestands
aa. Rechtsprechung
(1) Personelle Verflechtungen
(2) Beteiligungen
(3) Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge
(4) Holdinggesellschaften
(5) Zusammenfassung
bb. Literatur
(1) Ballerstedt: Unüberwindbarkeit des Trennungsprinzips
(2) Rehbinder: Ausrichtung auf die Förderung der Obergesellschaft
(3) Maier: Erfordernis tatsächlicher Einflussnahme
(4) Köhler: Betriebsorganisatorische Einheit
(5) Kniesbeck: Sachlicher Zusammenhang
(6) Hahn: Haftung aufgrund der Geschäftskreiserweiterung
cc. Stellungnahme
(1) Irrelevanz des Trennungsprinzips
(2) Beweisprobleme um die tatsächliche Einflussnahme
(3) Untauglichkeit des Kriteriums der Ausrichtung auf die Obergesellschaft
(4) Begrenzte Übertragbarkeit der Ansicht Köhlers auf den Konzernsachverhalt
(5) Vertiefung der Beweisprobleme durch die Einzelfallbetrachtung nach Kniesbeck
(6) Keine abweichende Lösung anhand des Konzepts der Geschäftskreiserweiterung
(7) Eigener Standpunkt und Zusammenfassung
D. Missbräuchliche Geltendmachung des Unterlassungsanspruchs
I. Allgemeines
II. Literatur und Rechtsprechung
III. Stellungnahme
E. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die Frage der Passivlegitimation im Rahmen von Unterlassungsansprüchen bei Markenverletzungen oder unlauteren Handlungen durch Tochtergesellschaften. Dabei wird analysiert, unter welchen Voraussetzungen neben der direkt handelnden Untergesellschaft auch die Muttergesellschaft als Beklagte herangezogen werden kann, insbesondere unter Berücksichtigung wettbewerbsrechtlicher Konzernhaftungsprinzipien.
(3) Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge
Auf der Grundlage eines Gewinnabführungsvertrages hat das OLG München den beherrschenden Einfluss einer Obergesellschaft auf eine Untergesellschaft festgestellt, wobei die Verletzungshandlung von einer der Untergesellschaft zu 100 Prozent gehörenden Werbeagentur begangen wurde. Das OLG Frankfurt hat in einer Entscheidung die Haftung einer Obergesellschaft für den Wettbewerbsverstoß ihrer Untergesellschaft aufgrund des Bestehens eines Gewinnabführungs- und eines Beherrschungsvertrags bejaht. Auch der BGH hat nunmehr grundsätzlich das Bestehen eines Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrags im Zusammenhang mit der Haftung nach §8 Abs.2 UWG in Konzernsachverhalten genannt. Grund dürfte das mit dem Bestehen eines Beherrschungsvertrages vermittelte Weisungsrecht des beherrschenden Unternehmens sein und in den Fällen der Gewinnabführungsverträge, dass sie praktisch ausschließlich in Abhängigkeitsverhältnissen nach §17 AktG vorkommen. Auch in diesen Fällen ist ein Verzicht der Rechtsprechung auf das Merkmal der Einflussnahmemöglichkeit nicht ersichtlich.
Einleitung: Einführung in die Thematik der Passivlegitimation im Konzern und Erläuterung der praktischen Problematik bei Unterlassungsansprüchen.
A. Grundlagen: Analyse der Begriffe Tochter- und Mutterunternehmen sowie Einordnung der gesellschaftsrechtlichen Konzernbegriffe in den wettbewerbsrechtlichen Kontext.
B. Passivlegitimation der Untergesellschaft: Erörterung der Zurechnung von Handlungen bei der direkt handelnden Gesellschaft durch ihre Vertreter und Organe.
C. Passivlegitimation der Obergesellschaft: Detaillierte Untersuchung, unter welchen Voraussetzungen eine Haftung der Obergesellschaft für das Handeln der Untergesellschaft in Konzernstrukturen besteht.
D. Missbräuchliche Geltendmachung des Unterlassungsanspruchs: Prüfung, ob die Auswahl der Beklagten bei Konzernsachverhalten unter dem Gesichtspunkt des Missbrauchs nach § 8 Abs. 4 UWG problematisch sein kann.
E. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse zur Konzernhaftung und zur prozessualen Inanspruchnahme von Konzernunternehmen.
Passivlegitimation, Konzernhaftung, Unterlassungsanspruch, UWG, Markenrecht, Tochtergesellschaft, Muttergesellschaft, § 8 Abs. 2 UWG, Einflussnahmemöglichkeit, Störerhaftung, Doppelorganschaft, Konzern, Wettbewerbsverstoß, Rechtsmissbrauch, Kennzeichenrecht
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Frage, ob bei Markenrechtsverletzungen oder unlauterem Wettbewerb einer Tochtergesellschaft auch die Muttergesellschaft auf Unterlassung in Anspruch genommen werden kann.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Passivlegitimation im Konzern, der Auslegung des § 8 Abs. 2 UWG im Konzernsachverhalt und der Abgrenzung von Zurechnungsmerkmalen wie der Einflussnahmemöglichkeit.
Ziel ist es aufzuzeigen, wann die Obergesellschaft für das Handeln einer Untergesellschaft haftet und ob dies durch handels- oder gesellschaftsrechtliche Kriterien wie das Mutter-Tochter-Verhältnis bestimmt wird.
Der Autor führt eine dogmatische Analyse der wettbewerbsrechtlichen Haftungsnormen unter Einbeziehung aktueller Rechtsprechung und der gängigen Literatur zum Konzernrecht durch.
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Passivlegitimation der Untergesellschaft, die differenzierte Analyse der Haftung der Obergesellschaft unter verschiedenen Konstellationen und die missbräuchliche Geltendmachung von Ansprüchen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Passivlegitimation, Konzernhaftung, § 8 Abs. 2 UWG, Einflussnahmemöglichkeit und die Rolle des Konzernverhältnisses charakterisiert.
Der Autor argumentiert, dass eine Haftung der Obergesellschaft nach § 8 Abs. 2 UWG zwingend eine tatsächliche oder vermutete Einflussnahmemöglichkeit erfordert, die über eine bloße gesellschaftsrechtliche Beteiligung hinausgeht.
Der Autor unterstützt die Auffassung, dass dem Kläger die Wahl des Unterlassungsschuldners grundsätzlich freisteht, weist jedoch auf die Grenzen durch den Missbrauchstatbestand hin, wenn eine streitgenössische Inanspruchnahme geboten wäre.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

