Examensarbeit, 2006
104 Seiten, Note: 2
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Einleitung
Teil I »Das Prinzip der inneren Differenzierung«
1. Zur gegenwärtigen Unterrichtspraxis
2. Zur Entfaltung des Differenzierungsproblems
3. Der Begriff der Differenzierung und seine Tücken
3.1 Der Begriff der Individualisierung
3.2 Offener Unterricht - eine Abgrenzung
3.3 Unterscheidungen zum Begriff der Differenzierung
4. Zur äußeren Differenzierung – ein Überblick
4.1 Interessendifferenzierung
4.2 Leistungsdifferenzierung
4.2.1 Streaming
4.2.2 Setting
5. Zur inneren Differenzierung
5.1 Warum muss Unterricht differenziert werden?
5.2 Ziele innerer Differenzierung
5.3 Innere Differenzierung und die Bildungspläne
5.4 Zum Bedingungsgefüge differenzierenden Unterrichts
5.4.1 Erfassung von Lernbedürfnissen und Lernvoraussetzungen
5.4.1.1 Personaler Entwicklungsstand
5.4.1.2 Sozialer Entwicklungsstand
5.4.1.3 Sachstruktureller Entwicklungsstand
5.4.1.4 Arbeitsmethodischer Entwicklungsstand
5.4.1.5 Problem bei der Erfassung der individuellen Disposition
5.4.2 Die Disponibilität der Lehrperson
5.4.3 Der optimale Passungsgrad im Unterricht
5.5 Zur Praxis der inneren Differenzierung
5.5.1 Differenzierung durch Variation der Sozialformen
5.5.2 Differenzierung in den Methoden
5.5.3 Differenzierung durch Medien
5.5.4 Differenzierung auf thematisch-intentionaler Ebene
5.5.5 Differenzierung in der Lehrerhilfe
5.6 Überlegungen für eine variable Sitzordnung
5.7 Ordnungs- und Suchraster zur inneren Differenzierung
Teil II »LRS in der Sekundarstufe I«
1. Zum Begriff „LRS“
1.1 Zur Geschichte der „LRS“
1.2 Der Begriff Analphabetismus - eine Abgrenzung
2. Developmental Spelling - Entwicklungspsychologische Modelle des Schriftspracherwerbs
2.1 Das Entwicklungsmodell von FRITH
2.1.1 Das logographemische Stadium
2.1.2 Das alphabetische Stadium
2.1.3 Das orthographische Stadium
2.2 Stufen des Lesen- und Schreibenlernens nach VALTIN
2.2.1 Das Stufenmodell der Schreibentwicklung nach VALTIN
2.2.2 Entwicklungsstufen beim Lesenlernen nach VALTIN
2.2.3 Was leistet das Modell?
3. Bedingungsmodell: Entstehung und Aufrechterhaltung der LRS
3.1 Frühkindliche Prinzipien: „Die Welt der Tassen“
3.2 Phonologische Bewusstheit
3.3 Phonologische Defizite
3.4 Aufmerksamkeitsverhalten und Gedächtniszugriff
4. Symptome der LRS
4.1 Primärsymptomatik
4.2 Sekundärsymptomatik
4.3 Das Leistungsversagen verbreitert sich
5. Der baden-württembergische Runderlass vom 10.12.1997
5.1 Allgemeine Fördermaßnahmen
5.2 Besondere Fördermaßnahmen
5.3 Förderbedürftige Schüler
5.4 Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
5.5 Zeugnis
6. Erfassung der Rechtschreibfertigkeit in der Sekundar- stufe I mit der Hamburger Schreibprobe (HSP)
6.1 Lern- und entwicklungspsychologisches Konzept der HSP
6.2 Erfasste Merkmale des Rechtschreibkönnens
Teil III »Praxis der Inneren Differenzierung im Lernbereich Rechtschreibung in der Realschule «
1. Innere Differenzierung im Rechtschreibunterricht
2. Fördermöglichkeiten bei LRS im Rechtschreibunterricht der Sekundarstufe I
2.1 Kriterienkatalog zur Förderung bei LRS in der Sekundarstufe I
2.2 Aneignung der Grundlagen der Rechtschreibung durch Lesen
2.3 Rechtschreibtraining durch Verwendung des Wörterbuchs und der Rechtschreibkartei
2.4 Dynamisch-integrative Förderung von Sprechen Schreiben Lesen
3. „Lernen an Stationen“ - eine Möglichkeit
3.1 Begriffsklärung
3.2 Grundidee der Arbeitsform
Die Arbeit untersucht das Prinzip der inneren Differenzierung im Deutschunterricht der Realschule, um der Heterogenität der Schülerschaft sowie den spezifischen Anforderungen von Lernenden mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) gerecht zu werden. Ziel ist es, Ansätze für einen Unterricht zu finden, der durch flexible Methoden und individuelle Förderung das Interesse am Lernen stärkt und Schulverdruss entgegenwirkt.
1. Zur gegenwärtigen Unterrichtspraxis
Bereits eingangs wurde kurz auf die Dominanz des Frontalunterrichts in der Mehrzahl der gehaltenen Unterrichtsstunden hingewiesen. Dies geht aus zahlreichen älteren wie neueren Studien bezüglich des Methodenrepertoires von Lehrerinnen und Lehrern (vgl. HAGE u.a., 1985; vgl. BOHL, 2000; vgl. BAUMERT, 2003) hervor, die eine „überwältigende Vorherrschaft eines streng vom Lehrer gelenkten Frontalunterrichts“ (MEYER-WILLNER, 1979, S. 12) eindeutig belegen.
So berichten KLAUS HAGE u.a., dass in ca. 75% des in ihrer Untersuchung beobachteten Unterrichts immer dasselbe Methodenspektrum angewendet worden sei. Dabei handle es sich meist um fragend-entwickelnde Verfahren mit einer stark ausgeprägten Dominanz der Lehrkraft und vergleichsweise geringer Aktivitäten seitens der Schülerinnen und Schüler (vgl. HAGE u.a., 1985, S. 147ff).
Charakteristisch für diese Form des Unterrichtens ist, dass die Lehrperson ihre Aufgabe darin sieht, „alle [Schülerinnen und Schüler] zur gleichen Zeit mit gleichen Verfahren zum gleichen Ziel zu bringen.“ (MEYER-WILLNER, 1979, S. 11). Diese Vorgehensweise liegt in der Annahme begründet, relativ alters- und begabungshomogenen Lerngruppen könnten in gleicher Zeit die gleichen Lernprozesse zugemutet werden (vgl. BÖNSCH, 1995, S. 78).
1. Zur gegenwärtigen Unterrichtspraxis: Analysiert die Dominanz des Frontalunterrichts und zeigt auf, dass dieses starre Modell den individuellen Lernvoraussetzungen von Schülern in heterogenen Klassen kaum gerecht wird.
2. Zur Entfaltung des Differenzierungsproblems: Zeichnet die historische Entwicklung von der Differenzierung in kleineren Gruppen des Mittelalters bis hin zur starren Klassenorganisation durch Comenius nach.
3. Der Begriff der Differenzierung und seine Tücken: Setzt sich mit der terminologischen Vielfalt und den verschiedenen Definitionen der Differenzierung auseinander und grenzt den Begriff von Individualisierung und offenem Unterricht ab.
4. Zur äußeren Differenzierung – ein Überblick: Beschreibt organisatorische Ansätze wie Streaming und Setting, die auf die Bildung homogener Lerngruppen abzielen, um die Leistung in selektierten Gruppen zu optimieren.
5. Zur inneren Differenzierung: Erläutert das Konzept der Binnendifferenzierung, das Heterogenität im Klassenverband akzeptiert und gezielte Maßnahmen zur optimalen individuellen Förderung integriert.
Innere Differenzierung, Binnendifferenzierung, LRS, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten, Schriftspracherwerb, Frontalunterricht, Heterogenität, Hamburger Schreibprobe, Fördermaßnahmen, Schulverdruss, individuelle Förderung, Lernstörungen, Unterrichtsplanung, Pädagogik, Sekundarstufe I.
Die Arbeit analysiert das Prinzip der inneren Differenzierung als pädagogische Antwort auf die Heterogenität in Realschulklassen, speziell mit Fokus auf Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten.
Die zentralen Themen sind Unterrichtsmethodik, individuelle Lernförderung, die Entstehung und Symptomatik von LRS sowie praktische Ansätze für den Rechtschreibunterricht.
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie differenzierender Unterricht Schüler mit LRS innerhalb des Klassenverbandes unterstützen kann, um Schulverdruss zu minimieren und individuelle Lernfortschritte zu ermöglichen.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse didaktischer Theorien und erziehungswissenschaftlicher Modelle zur Differenzierung und Lernpsychologie.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen der Differenzierung, Modelle des Schriftspracherwerbs, Symptome der LRS und konkrete Fördermöglichkeiten wie Rechtschreibkartei oder Lernen an Stationen erörtert.
Innere Differenzierung, LRS, Schriftspracherwerb, individuelle Förderung, heterogene Lerngruppen, Unterrichtsplanung, Hamburger Schreibprobe.
Es bezeichnet die Abstimmung des Schwierigkeitsgrades einer Aufgabe auf den jeweiligen Entwicklungsstand des Schülers, um Über- oder Unterforderung zu vermeiden und Lernblockaden abzubauen.
Obwohl es die Eigenverantwortlichkeit fördert, sieht die Autorin darin eher einen Kompromiss, da es oft ein festgelegtes Pensum vorgibt und somit kein „offener Unterricht“ im eigentlichen Sinne ist.
Sie dienen dazu, den individuellen Lernstand und das spezifische Strukturwissen der Schüler exakt zu erfassen, um darauf basierend zielgerichtete Fördermaßnahmen ableiten zu können.
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