Magisterarbeit, 2008
224 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil
2.1 Der Autoritarismus
2.1.1 Traditioneller und neuer Autoritarismus in Lateinamerika
2.1.2 Merkmale des lateinamerikanischen neuen Autoritarismus
2.1.3 Der brasilianische Autoritarismus
2.2 Transition, Transformation und Systemwechsel
2.2.1 Transition
2.2.2 Transformation
2.2.3 Systemwechsel
2.2.4 Transformationsphasen
2.2.4.1 Liberalisierung (Ende des autokratischen Regimes)
2.2.4.2 Demokratisierung (Institutionalisierung der Demokratie)
2.2.4.3 Konsolidierung der Demokratie
2.2.4.4 Abgrenzung der Begriffe Redemokratisierung – Demokratisierung – Demokratie
2.3 Ursachen für einen Umschwung
2.4 Demokratieform
2.5. Demokratie
2.6 Die Dependenztheorie (Entwicklungstheorie)
3 Historischer Teil
3.1 Die Situation vor dem Putsch von 1964
3.1.1 Von der Alten Republik zum Estado Nôvo
a) Die Alte Republik
b) Die Weltwirtschaftskrise
c) Die Ära Vargas
aa) 1. Staatsstreich
bb) 2. Staatsstreich
cc) Der Estado Nôvo
3.1.2 Die Phase der kurzen „populistischen“ Demokratie (1945-1951, 1954-1964)
a) Die Regierungszeit Dura
b) Die Regierungszeit Kubitschek
c) Die Regierungszeit Qadros
d) Die Regierungszeit Goulart
3.2 Das Militär in Brasilien
3.2.1 Das Militär als Akteur im Demokratisierungsprozess
3.2.2 Die Zeit der Militärherrschaft (1964-1985)
a) Allgemeines
b) Der Putsch von April 1964
c) Die Regierungszeit Castelo Branco
d) Die Regierungszeit Costa e Silva
e) Die Regierungszeit Médici
f) Zusammenfassung (Militärzeit bis 1974)
g) Die Wahlen von 1974
h) Die Endphase der Militärherrschaft (1974-1985) – Abertura mit moderatem Pluralismus
aa) Die Regierungszeit Geisel
bb) Die Regierungszeit Figueiredo
cc) Die Wahlen von November 1982 als Wendepunkt
dd) Opposition gegen das Militärregime
3.2.3 Zusammenfassung Militärzeit
3.2.4 Die Wirtschaftspolitik der Militärs
4 Von Neves bis Cardoso
4.1 Die Regierungszeit Neves (PMDB)
4.2 Die Regierungszeit Sarney (1985-1990)
4.3 Die Regierungszeit Collor de Mello (1990-1992)
5 Analytischer Teil
5.1 Allgemeines
5.2 Die politische Ebene
5.2.1 Die Parteien
5.2.1.1 Allgemeines
5.2.1.2 Die Geschichte der Parteien
a) Allgemeines
b) Die Parteien in der Phase der kurzen „populistischen“ Demokratie (1945-1951, 1954-1964)
c) Parteien und Militärherrschaft (1964-1985)
d) Parteien nach der Militärherrschaft
5.2.1.3 Regimeunterstützende Parteien
a) ARENA
b) PDS
c) PFL
d) PTB
e) PRN
5.2.1.4 Oppositionsparteien
a) MDB
b) PCB
c) PDT
d) PMDB
e) PT
5.2.2 Wahlen und Wahlsystem
5.3 Die Institutionelle Ebene
5.3.1 Der Kongress
5.3.2 Der Präsident
5.3.3 Staatsform und Verfassung
5.3.3.1 Die Staatsform
5.3.3.2 Die Verfassung
5.3.3.2.1 Die Verfassung von 1967
5.3.3.2.2 Die Verfassung von 1988
5.3.3.3 Die Exekutive
5.3.3.4 Der Kongress
5.3.3.5 Militär und Verfassung
5.3.3.6 Justizsystem und Verfassung
5.3.4 Die Behörden
5.3.4.1 Der SNI (ABIN)
5.3.4.2 Das DOPS
5.3.5 Das föderale System
5.3.6 Die Munizipien
5.4 Soziale Bewegungen als Akteur in der Demokratisierung
5.4.1 Allgemeines
5.4.2 Die Landlosenbewegung MST als Akteur im Demokratisierungsprozess
5.4.3 Die sog. „grassroot movements“
5.4.4 Die Frauenbewegungen
5.5 Menschenrechte
5.6 Die wirtschaftliche Entwicklung
5.6.1 Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
5.6.1.1 Inflation und Stabilisierung
5.6.1.2 Wirtschaftswachstum
5.6.1.3 Die Verschuldungskrise
5.6.1.4 Unternehmer und Industrie
5.6.1.5 Gewerkschaften
5.6.1.6 Importsubstitution und Modell der ISI
5.6.2 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
5.6.2.1 Korruption und klientelistisches System
5.6.2.1.1 Korruption
5.6.2.1.2 Klientelistisches System
5.6.2.2 Armut und soziale Ungleichheit
5.6.3 Internationale wirtschaftliche Rahmenbedingungen
5.6.3.1 CEPAL
5.6.3.2 Weltbank und IWF
5.6.3.3 Mercosur / Mercosul
5.6.4 Die Wirtschaftspläne
5.6.4.1 in der Militärzeit
5.6.4.2 nach der Militärzeit
a) Der Cruzado-Plan (1986)
b) Collor I (1990) und Collor II (1991)
c) Der Plano Verde (1993)
d) Der Plano-Real
5.7 Nachhaltigkeit
5.7.1 Bildung
5.7.2 Umwelt und Natureinwohner
5.7.2.1 Umwelt
5.7.2.2 Natureinwohner
5.8 Der Nordosten Brasiliens
5.9 AIDS
5.10 Sicherheits- und Außenpolitik, internat. Organisationen
5.10.1 Sicherheitspolitik
5.10.2 Außenpolitik
5.10.2.1 Partnerschaft Brasilien-EU
5.10.2.2 USA
5.10.2.3 Rio-Gruppe
5.10.3 Internationale Organisationen
5.10.3.1 WTO
5.10.3.2 UNO
6 Ergebnis der Analyse und Bewertung
Die Arbeit analysiert den politischen Systemwechsel in Brasilien von einem autoritären Militärregime hin zu einer konsolidierten Demokratie unter besonderer Berücksichtigung der Institutionenbildung, der Rolle politischer Eliten und des gesellschaftlichen Kontextes.
3.1.2 Die Phase der kurzen „populistischen“ Demokratie (1945-1951, 1954-1964)
Am 28. Februar 1945 verkündete Vargas mit dem konstitutionellen Gesetz Nr. 9, dass innerhalb von 90 Tagen allgemeine Wahlen für einen Präsidenten, die Abgeordnetenkammer und den Bundesrat (seit 1937 Nachfolger des Senats) stattfinden sollten. So fand Brasilien (1946) mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs neben vielen anderen Ländern in Lateinamerika seinen Weg zur Demokratie (Guatemala: 1945, Peru: 1945, Argentinien: 1946, Venezuela: 1946 und Ecuador: 1948), während Chile, Uruguay und Kolumbien bereits seit 1942 demokratische Merkmale aufwiesen. Die politische Elite in dieser Zeit rekrutierte sich fast ausnahmslos aus der Ära Vargas und das unter Vargas geschaffene korporatistische System blieb bestehen. Die drei größten Parteien in dieser Zeit im Parlament waren die PSD, UND und die PTB, die zusammen 80% der Sitze im Unterhaus innehatten. Die UND war in dieser Zeit die größte Oppositionspartei. Trotz des formell demokratischen Charakters des politischen Systems in dieser Zeit waren die politischen Parteien nur Akteure zweiten Ranges. Die sog. „demokratische Mehrparteienperiode“, die mit der Verfassung von 1946 unter Dura begann, erlebte insgesamt vier direkt gewählte Präsidenten (1945, 1950, 1955 und 1960).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den brasilianischen Transformationsprozess als komplexesten Fall in Lateinamerika und definiert den theoretischen Rahmen sowie die Forschungsfrage.
2 Theoretischer Teil: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Autoritarismus und Systemwechsel und ordnet die brasilianischen Verhältnisse in die politikwissenschaftliche Typologisierung ein.
3 Historischer Teil: Hier wird die historische Entwicklung Brasiliens von der Ära Vargas über die Militärherrschaft (1964-1985) bis zur Phase der Abertura detailliert nachgezeichnet.
4 Von Neves bis Cardoso: Dieses Kapitel behandelt die politischen Entwicklungen von der Rückkehr zur zivilen Regierung unter Tancredo Neves über die Regierung Sarney bis hin zur Präsidentschaft von Fernando Collor de Mello.
5 Analytischer Teil: Der analytische Teil untersucht die politischen Institutionen, die Rolle der Parteien, soziale Bewegungen und die wirtschaftlichen sowie internationalen Rahmenbedingungen Brasiliens.
6 Ergebnis der Analyse und Bewertung: Das Fazit zieht eine Bilanz der politischen Öffnung und diskutiert die Herausforderungen für die Konsolidierung der brasilianischen Demokratie.
Brasilien, Demokratisierung, Militärherrschaft, Transformation, Parteiensystem, Abertura, Verfassung, Soziale Bewegungen, MST, Inflation, Klientelismus, Politikwissenschaft, Systemwechsel, Zivilgesellschaft, Menschenrechte
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Transition Brasiliens von einer autoritären Militärdiktatur hin zu einem demokratisch verfassten Staatssystem.
Neben der politischen Geschichte werden insbesondere die Rolle der Parteien, der Einfluss des Militärs, soziale Bewegungen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie die Verschuldungskrise analysiert.
Das Ziel ist die Analyse der komplexen, von oben gesteuerten Transition in Brasilien und die Bewertung der Konsolidierung der Demokratie unter Einbeziehung sozioökonomischer Faktoren.
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung umfassender Fachliteratur zur Transformationsforschung sowie auf der empirischen Analyse politischer und wirtschaftlicher Daten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Teil und einen analytischen Teil, in dem detailliert auf Institutionen, Akteure wie das Militär und soziale Bewegungen sowie die wirtschaftliche Entwicklung eingegangen wird.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Demokratisierung, Abertura, Klientelismus, Militärherrschaft und Konsolidierung charakterisiert.
Das Militär fungierte nicht nur als Diktatur, sondern steuerte den Prozess der Abertura (Öffnung) über einen langen Zeitraum von oben, um seinen Einfluss trotz der Transition zu wahren.
Der Autor stuft Brasilien als eine "defekte Demokratie" ein, da trotz formaler demokratischer Strukturen weiterhin Probleme wie Korruption, klientelistische Machtnetze und die unzureichende zivile Kontrolle über den Sicherheitsapparat bestehen.
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