Diplomarbeit, 2008
65 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung & These
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Ziel & Vorgehensweise
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Kapitalmarkteffizienz
2.1 Grundlagen
2.1.1 Preisbildung auf dem Kapitalmarkt
2.2 Markteffizienzhypothese
2.2.1 3 Formen der Markteffizienz
2.3 Argumente für die Markteffizienzhypothese
2.3.1 Die Random Walk These
2.3.2 Event Studies
2.3.3 Performance Studies
2.4 Schlussfolgerung
3 Die Ineffizienz der Märkte & Behavioral Finance
3.1 Behavioral Finance
3.1.1 Abgrenzung der Behavioral Finance zur Kapitalmarkttheorie
3.1.2 Grundlagen der Behavioral Finance
3.1.2.1 Nutzenfunktion und die Prospect Theory
3.1.3 Irrationalität der Investoren bei der Informationswahrnehmung & -verarbeitung
3.1.4 Irrationalität bei der Informationsbewertung & des Entscheidungsverhaltens
3.2 Widersprüche und Abweichungen der Markteffizienzhypothese
3.3 Schlussfolgerung
4 Sind Titelgeschichten effektive konträre Indikatoren
4.1 Aufbau und Funktionsweise des DAX & MDAX
4.1.1 Historie
4.1.2 Indexzusammensetzung
4.1.3 Funktionsweise und Indexberechnung
4.1.4 Aufnahmebedingungen
4.2 Datenerhebung Schlagzeilen
4.2.1 Grundlagen und Methodik
4.2.2 Auswertung
4.3 Datenerhebung Kursentwicklung
4.3.1 Grundlagen und Methodik
4.4 Auswertung
4.4.1 Zusammenhang Titelgeschichten & Streichungen
4.4.2 Relative- & Gesamtperformance
4.4.3 Quartalsvergleich mit und ohne Nennungen
4.4.4 Performance Test Titelgeschichten
4.5 Resümee
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht, ob die Medienpräsenz von Aktiengesellschaften in Form von Titelgeschichten als effektiver konträrer Indikator für die zukünftige Aktienkursperformance dienen kann. Dabei wird analysiert, ob eine hohe Medienaufmerksamkeit mit einer schlechteren Performance einhergeht, weil das Management möglicherweise Ressourcen auf die Selbstdarstellung statt auf die Effizienzsteigerung konzentriert.
Die Markteffizienzhypothese
Die Markteffizienz baut grundsätzlich auf einem vollkommenen Markt auf. Dennoch ist sie in ihren Voraussetzungen nicht so restriktiv. Beispielsweise werden die Transaktionskosten, die bei jeder Order anfallen, nicht als K.O.-Kriterium betrachtet. Eugene Fama, Initiator der Theorie behauptet: „A market in which prices always fully reflect available information is called efficient“.
Wie im ersten Kapitel schon erläutert gibt es die Gruppe der technischen Chartanalysten und der Fundamentalanalysten, die versuchen den zukünftigen Markt- und Aktienverlauf abzubilden. Laut Fama gehört beides in die Kategorie von mystischen Vorhersagen. Seiner Markteffizienzhypothese nach sind sämtliche Informationen im aktuellen Preis einer Aktie vorhanden: „In an efficient market, competition [...] leads to a situation where, at any point in time, actual prices [...] already reflect the effects of information based both on events that have already occurred and on events which [...] the market expects to take place in the future.“ Dies begründet er damit, dass alle Informationen allen Marktteilnehmern, zu jeder Zeit und überall, kostenlos zugänglich sind.
In einem effizienten Markt weist somit der Preis der Aktie immer den fairen Marktwert aus. Das bedeutet, dass in einem effizienten Markt wie ihn Fama beschreibt, es keinem Investor möglich ist dauerhaft den Markt zu schlagen und somit Überrenditen zu erzielen, da er keinen Informationsvorsprung haben kann.
1 Einleitung & These: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert das Ziel der Arbeit, den Zusammenhang zwischen Medienpräsenz und Aktienperformance kritisch zu hinterfragen.
2 Kapitalmarkteffizienz: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des vollkommenen Marktes und die Markteffizienzhypothese nach Fama sowie deren Beweisansätze (Random Walk, Event/Performance Studies) erläutert.
3 Die Ineffizienz der Märkte & Behavioral Finance: Hier wird die Behavioral Finance als Antithese zur klassischen Kapitalmarkttheorie eingeführt und erläutert, wie psychologische Heuristiken und kognitive Verzerrungen irrationales Anlegerverhalten begünstigen.
4 Sind Titelgeschichten effektive konträre Indikatoren: Das Kernstück der Arbeit bildet die empirische Datenerhebung und Auswertung der Performance von DAX- und MDAX-Unternehmen in Abhängigkeit von deren Präsenz auf Titelblättern wirtschaftlicher Magazine.
Kapitalmarkteffizienz, Behavioral Finance, Markteffizienzhypothese, konträrer Indikator, Medienpräsenz, Aktienperformance, Titelgeschichten, Random Walk, Prospect Theory, Heuristiken, Börsenpsychologie, DAX, MDAX, Spekulationsblase, Anlegerverhalten.
Die Arbeit untersucht, ob die Medienpräsenz eines Unternehmens auf dem Titelblatt von Wirtschaftsmagazinen als konträrer Indikator für eine künftige unterdurchschnittliche Aktienkursentwicklung fungieren kann.
Die Untersuchung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen der klassischen Markteffizienzhypothese und den Erkenntnissen der Behavioral Finance, die das rationale Handeln von Investoren infrage stellt.
Das Ziel ist es zu prüfen, ob sich durch eine quantitative Analyse der Medienpräsenz Outperformer am Markt frühzeitig identifizieren lassen oder ob das Managementverhalten bei hoher Medienaufmerksamkeit die Performance negativ beeinflusst.
Die Autorin führt einen empirischen Performancetest an DAX- und MDAX-Unternehmen (1998–2007) durch, der auf einem Vergleich der Kursverläufe in verschiedenen Zeitintervallen vor und nach den Titelgeschichten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch die Kapitalmarkttheorie und Behavioral Finance sowie den praktischen Teil, in dem die Datenerhebung der Titelgeschichten und deren Korrelation mit der Kursentwicklung analysiert wird.
Zentrale Begriffe sind Markteffizienzhypothese, Behavioral Finance, konträrer Indikator, Titelgeschichten, Aktienperformance sowie psychologische Heuristiken.
Die Hypothese legt nahe, dass Unternehmen, deren Management intensiv um Medienpräsenz bemüht ist, ihre Ressourcen eher in die Selbstdarstellung statt in die Effizienz- und Gewinnsteigerung investieren, was die langfristige Performance mindert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Medienpräsenz zwar im Allgemeinen als konträrer Indikator tendenziell erkennbar ist, der Effekt jedoch stark von der Indexzugehörigkeit (DAX vs. MDAX) abhängt und nicht pauschal verallgemeinert werden kann.
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