Diplomarbeit, 2008
85 Seiten, Note: 1,7
1. Abschnitt: Einführung
2. Abschnitt: Subprimekrise
2.1.Kreditmarkt als Krisenursache
2.1.1.Subprimekredite und mangelnde Sicherheiten
2.1.2.Asset Securitisation
2.1.3.Problematik der variablen Zinssätze
2.2.Krisenausbruch und Krisenverlauf
2.2.1.Maturity Mismatch der Refinanzierung
2.2.2.Misstrauen der Banken und mangelnde Liquidität
2.2.3.Leidtragende und Profiteure der Subprimekrise
3. Abschnitt: Öffentliche Reaktionen seit Beginn der Subprimekrise
3.1.Leitzins als Steuerungsinstrument
3.1.1.Rezessionsangst der US-Notenbank
3.1.2.Preisniveaustabilität als Ziel der Europäischen Zentralbank
3.2.Bereitstellung von Liquidität
3.2.1.Offenmarktgeschäfte der Zentralbanken
3.2.2.Sovereign Wealth Funds
3.2.3.Regierung
3.3.Auswirkungen von Zentralbankaktivitäten auf die Märkte
3.3.1.Reaktionen der Vermögensmärkte auf Zinsveränderungen
3.3.2.Liquiditätsbedingte Marktaktivitäten
3.3.3.Problematik der geldpolitischen Transmission
4. Abschnitt: Langfristige Risiken für die Finanzmarktstabilität
4.1.Zentralbanken und Institutionen als Garantiegeber für Kredite
4.1.1.Implizite und explizite Garantien vor der Krise
4.1.2.Länderspezifische „Bail-Out“ Zusage
4.1.3.Marktspezifische „Bail-Out“ Zusage
4.1.4.Zentralbanken und IMF als Garantiegeber
4.2.Moral Hazard als Folge von Kreditgarantien
4.2.1.Divergenz von privatem und sozialem Risiko
4.2.2.Unzureichende Diversifikation der Anleger
4.2.3.Übermäßige Risikoakkumulation
4.2.4.Mangelnde Risikotransparenz der Investments
4.3.Liquiditätsbereitstellung als Ursache für Überinvestitionen
4.3.1.Übermäßiges Liquiditätsangebot
4.3.2.Carry Trade und Hunt for Yield
4.3.3.Informationsasymmetrien und Herding
4.3.4.Krisenbedingte Liquiditätsflüsse
5. Abschnitt: Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf der amerikanischen Subprimekrise sowie die Interventionen der Zentralbanken und staatlicher Institutionen. Das primäre Ziel besteht darin, die Auswirkungen dieser Rettungsmaßnahmen auf die langfristige Stabilität der Finanzmärkte unter Berücksichtigung von Anreizstrukturen wie dem Moral-Hazard-Problem kritisch zu analysieren.
2.1.1. Subprimekredite und mangelnde Sicherheiten
Obwohl der US-Hypothekenmarkt nicht die einzige Ursache für die Subprimekrise ist, stellt er dennoch die Grundlage für die Turbulenzen dar. So wurde in den USA neben dem Anstieg staatlich unterstützter Wohnbaufinanzierungsgesellschaften, welche hauptsächlich den Primemarkt bedienen, auch ein starkes Wachstum bei nicht staatlich geförderten Hypothekeninstituten (Non-Agencies) verzeichnet. Diese Non-Agencies haben vor allem Hypothekendarlehen an nicht erstklassige Schuldner, die sogenannten Subprimedarlehen, vergeben. Bei diesen Subprimekrediten, “handelt es sich um Kredite, die an Kunden mit geringer Bonität vergeben werden, wozu Personen mit niedrigem Einkommen, negativer Kreditbiographie bzw. jene zählen, gegen die eine Zwangsvollstreckung eingeleitet wurde oder die Insolvenz angemeldet haben.“
So konnte festgestellt werden, dass im Laufe der letzten Jahre die Anzahl der Hypothekengeschäfte mit Kunden geringster Bonität im Jahr 2001 von 5% auf zuletzt 20% des amerikanischen Hypothekengeschäfts anstieg. Begründet wurde diese Vergabe von Krediten an Schuldner mit geringer Bonität durch die damals stetig steigenden Immobilienpreise. Gemäß Abbildung 1 lässt sich aus den Home Price Indices von Standard&Poor’s ablesen, dass sowohl der 10-City Composite als auch der 20-City Composite von 1991 bis 2005 eine Steigerung von fast 28% aufweisen. Dabei handelt es sich bei beiden Indizes um Messungen bezüglich Preisänderungen beim Verkauf von Einfamilienhäusern in bestimmten Regionen der USA. Die in den Indizes enthaltenen Regionen können dem Anhang entnommen werden. Auf Basis dieser stetigen Preissteigerung für Immobilien wurden meist grundpfandrechtlich besicherte Darlehen mit einer Höhe von bis zu 100% der Finanzierungskosten gewährt.
1. Abschnitt: Einführung: Umreißt die Zunahme von Finanzkrisen durch globale Marktintegration und thematisiert die Rolle der Zentralbanken bei der Krisenbekämpfung.
2. Abschnitt: Subprimekrise: Analysiert den US-Hypothekenmarkt als Krisenursprung, insbesondere die Rolle von Subprimekrediten und Verbriefungsprodukten (ABS).
3. Abschnitt: Öffentliche Reaktionen seit Beginn der Subprimekrise: Beschreibt die geldpolitischen Interventionen der Notenbanken (Leitzins, Liquiditätsbereitstellung) sowie staatliche Stützungsmaßnahmen.
4. Abschnitt: Langfristige Risiken für die Finanzmarktstabilität: Erörtert die langfristigen negativen Anreize durch Bail-Out-Garantien, Moral Hazard und Fehlverhalten von Marktakteuren.
5. Abschnitt: Ausblick: Führt die Zunahme der Krisenanfälligkeit auf die zunehmende Marktvernetzung und staatliche Eingriffe zurück, die Anreize für spekulatives Verhalten schaffen.
Subprimekrise, Zentralbanken, Liquidität, Finanzmarktstabilität, Asset Securitisation, Leitzins, Moral Hazard, Bail-Out, Immobilienmarkt, Risikokonzentration, Herding, Carry Trade, Geldpolitik, Finanzkrisen, Investorenverhalten.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der US-amerikanischen Subprimekrise und untersucht dabei insbesondere die Reaktionen der verschiedenen Zentralbanken sowie die daraus resultierenden langfristigen Stabilitätsrisiken für die Finanzmärkte.
Zu den zentralen Themen gehören die Entstehung der Subprime-Kreditkrise, die Rolle von Verbriefungen (Asset Backed Securities), die geldpolitische Steuerung über Leitzinsen, die Bereitstellung von Liquidität durch Notenbanken und Staaten sowie die ökonomischen Verhaltensmodelle von Marktakteuren unter Krisenbedingungen.
Das Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie staatliche und institutionelle Rettungsmaßnahmen (Bail-Outs) durch den daraus resultierenden Moral-Hazard-Effekt möglicherweise den Nährboden für künftige Finanzmarktturbulenzen bereiten.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die vorhandene ökonomische Theorien (wie das Eigennutztheorem oder den Moral-Hazard-Ansatz) nutzt, um aktuelle Marktentwicklungen seit 2007 aufzuarbeiten und durch empirische Daten (Indizes, Wirtschaftsdaten) zu untermauern.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Krisenursachen (Subprime-Kredite, Verbriefung, Maturity Mismatch), die Analyse der öffentlichen Reaktionen durch Zentralbanken und Regierungen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den langfristigen Folgen für die Finanzmarktstabilität.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Subprimekrise, Zentralbanken, Moral Hazard, Bail-Out, Liquiditätsbereitstellung und Finanzmarktstabilität charakterisiert.
Staatsfonds werden als wichtige Liquiditätsquelle für angeschlagene Finanzinstitute thematisiert, wobei jedoch auch die mangelnde Transparenz und mögliche politische Interessen hinter diesen Fonds als Herausforderung für die Finanzmärkte diskutiert werden.
Der „Inside-Lag“ bezeichnet die zeitliche Verzögerung zwischen dem Zeitpunkt, an dem ein geldpolitischer Eingriff aufgrund einer Krise notwendig wäre, und dem Zeitpunkt der tatsächlichen Durchführung dieser Maßnahme. Die Arbeit argumentiert, dass dieser Zeitverlust die Wirksamkeit der Fed-Maßnahmen beeinträchtigt haben könnte.
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