Diplomarbeit, 2008
92 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Problematik und Abgrenzung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit
2. Abgrenzung der Behavioral Finance zur Kapitalmarkttheorie
2.1 Grundannahmen der Kapitalmarkttheorie
2.1.1 Markteffizienzhypothese
2.1.2 Theorie der rationalen Entscheidung
2.1.3 Grenzen des Rationalitätskonzepts
2.2 Kapitalmarktanomalien
2.2.1 Small- Cap- Effekt
2.2.2 Momentum- Effekt
2.2.3 Winner- Loser Effekt
2.2.4 Value- Growth Effekt
3. Behavioral Finance
3.1 Fundament der Behavioral Finance
3.2 Entscheidungsverhalten von Anlegern- Prospect Theorie
3.2.1 Loss Aversion und Reflection Effekt
3.2.2 Wertfunktion
3.2.3 Framing- Effekt
3.2.4 Mental accounting und Narrow Framing
3.2.5 Status- Quo- Bias, Endowment- effect, House money effect
3.2.6 Relative Bewertung von Wahrscheinlichkeiten
3.2.7 Four- fald pattern of risk attitudes
3.2.8 Dispositionseffekt
3.2.9 Sunk- cost- Effekt
3.3 Entscheidungshemmung
3.3.1 Kognitive Dissonanz
3.3.2 Kontrollbedürfnis
3.4 Informationsverarbeitung und –wahrnehmung
3.4.1 Heuristiken zur Bearbeitung der Informationsflut
3.4.1.1 Availability heuristic
3.4.2 Schnelle Urteilsfindung
3.4.2.1 Repräsentativheuristik
3.4.2.1.1 Base- rate neglect
3.4.2.1.2 Conjunction fallacy
3.4.2.1.3 Gambler´s fallacy
3.4.2.1.4 Sample- size neglect
3.4.2.2 Anchoring
3.5 Implikationen für das Anlegerverhalten
3.5.1 Über- und Unterreaktion
3.5.2 Overconfidence und Überoptimismus
3.5.2.1 Implikationen für den Kapitalmarkt
4. Empirische Studie zum Dispositionseffekt
4.1 Sunk- cost Effekt
4.2 Reflection Effekt, Loss Aversion, Framing und Mental accounting
4.3 Dispositionseffekt und Regretaversion
4.4. Status- quo Bias und Referenzpunkt
4.5 Einschätzung der aktuellen Situation auf dem Finanzmarkt
5. Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, den aktuellen wissenschaftlichen Stand der Behavioral Finance darzustellen und die neoklassische Kapitalmarkttheorie durch verhaltenspsychologische Erkenntnisse zu hinterfragen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, warum Anleger systematisch Entscheidungsfehlern unterliegen und wie diese das Marktgeschehen beeinflussen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Dispositionseffekt liegt.
3.2.1 Loss Aversion und Reflection Effekt
Die Theorie beschreibt basierend auf empirischen Erkenntnissen wie Individuen sich gegenüber künftigen Gewinnen und Verlusten verhalten. Im Gegensatz zum Erwartungsnutzenmodell geht die Prospect Theorie nicht vom Vermögensstand als Träger des Nutzens aus, sondern nimmt an, dass die positive oder negative Abweichung von einem neutralen Referenzpunkt entscheidend ist. Hierbei läuft der Entscheidungsprozess in zwei Schritten ab: editing (etwa: Bearbeitung) und evaluation (Bewertung). Im ersten Schritt werden die erwarteten Konsequenzen, ausgehend von einem Referenzpunkt, als Gewinn oder Verlust kodiert.
Im nächsten Schritt werden die einzelnen möglichen Resultate evaluiert, wobei höhere Ergebnisse als Gewinn und niedrigere Ergebnisse als Verlust betrachtet werden. Die Nutzenfunktion für Gewinne und Verluste ist laut der Prospect Theorie vollkommen unterschiedlich. Der Referenzpunkt ist in den meisten Fällen der Status- Quo, also der Ist- Zustand. Der Soll- Zustand wird ebenfalls benutzt, um ein Ergebnis als Verlust oder Gewinn zu kodieren. Beispielsweise kann man sich ein Jahresziel von Umsatz setzen. Den Betrag der unterhalb des gesetzten Umsatzes liegt wird als Verlust kodiert und der Mehrbetrag oberhalb des Zielumsatzes dementsprechend als Gewinn wahrgenommen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Behavioral Finance ein, stellt die Grenzen der Kapitalmarkttheorie dar und umreißt die Zielsetzung der Arbeit.
2. Abgrenzung der Behavioral Finance zur Kapitalmarkttheorie: Hier werden die Grundannahmen der neoklassischen Theorie wie die Markteffizienz und das Rationalitätskonzept analysiert und durch diverse Kapitalmarktanomalien in Frage gestellt.
3. Behavioral Finance: Dieses Hauptkapitel erläutert psychologische Modelle wie die Prospect Theorie, Heuristiken und Entscheidungshemmungen, die das Anlegerverhalten maßgeblich beeinflussen.
4. Empirische Studie zum Dispositionseffekt: In diesem Kapitel wird das theoretische Wissen anhand einer eigenen Umfrage unter 78 Probanden praktisch überprüft und das Verhalten der Anleger in Gewinn- und Verlustsituationen analysiert.
5. Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Erkenntnisse über das begrenzte rationale Handeln zusammen und plädiert für die stärkere Integration verhaltenswissenschaftlicher Ansätze in die Finanztheorie.
Behavioral Finance, Kapitalmarkttheorie, Markteffizienz, Dispositionseffekt, Prospect Theorie, Loss Aversion, Heuristiken, Anlegerverhalten, Kapitalmarktanomalien, homo oeconomicus, Framing- Effekt, Mental accounting, Sunk- cost- Effekt, Kognitive Dissonanz, Overconfidence.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Forschungsgebiet Behavioral Finance, das psychologische Aspekte in die Analyse des Anlegerverhaltens einbindet, um klassische ökonomische Theorien zu ergänzen oder zu hinterfragen.
Zentral sind die Abgrenzung zur neoklassischen Kapitalmarkttheorie, die Vorstellung der Prospect Theorie sowie die Untersuchung spezifischer psychologischer Phänomene wie Heuristiken und Bias-Effekte bei Anlageentscheidungen.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der rationalen Marktannahme und dem tatsächlichen, oft irrationalen Verhalten von Investoren aufzuzeigen und das Auftreten des Dispositionseffekts empirisch zu belegen.
Es erfolgt eine theoretische Herleitung der psychologischen Modelle und eine ergänzende empirische Studie durch eine Umfrage unter 78 Probanden zur Analyse des Investitionsverhaltens.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Behavioral Finance, Prospect Theorie) und die Durchführung einer empirischen Studie, die das Handeln von Anlegern im Kontext von Verlusten und Gewinnen untersucht.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Behavioral Finance, Dispositionseffekt, Prospect Theorie, Markteffizienz und verschiedene Urteilsheuristiken definieren.
Während der Homo Oeconomicus als rationaler, nutzenmaximierender Akteur vorausgesetzt wird, erkennt die Behavioral Finance an, dass Menschen durch begrenzte kognitive Kapazitäten und psychologische Verzerrungen systematisch von rationalen Entscheidungen abweichen.
Der Dispositionseffekt gilt als eines der wichtigsten Phänomene, da er das irrationale Verkaufen von Gewinneraktien bei gleichzeitigem Festhalten an Verlustpapieren erklärt und damit direkt gegen effiziente Marktmechanismen verstößt.
Der Framing-Effekt führt dazu, dass Anleger ihre Risikobereitschaft danach ausrichten, wie eine Entscheidungssituation präsentiert wird (als Gewinn- oder Verlustszenario), anstatt rein auf den erwarteten Nutzwert zu achten.
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